Mittwoch, 22. Februar 2017


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Kassen fordern höhere Zuschüsse des Bundes für Arbeitslose und Familien

GKV-Chefin Pfeiffer hält Einschränkungen bei der Diagnostik für notwendig

(lifePR) (Düsseldorf, ) Nach den Sparvorschlägen von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler fordern die Gesetzlichen Krankenkassen nun einen höheren Bundeszuschuss für Arbeitslose und Familienversicherte, um ihre Defizite in den Griff zu bekommen. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), sagte den am Freitag erscheinenden VDI nachrichten: "Gesamtgesellschaftliche Aufgaben müssen künftig stärker durch Steuermittel finanziert werden. Das sind vor allem Leistungen für Familien und Arbeitslose", so Pfeiffer. "Derzeit bekommen die Kassen für Arbeitslose keine kostendeckenden Beiträge. Der Betrag, den die Bundesagentur für Arbeit Kassen zahlt, müsste erhöht werden, das würde die Beiträge stabilisieren, vor allem in Zeiten, in denen die Arbeitslosigkeit relativ hoch ist." Derzeit erhalten die Kassen einen Bundeszuschuss von 15,7 Mrd. !, der versicherungsfremde Leistungen und die Folgen der Konjunkturkrise ausgleicht.

Einsparmöglichkeiten im Gesundheitswesen sieht die GKV in einer Reduzierung der in den vergangenen Jahren stark zugenommenen Diagnostik. "Man muss sich fragen, ob immer mehr Diagnostik den Menschen auch wirklich hilft. Bei Rückenschmerzen zum Beispiel gibt es eine große Zahl an Röntgen-, CT- und anderen Untersuchungen. Nach einschlägigen Studien ist mehr als die Hälfte dieser Untersuchungen überflüssig", so Pfeiffer. "Man darf auch nicht vergessen, dass beispielsweise Röntgenstrahlen dem Körper schaden können."

Zudem sei es nicht einzusehen, dass nebeneinander liegende Fachärzte und Krankenhäuser die gleichen, sehr teuren und von den Kassen finanzierten Diagnoseeinrichtungen vorhalten. "Die Honorare der niedergelassenen Ärzte sind so hoch wie nie. Heute verdient ein niedergelassener Arzt nach Abzug der Praxiskosten im Durchschnitt über 160.000 ! brutto im Jahr. Gleichzeitig haben wir in Deutschland die so genannte "doppelte Facharztschiene", also z. B. einen niedergelassenen Radiologen und 500 m weiter ein Krankenhaus, in dem noch einmal die gleichen Großgeräte stehen. Das hat zur Folge, dass fachärztliche Leistungen vielfach doppelt erbracht werden. Diese Doppelversorgung macht die Patienten nicht gesünder, kostet unnötig das Geld der Beitragszahler und findet sich in keinem anderen Land in dieser Form wieder", kritisiert Pfeiffer. "Entscheidend ist, dass die Ausgabendynamik gebremst wird."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/DPfeiffer

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