Donnerstag, 19. Oktober 2017


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Fraunhofer-Präsident Bullinger: Kein Überblick, wer an was forscht

"Wir müssen einen Überblick bekommen"

Bonn, (lifePR) - Die Forschungslandschaft ist in Deutschland so zersplittert und unübersichtlich, dass die Bundesregierung gefordert ist, einen solchen Überblick zusammenzutragen, um die Forschungsförderung besser zu koordinieren. "Der fehlende Überblick ist ein großes Problem, nicht nur in Deutschland", stellt der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Hans-Jörg Bullinger, im Gespräch mit den VDI nachrichten fest. "Die interministerielle Zusammenarbeit ist aber als Problem erkannt. Im Bereich Energie beispielsweise sind gleich fünf Ministerien zuständig. Mit der Hightechstrategie, die unter dem Patronat der Forschungsministerin für die ganze Regierung steht, haben wir der Weisheit letzten Schluss noch nicht gefunden. Die ministeriumsübergreifende Koordination muss noch geübt und weiterentwickelt werden."

Besonders augenfällig sei die Zersplitterung in der Energiepolitik. "Für die Energiewende mit erneuerbaren Energien brauchen wir Energiespeicher. Wie neue Energiespeicher entwickelt werden, kann das Bundesumweltministerium nicht festlegen, denn auch das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium haben dazu eine Meinung. Viele komplexe Probleme sind nicht mehr von einer Disziplin allein zu lösen."
Deshalb müsse die Zusammenarbeit deutlich verbessert werden. "Daher ist es völlig klar, dass unsere nach Funktion aufgestellten Ministerien eine neue Form der Zusammenarbeit finden müssen. Aber wenn diese noch von unterschiedlichen Koalitionspartnern besetzt sind, erschwert das die Abstimmung. Aber es gibt ein Bemühen."

Der fehlende Überblick und die nicht ausreichende Koordinierung führe auch dazu, dass niemand weiß, wie viel Forschungsgelder beispielsweise in die Elektromobilität investiert werden. "Es gibt Forschungsprogramme, die nicht unter dem Label der Elektromobilität laufen, die aber dennoch dazu beitragen, wie etwa die Mikroelektronik oder Materialforschung." Deshalb gebe die öffentliche Hand deutlich mehr aus als die offiziellen 500 Millionen Euro, die der Bund unter dem Titel Elektromobilität bereitstelle.

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/HJBullinger

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