Sonntag, 22. Oktober 2017


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Al-Faraj: Ölpreis steigt auf mehr als 100 Dollar

Golf-Experte sieht mit Sorge wachsende Spannungen im Nahen Osten

Düsseldorf, (lifePR) - Mit einem baldigen Anstieg des Ölpreises aufgrund wachsender Spannungen im Nahen Osten rechnet der auch im Westen anerkannte Sicherheitsexperte Sami Al-Faraj, Präsident des Kuwait Center for Strategic Studies und Sicherheitsberater mehrerer Golfstaaten. In einem Gespräch mit den VDI nachrichten geht Al-Faraj davon aus, dass die Konflikte mit dem Iran und im Jemen 2010 an Dramatik zunehmen. Mit Sorge sehe er die Zuspitzung des Atomkonfliktes mit dem Iran und dessen Einmischung in die bevorstehenden Wahlen im Irak. "Nun spitzt sich die Situation weiter zu und das wird Auswirkungen auch auf den Energiesektor haben. Einen Ölpreis von mehr als 100 $/Barrel halte ich in diesem Jahr sehr wohl für wahrscheinlich", so Al-Faraj. "Und da denke ich nicht einmal an einen militärischen Konflikt. Wir verfolgen zum Beispiel mit einigen Sorgen auch die iranischen Manöver vor den irakischen Parlamentswahlen, die im März über die Bühne gehen sollen."

Der Iran versuche derzeit, nicht pro-iranische Kandidaten aus den Wahlen herauszuhalten. "Das erinnert an das Filtersystem, das im Iran verhindert, dass Oppositionelle ins Parlament gelangen. Dahinter steht die Absicht Teherans, die Hände so gut es geht an das irakische Staatssteuer zu bekommen. Weder die Amerikaner noch die Europäer legen sich übrigens sonderlich ins Zeug, um dem entgegenzusteuern." Der Iran operiere sogar schon militärisch auf irakischem Gebiet und habe eine "Attacke auf ein Ölfeld auf irakischem Territorium" unternommen. "Und das war nicht die einzige Grenzverletzung. Wie es aussieht, spielen nach dem Wahlfiasko im Juni und der nach wie vor aktiven iranischen Opposition auch innenpolitische Überlegungen mit. Die Spannung steigt."

Zudem fürchten die Golfstaaten, dass der Iran voraussichtlich schon in wenigen Jahren über Atomwaffen verfügen werde. "Schauen Sie sich diese enormen Investitionen an. Um einige Kraftwerke zu betreiben, macht das keinen Sinn. Und dann ist da neben der Urananreicherung der Reaktor Arak, der Plutonium liefern wird. Diese Doppelstrategie räumt wohl letzte Zweifel aus. Bei uns stoßen die Befürchtungen der Israelis jedenfalls auf wachsendes Verständnis", so Al-Faraj ."Vor einigen Wochen organisierte Katar eine Umfrage in der Region, ob Israel oder der Iran die größere Bedrohung sei. Die Antwort lautete: Iran. Das spricht Bände."

Zuspitzen werde sich die Lage auch durch die unsichere Situation im Jemen. Nach seinen Kenntnissen hätten der Iran und Al-Qaida eine Art Interessengemeinschaft im Jemen gebildet. "Wenn die Huthis in einem Teil des Landes der Regierung in Sanaa zu schaffen machen, schafft das Freiräume für Al-Qaida anderswo. Dass es beiden auch darum geht, Saudi-Arabien und Ölinstallationen in der Nachbarschaft zu bedrohen, wissen wir. Ähnlich dem, was im Irak passiert."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Al-Faraj

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