Mittwoch, 17. Januar 2018


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Standard & Poor's verteidigt Abwertungen

"Hinsichtlich der USA haben wir den Daumen gesenkt"

Frankfurt, (lifePR) - Der Deutschland-Chef der Ratingagentur Standard & Poor's, Torsten Hinrichs, hat die Ratingagenturen gegen die Vorwürfe verteidigt, unverantwortlich mit dem Schicksal von Ländern wie Griechenland, Portugal und Irland umzugehen. Es sei Aufgabe der Agenturen, Risiken zu bewerten, aber auch Sache der Investoren, ob sie den Einschätzungen folgen. "Wir riskieren unsere Glaubwürdigkeit, sollten wir uns in bestimmten Zeiten mit Ratings zurückhalten. Ein Schweigen der Ratingagenturen, ein Ausbleiben der Transparenz hinsichtlich zukünftiger Zahlungsfähigkeit, würde die Märkte sogar mehr verunsichern als wenn wir uns äußern", sagte Hinrichs den VDI nachrichten.

Es sei auch falsch, dass die Agenturen bewusst die Bonität von Ländern wie Griechenland, Irland und Portugal schwach bewerten, um Europa zu schaden. "Es gibt viele solcher Verschwörungstheorien. Aber ich möchte unmissverständlich klarstellen, dass wir überall auf der Welt nach gleichen Kriterien bewerten. Es gibt keine Ungleichbehandlung." Deshalb sehe man auch die USA zunehmend kritisch. "Hinsichtlich der USA haben wir ja gerade den Daumen gesenkt. Wir haben vor zwei Wochen eine Veröffentlichung herausgegeben, in der klargestellt wurde, dass wir ernsthaft in Erwägung ziehen, die amerikanischen Staatsanleihen mit einem Zahlungsausfall zu belegen, sollte es in den gegenwärtigen Verhandlungen zwischen dem Präsidenten und dem Kongress zu keiner Einigung kommen.?"

Dass die Ratingagenturen gerade die Rettungsanstrengungen der Euro-Länder negativ bewerten und die Verlängerung der Laufzeiten von Anleihen kritisieren, hält Hinrichs für richtig, "weil die Investoren damals in zwei-, drei-, oder fünfjährige Bonds investiert haben. Gemäß unseres Ratingkriteriums würde diese Art von Restrukturierung einen klaren Zahlungsausfall darstellen. Darauf hinzuweisen sind wir verpflichtet und nicht mehr haben wir getan."

Zweifel hat Hinrichs daran, dass sich Investoren wie Banken und Versicherungen freiwillig an den Rettungspaketen beteiligen. "Selbst wenn Banken mehr oder weniger freiwillig das kleine von zwei Übeln wählen, dann bleibt die Tatsache, dass sich die Situation zum Nachteil der Anleger verändert hat und die ursprüngliche Situation des Zahlungsversprechens nicht eingehalten worden ist. Darauf hinzuweisen ist unsere Pflicht. Kommen wir der nicht nach werden wir unglaubwürdig."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter:

www.vdi-nachrichten.com/Hinrichs

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