Montag, 20. November 2017


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Neues Neuromuskuläres Zentrum an der UMG

Göttingen, (lifePR) - Neu etabliertes medizinisches Kompetenzzentrum bündelt Angebot im neuro-muskulären Bereich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Gründungssymposium informiert über neueste Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten. Mittwoch, 23. August 2017, 16:00 bis 20:00 Uhr, Hörsaal 542, Universitätsklinikum Göttingen.

„Bislang sind nicht alle neuromuskulären Erkrankungen heilbar. Trotzdem können durch eine symptomatische Therapie die Lebensqualität und auch -dauer meistens deutlich verbessert werden. Bei jedem Verdacht auf eine neuromuskuläre Erkrankung ist es deshalb wichtig, alle diagnostischen Möglichkeiten zu nutzen, um bestehende Therapiemöglichkeiten bestmöglich auszuschöpfen“, sagt Prof. Dr. Jens Schmidt, Leiter des an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) neu etablierten Neuromuskulären Zentrums (NMZ). Mit der Gründung dieses medizinischen Kompetenzzentrums erweitert die UMG ihr bisheriges Versorgungsangebot für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen: Das NMZ an der UMG ist zentrale Anlaufstelle für Patienten aller Altersstufen – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Aus Anlass der Gründung des NMZ informiert ein Symposium über das Versorgungsspektrum des neuen Zentrums sowie über aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Behandlung von neuromuskulären Erkrankungen. Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, dem 23. August 2017, von 16:00 bis 20:00 Uhr im Hörsaal 542, Universitätsklinikum, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen.

Symposium zur Gründung
Neues Neuromuskuläres Zentrum (NMZ) an der UMG
Mittwoch, 23. August 2017
16:00 bis 20:00 Uhr
Hörsaal 542, Universitätsklinikum Göttingen
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Medienvertreter sind herzlich willkommen.

Die Veranstaltung ist mit drei Fortbildungspunkten der Ärztekammer Niedersachsen zertifiziert. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das neue Neuromuskuläre Zentrum an der UMG bietet Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen eine fächerübergreifende Diagnostik und Behandlung an. Dafür steht im NMZ die gesamte diagnostische und therapeutische Kompetenz der Universitätsmedizin zur Verfügung. Insgesamt arbeiten 18 Kliniken und Institute der UMG sowie aus der Region eng zusammen. Dazu gehören als wesentliche Kliniken mit stationärer Versorgung in diesem Bereich die Klinik für Neurologie (Direktor: Prof. Dr. Mathias Bähr), die Klinik für Klinische Neurophysiologie (Direktor: Prof. Dr. Walter Paulus), die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Direktorin: Prof. Dr. Jutta Gärtner) sowie das Sozialpädiatrische Zentrum Göttingen (Ärztliche Leitung: Prof. Dr. Knut Brockmann). Die Leitung des NMZ haben Prof. Dr. Jens Schmidt (Klinik für Neurologie), Prof. Dr. Ekkehard Wilichowski (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin) sowie Prof. Dr. Michael Sereda (Klinik für Klinische Neurophysiologie).

Patienten aller Altersstufen mit neuromuskulären Erkrankungen können sich an das NMZ wenden, um eine gesicherte Diagnose und die bestmögliche Therapie zu erhalten. Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen werden in spezialisierten Sprechstunden interdisziplinär von einem multiprofessionellen Team betreut und behandelt. Neben der Patientenversorgung widmet sich das NMZ der UMG der klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Forschung sowie der studentischen Lehre im Bereich der neuromuskulären Erkrankungen.

Das neue NMZ der UMG ist als europäisches Referenzzentrum für seltene neuromuskuläre Erkrankungen akkreditiert. Es gehört damit zu den 61 Top-Zentren in Europa. Sie geben bei der Behandlung von neuromuskulären Erkrankungen den Takt vor, indem sie z.B. Behandlungsrichtlinien entwickeln. Nationale und internationale Kooperationen und wissenschaftliche Projekte ergänzen die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Kliniken und Instituten innerhalb und außerhalb der UMG.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN: NEUROMUSKULÄRE ERKRANKUNGEN

Muskelschwäche und Muskelschwund sind wesentliche Krankheitszeichen von „neuromuskulären Erkrankungen“. Etwa 650 verschiedene Erkrankungen werden unterschieden. Dabei können das periphere Nervensystem, die Signalübertragung von motorischen Nerven auf den Muskel und der Muskel selbst betroffen sein. Einzeln betrachtet gehört jede der Krankheiten zwar zu den „seltenen Erkrankungen“, zusammengenommen erkranken jedoch jedes Jahr eine große Zahl von Menschen. Es können alle Altersgruppen betroffen sein, vom Neugeborenen bis ins hohe Alter. Viele der Krankheitsbilder sind genetisch bedingt, ein wesentlicher Teil hat eine auto-immunentzündliche Ursache.

In den vergangenen Jahren wurden entscheidende Fortschritte in der Aufklärung der genetischen Grundlagen und der Krankheitsentstehung erzielt. Der zugrundeliegende Gendefekt kann heute bei mehr als 80 Prozent aller Patienten exakt identifiziert werden. Es entstehen zunehmend auch Behandlungsmöglichkeiten, die den Gendefekt korrigieren oder seine Folgen zumindest deutlich abschwächen können. Dazu gehören seit kurzem zugelassene Medikamente für die häufigen Muskelerkrankungen Duchenne´sche Muskeldystrophie und spinale Muskelatrophie. Für Patienten mit erblichen Neuropathien (Charcot-Marie-Tooth Erkrankung) haben erste klinische Studien begonnen. Es besteht die Hoffnung, bestimmte genetisch bedingte Erkrankungen in Zukunft sogar heilen zu können. Bei den auto-immunentzündlichen Erkrankungen von Nerven oder Muskeln hat sich durch neue immunsupprimierende Substanzen und monoklonale Antikörper („Biologika“) das Therapiespektrum deutlich erweitert.

Webseite des NMZ: www.nmz.med.uni-goettingen.de

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