Montag, 20. November 2017


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VCD: Stuttgart 21 - Panoramabahn muss erhalten bleiben

Notfallkonzept für die S-Bahn Stuttgart unverzichtbar / Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart in der Verantwortung

Stuttgart, (lifePR) - Der ökologische Verkehrsclub Baden-Württemberg appelliert an die Mitglieder des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart (VRS), sich auf ihrer morgigen Sitzung dafür auszusprechen, dass die Panoramabahn (Gäubahnstrecke auf Stuttgarter Gemarkung) bis zur vollständigen Inbetriebnahme von Stuttgart 21 gänzlich in Betrieb bleibt. Nur so könne sichergestellt werden, dass Fahrgäste aus dem Süden von Baden-Württemberg weiterhin umsteigefrei nach Stuttgart-Hauptbahnhof gelangen können und das S-Bahn-Notfallkonzept damit weiterhin funktionsfähig bleibe.

Der VRS und das Land haben – aufbauend auf das Grundkonzept von Stuttgart 21 - eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die mögliche Ergänzungen an der Schieneninfrastruktur untersuchen sollte und deren Ergebnisse auf der morgigen Sitzung präsentiert werden sollen.

Bisher sei vorgesehen, im Zuge der weiteren Arbeiten bei S 21, mit der Anbindung der S-Bahn-Station Mittnachtstraße gleichzeitig auch die Gäubahn an dieser Stelle zu kappen, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Damit werde jedoch die einzige Umfahrungsmöglichkeit der Stammstrecke unterbrochen, so dass das derzeitige, zuverlässige Notfallkonzept für die S-Bahn nicht mehr funktioniere.

Auf dieses Notfallkonzept müsse aktuell mindestens einmal im Monat zurückgegriffen werden, um wenigstens eine Grundversorgung beim S-Bahn-Verkehr sicherstellen zu können. Bisher sei der Stuttgarter Hauptbahnhof der zentrale Umsteigeknoten für die S-Bahn-Fahrgäste zum Fern-, Regional-, S-Bahn- und Stadtbahn-/Stadtbus-Verkehr, erläutert Lieb. Gleichzeitig könne der Schienenverkehr vom Hauptbahnhof nach Stuttgart-Vaihingen und weiter zum Flughafen/Richtung Herrenberg aufrechterhalten werden.

Angesichts der absehbaren Zeitverzögerungen bei der Fertigstellung des Planfeststellungsabschnitts (PFA) 1.3 stehe vermutlich über Jahre keine Alternativtrasse zum Flughafen zur Verfügung, befürchtet der VCD. Deshalb müsse die Panoramastrecke vom Hauptbahnhof bis Stuttgart-Vaihingen auch weiterhin befahrbar sein, so sei im Falle einer Störung im Stammstreckentunnel eine Verbindung vom Hauptbahnhof zum Flughafen garantiert. Dies betreffe nicht nur die Fahrgäste der S-Bahn, sondern darüber hinaus auch den Fern- und Regionalverkehr auf der Gäubahn Richtung Zürich. Dieser Erhalt der Anbindung der Gäubahnstrecke an den Hauptbahnhof müsse mindestens solange sichergestellt sein, bis es neben der S-Bahnstrecke eine weitere leistungsfähige Verbindung von Stuttgart-Rohr zum Stuttgarter Hauptbahnhof gäbe.

Diese Unterbrechung könnte vermieden werden, indem mit geringem finanziellen Mehraufwand im Zuge des Anschlusses der S-Bahn-Station Mittnachtstraße an den Hauptbahnhof, die Gleise für die Gäubahn entsprechend verschwenkt werden, so dass die S-Bahnen der Linien 1 und 2 im Störungsfall weiterhin über diese Trasse nach Stuttgart-Vaihingen fahren könnten. Auch der Fern- und Regionalverkehr bliebe an den Hauptbahnhof angebunden.

Die Vorlage zur morgigen Sitzung beschäftigt sich auch mit dem Ausbau der S-Bahn-Station Mittnachtstraße. Der VCD weist darauf hin, dass die Probleme für die S-Bahn durch den zusätzlichen Halt Mittnachtstraße schon vor über sieben Jahren durch SMA aufgezeigt worden seien, auch im Stresstest des Jahres 2011 seien Probleme für die S-Bahn identifiziert worden. Insofern zeigt sich der VCD verwundert über die Aussage des VRS, ‚betrieblich optimierte Lösungen lassen sich räumlich und trassierungstechnisch nicht mehr umsetzen‘.

„Der Verband Region Stuttgart sollte darstellen, wie optimale Lösungen aussehen und was gegen deren Realisierung spricht“, erklärt Matthias Lieb. Denn um das S-Bahn-System im Verspätungs- bzw. Störungsfall weiter zu optimieren, sei ein dreigleisiger Ausbau der S-Bahn-Station Mittnachtstraße sinnvoll, betont der VCD-Landesvorsitzende. An dieser neuen S-Bahn-Station vereinigten sich die beiden Linienäste von Stuttgart-Feuerbach und Bad Cannstatt, auf der sich anschließenden Stammstrecke verkehrten die S-Bahnen bei einem durchgängigen 15-Minuten-Takt im Abstand von 2,5 Minuten. Der VCD hatte schon Anfang 2016 einen konkreten Vorschlag für einen leistungsfähigen dreigleisigen Ausbau der Station vorgelegt.

Hintergrund:

Der VCD hatte Anfang 2016 einen Vorschlag für einen dreigleisigen S-Bahn-Bahnhof Mittnachtstraße vorgestellt, der mittig die auswärts fahrenden Linien aufnimmt, links und rechts davon die stadteinwärts fahrenden Linien, so dass jeweils bahnsteiggleich von Feuerbach nach Bad Cannstatt und umgekehrt umgestiegen werden kann. Während a) die bisher planfestgestellte Planung zeigt, stellt b) den VCD-Vorschlag dar.

Die Notwendigkeit für eine dreigleisige Bahnhofsanlage lässt sich wie folgt begründen: Bei der im Bau befindlichen Antragstrasse führt ein verspäteter S-Bahn-Zug eines Linienastes automatisch auch zu einer Verspätung des nachfolgenden Zuges des anderen Astes. Dieser kann erst zum Bahnsteig vorrücken, nachdem der erste Zug den Bahnhof verlassen hat. Stark belastete S-Bahn-Linien sehen üblicherweise an solchen Verknüpfungsstationen mehrgleisige Anlagen vor, so dass im Verspätungsfall der Zug der anderen Linie ebenfalls schon in den Bahnhof einfahren und der Fahrgastwechsel durchgeführt werden kann. Die Zugfolge kann dadurch verkürzt werden. Ohne diesen zusätzlichen Bahnsteig würde sich die Weiterfahrt des zweiten Zuges noch weiter durch den Fahrgastwechsel verzögern. Bei der S-Bahn in München haben deshalb alle Verzweigungsstationen zwischen München-Pasing und Hauptbahnhof mindestens drei Bahnsteigkanten.

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