Donnerstag, 21. September 2017


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Verband: Spielsucht wird zunehmen

Suchtfaktor: Computerspiele sprechen immer stärker die Gefühle an

Berlin, (lifePR) - Das boomende Geschäft mit Computer- und Internetspielen wird eine wachsende Zahl von Spiel- und Internetsüchtigen zur Folge haben. Damit rechnet der Fachverband Medienabhängigkeit. "Sieht man sich die Verkaufszahlen der Computerspielebranche und die Nutzerzahlen in sozialen Netzwerken an, sind Zuwächse offensichtlich", fürchtet der Suchtexperte des Verbandes, Andreas Gohlke. "Nach meiner Einschätzung werden wir in den nächsten Jahren mit diesem Krankheitsbild vermehrt konfrontiert werden."

Als eine Ursache nennt Gohlke, dass Computerspiele immer stärker die Gefühle ansprechen und damit auch verstärkt Mädchen und Frauen süchtig machen. "Das erfolgreiche Computerspiel "World of Warcraft" etwa webt soziale Komponenten in das Rollenspiel mit ein, sodass sich auch Mädchen angesprochen fühlen. Ebenso sieht es inzwischen bei sozialen Netzwerken aus. Da mischen Jungs und Männer genauso häufig mit wie Mädchen und Frauen."

Das Ansprechen der Gefühle erhöhe den Suchtfaktor der Spiele. "Computerspiele bedienen in hohem Maße Gefühle, ermöglichen Erfolge und vermitteln Belohnungen. Wer schnell das nächst höhere Spiellevel erreicht, fühlt sich stark und spielt weiter. Studien zeigen, dass ein Spiel umso häufiger verkauft wird, je mehr die Faktoren Gefühl, Erfolg und Belohnung zum Tragen kommen." Das habe schlimme Folge für Gesundheit und soziale Kontakte. "Stellen Sie sich vor, ein abhängiger Computerspieler verbringt die Zeit von ein bis zwei Vollzeitarbeitsstellen pro Woche im Spiel und überlegen Sie, was das für den Körper bedeutet, für Ernährung, reale soziale Kontakte, Schule, Arbeit und Familie."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Gohlke

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