Freitag, 24. November 2017


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Siemens: Wir brauchen gespreizte Stromtarife für Privathaushalte

Haushalte sind bereit, ihr Nutzungsverhalten zu verändern

München, (lifePR) - Der Siemens-Konzern hat Energieversorger und Politik aufgefordert, auch für Privatverbraucher gespreizte Stromtarife einzuführen. Nur dann mache es Sinn, dass vernetzte Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen so gesteuert werden, dass sie zu nachfrageschwachen Zeiten eingeschaltet werden. "Wir würden uns von den Energieversorgern wünschen, dass sie einen übergreifenden Standard schaffen, in dem die Energiekosten von den Versorgern übertragen werden können, so dass alle Hausgeräte diese Infos aufnehmen können", sagte Ingo Pietsch, Leiter der Siemens-Entwicklung für vernetzte Geräte, den VDI nachrichten. Zudem müsse die Politik genügend Druck erzeugen, damit die Energieversorger entsprechende Tarife auch einführen.

Technisch sieht Pietsch keine Probleme mehr, mit dem Internet vernetzte Geräte auf den Markt zu bringen. "Rein technisch gesehen könnten wir mit unseren vernetzungsfähigen Geräten morgen an den Start gehen. Für eine größere Verbreitung brauchen wir jedoch einheitliche Standards."

Ein Feldversuch mit E.On habe gezeigt, dass Verbraucher bei entsprechenden Anreizen bereit sind, beispielsweise ihre Waschmaschine dann zu nutzen, wenn der Strom am günstigsten ist. "Eine solche Verknüpfung wäre definitiv im Sinne des Verbrauchers", betont Pietsch. "Wir haben gemeinsam mit E.On ... herausgefunden, dass die Verbraucher zu einem sehr großen Teil bereit sind, ihr Nutzungsverhalten zu ändern, um einen günstigeren Tarif zu bekommen. Mich hat dies persönlich sehr überrascht, vor allem, weil das Einsparpotenzial pro einzelner Waschladung relativ gering ist."

Die Bereitschaft der Konsumenten, neue Geräte zu kaufen, die sich über WLAN ins Internet einwählen, ist nach Einschätzung von Siemens schon heute sehr groß. "Ganz, ganz viele Menschen haben ein großes Interesse daran, nachschauen zu können: ,Habe ich wirklich alles ausgemacht, bevor ich rausgegangen bin?' Sie brauchen das einfach für ihr persönliches Wohlbefinden." Deshalb rechnet Pietsch damit, dass sich die neue Gerätegeneration rasch bei den Verbrauchern durchsetzen wird. "In zehn Jahren werden alle Geräte miteinander vernetzt sein", so der Siemens-Manager. Zu dieser Zeit würden rund 20 Prozent der Konsumenten ein solches Gerät besitzen.

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Pietsch

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