Donnerstag, 18. Januar 2018


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Burghof: Die Euro-Probleme sind nicht gelöst

Private Gläubiger lassen erneut den Steuerzahler haften

Hohenheim, (lifePR) - Die Beschlüsse des EU-Gipfels zur Rettung des Euros sind nach Ansicht des renommierten Finanz- und Bankenexperten der Universität Hohenheim, Professor Hans-Peter Burghof, nicht ausreichend, um die Euro-Krise zu lösen. Zudem haben sie erneut private Gläubiger wie die Banken, Versicherungen und Fonds auf Kosten des Steuerzahlers bevorteilt, kritisiert Burghof im Gespräch mit den am Freitag erscheinenden VDI nachrichten. "Die privaten Gläubiger haben Ergebnisse erzielt, die für sie offenbar erfreulich sind". sagt Burghof mit Blick auf die steigenden Kurse an den Börsen. "Sorge bereitet, dass im Grunde genommen schon wieder erhebliche Risiken der Krise sozialisiert werden, während die Investoren ziemlich ungeschoren davonkommen."

Die privaten Gläubiger kämen mit einem Forderungsausfall von 21 Prozent davon, obwohl ihre Papiere 50 Prozent ihres Wertes verloren haben. Die Differenz zahlen laut Burghof "ganz klar die europäischen, darunter vor allem die deutschen, Steuerzahler, die in die Haftung genommen werden". Burghof sieht jedoch die Gefahr, dass die starken Eurozahler durch die hohen Rettungskosten zu stark geschwächt werden. "Wir setzen heute auf die Bonität des europäischen Steuerzahlers, um Griechenland zu retten. Möglicherweise haben wir daher aber keine Luft mehr für andere Länder, die eine seriösere Politik betrieben haben und bei denen Hilfe womöglich besser, da gewinnbringender, eingesetzt wäre."

Andererseits sieht Burghof Chancen, dass der Euro zu einer neuen Leitwährung in der Welt wird. "Wenn wir den Euro nicht selbst zerstören - was wir nicht tun müssen - dann hat er großes Potenzial. Die Welt sucht nach einer weiteren Leitwährung. Ich glaube nicht, dass Länder wie Indien und China bereits eine so hohe Reputation aufgebaut haben, dass man dort seine Währungsreserven schon vertrauensvoll anlegen könnte. Noch herrscht dort zu viel staatliche Willkür und es gibt zu wenig unabhängige Institutionen", meint Burghof. "Wir könnten zu einer Art Schweiz werden, deren Institutionen und Währung man vertraut, weshalb man dort gerne Geld anlegt. Potenzial dafür wäre auch in Europa vorhanden."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.de/Burghof

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