Dienstag, 19. Juni 2018


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Voscherau: Bau der South-Stream-Pipeline beginnt erst 2014

Arbeiten sind noch gar nicht ausgeschrieben - Dennoch will South Stream Starttermin Ende 2015 halten

Moskau/Hamburg, (lifePR) - Obwohl Bauherr Gazprom am 7. Dezember 2012 im Beisein des russischen Präsidenten Wladimir Putin offiziell den Baubeginn der Gasleitung South Stream gefeiert hat, sind die Arbeiten an der Pipeline noch nicht einmal ausgeschrieben. Das bestätigte Henning Voscherau, Aufsichtsratsvorsitzender der für die 930 Kilometer lange Offshore-Pipeline durchs Schwarze Meer zuständigen Gesellschaft South Stream Transport B.V., gegenüber den VDI nachrichten. Bei dem vorgezogenen, offiziellen Baubeginn im russischen Anapa ging es laut Voscherau um den Bau einer Kompressorstation. "In Russland hat Gazprom mit der Kompressorstation Russkaja bei Anapa an der Schwarzmeerküste schon vorher begonnen." Die Bauarbeiten an der Pipeline beginnen demnach erst im nächsten Jahr. "Wir wollen 2014 beginnen, die Pipeline zu verlegen. Bis dahin müssen die entsprechenden Verträge für die Verlegung und die Produktion von Rohren geschlossen sein", sagte Voscherau der Wochenzeitung.

Die Arbeiten sind aber noch nicht einmal ausgeschrieben. "Noch läuft keine Ausschreibung", sagte Voscherau den VDI nachrichten. "Daran arbeiten wir intensiv und schreiben dann weltweit öffentlich aus." Deshalb besteht auch noch gar keine Klarheit über die Kosten der Pipeline, die Gazprom beim offiziellen Termin für den Baubeginn mit rund 16 Milliarden Euro angegeben hatte. "Derzeit gehen wir von einem Projektbudget von mehreren Milliarden Euro für den Offshore-Abschnitt aus", bleibt Voscherau vage. Trotz der noch nicht angelaufenen Ausschreibung und dem erst für 2014 geplanten Baubeginn hält Voscherau aber am Zeitplan fest, wonach 2015 westsibirisches Gas über die Pipeline nach Italien geliefert wird. "Das erste Gas soll Ende 2015 fließen. Bis 2018 wollen wir insgesamt vier Leitungsstränge verlegen."

Allerdings stellt Voscherau die endgültige Entscheidung über den Bau der Teilabschnitte auf dem Festland noch unter Kostenvorbehalt. "Es ist kein Geheimnis, dass wir die finale Investitionsentscheidung letzten November getroffen haben, aber die drei westeuropäischen Aktionäre hervorgehoben haben, dass es zu ihren Rechten gehört, abschließend anhand klarerer Kosten und Markteinschätzung zu entscheiden." Die westeuropäischen Aktionäre sind der italienische Energiekonzern ENI, die BASF-Tochter Wintershall und der französische Energiekonzern EDF.

Hinsichtlich der Vorgaben der EU, dass der Zugang zu Pipeline prinzipiell auch für andere Anbieter zu öffnen ist, äußerte sich Voscherau nur sehr zurückhaltend. "Der Offshore-Teil der South-Stream-Pipeline liegt außerhalb des Geltungsbereichs der EU-Rechtsvorschriften für den Energiebinnenmarkt. Daher hatten wir als Betreibergesellschaft bisher keinen Anlass, mit Brüssel über den Energiebinnenmarkt zu sprechen." Nicht zuständig sieht sich Voscherau für die Teilabschnitte der Pipeline, die durch EU-Länder fließen. "Was die Abschnitte des South-Stream-Projekts angeht, die innerhalb von EU-Mitgliedsländern verlaufen, obliegt es primär den dortigen Projektgesellschaften, Fragen hierzu aufzunehmen."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Voscherau

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