Mittwoch, 13. Dezember 2017


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"Kleine Rücken brauchen Hilfe": UMG startet Spendenkampagne für ein strahlungsarmes 3D-Röntgengerät

UMG braucht besonders strahlungsarmes, schnelles und patientenfreundliches 3D-Röntgengerät / Das Gerät hilft Belastungen für Kinder deutlich zu verringern / 560.000 Euro an Spendensumme wird benötigt / Erste Großspende!

Göttingen, (lifePR) - Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat ihre Spendenkampagne „Kleine Rücken brauchen Hilfe“ gestartet. Mit den Spenden will die UMG ein innovatives 3D-Röntgensystem anschaffen, das besonders gut für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen geeignet ist. Es kostet 560.000 Euro. Für das Gerät gibt es bereits eine erste private Großspende in Höhe von 50.000 Euro.

Über 1.000 Kinder mit schweren Fehlbildungen der Wirbelsäule werden jährlich in der UMG behandelt. Mit ihrem Operativen Kinderzentrum (OPKIZ) zählt die UMG bundesweit zu den führenden Kliniken für komplexe Wirbelsäulenoperationen bei Kindern mit schweren Fehlbildungen „von Stralsund bis zum Starnberger See“, wie Prof. Dr. Anna Hell, Leiterin des Schwerpunktbereichs Kinderorthopädie im OPKIZ, sagt. Das OPKIZ besitzt die Expertise für solch aufwendige Behandlungen, die den betroffenen Kindern oft sogar das Leben retten. Der Grund: Schwere Wirbelsäulenverkrümmungen sind mehr als ein „schiefer Rücken“. Manche der betroffenen Kinder können sich kaum ohne fremde Hilfe und nur unter Schmerzen aufrecht halten. „Eine schwere Verkrümmung der Wirbelsäule behindert die Organe, wenn sie wachsen. Es kann dabei zu schweren Atemproblemen kommen, Lunge und Herz können sich nicht richtig entfalten. Operationen und die dazu gehörigen Röntgenuntersuchungen sind wichtig, um die Lebensqualität und Lebensdauer der Kinder zu verbessern“, so Prof. Anna Hell.

Viele dieser Kinder und Jugendliche müssen ab Geburt oft zweimal pro Jahr operiert und dafür auch jedes Mal vor und nach dem Eingriff geröntgt werden. Das hat Folgen für die betroffenen Kinder: Oft haben sie bereits mit dem Eintritt in die Pubertät eine massive Dosis an Röntgenstrahlung erhalten und damit ein erhöhtes Risiko, eine bösartige Erkrankung zu entwickeln.

„Kinder sind keine Erwachsene. Sie befinden sich im Wachstum und haben einen empfindlichen Organismus. Kindliche Körperzellen reagieren besonders sensibel auf Strahlung. Deshalb achten wir sehr darauf, dass Wiederholungsuntersuchungen vermieden werden“, sagt Katrin Gebel, Leitende MTRA des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der UMG. Kinder sind zehnmal strahlungsempfindlicher als Erwachsene. Dadurch steigt bei ihnen das Risiko strahlungsbedingter Langzeitschäden. Zudem werden Kinder in der Regel mit Röntgengeräten untersucht, die eigentlich für Erwachsene gedacht und angelegt sind. „Wir brauchen bei diesen Untersuchungen eine besondere Empathie für die Kinder und müssen uns absolut auf die Qualität der Technik verlassen können“, so Gebel.

DIE PATIENTENGESCHICHTE VON JOHANNA

Bei Johanna (11 Jahre alt) wurde bereits vor ihrer Geburt im Jahr 2006 eine Fehlbildung der Wirbelsäule diagnostiziert. „Das war ein großer Schreck“, sagt Jeannine H., die Mutter von Johanna. „Wir haben wegen der Fehlbildung am Rücken keine Bilder von Johanna als Kleinkind. Wir wollten ihr diesen Anblick ersparen.“ Bei Johanna war eine erste Röntgenuntersuchung im Alter von 15 Monaten möglich. Im August 2008 kam sie an die UMG zur Behandlung bei Prof. Dr. Anna Hell. „Bei Frau Hell war es gleich der erste Moment, der gepasst hat. Es war wie Liebe auf den ersten Blick“, so Jeannine H. Prof. Hell empfahl eine mitwachsende Skoliose-Therapie durch Metallstäbe im Rücken. Durch einen operativen Eingriff wurden zwei Metallstäbe eingesetzt. Mit jedem Wachstumsschub war es notwendig, die Stäbe mit einer Operation zu verlängern. Bis heute wurde Johanna 20 Mal operiert. Jede OP erforderte zwei Röntgenaufnahmen – vor und gleich nach der Operation. Die Röntgenaufnahmen sind für Johanna und ihre Eltern sehr belastend, vor allem die Aufnahmen direkt nach der Operation. Johanna sagt dazu: „Da muss man den Schmerz wegdrücken. Und warten, warten, warten, bis es fertig ist.“ Die Familie unterstützt deshalb die Anschaffung eines Röntgengerätes mit deutlich niedrigerer Strahlendosis. „So ein Gerät hätte ich mir für Johanna und alle anderen Kinder auch gewünscht“, so Johannas Mutter Jeannine. Heute ist Johanna ein ganz normales Kind. „Sie reitet, treibt Sport, springt Trampolin. Wir schauen schon gar nicht mehr hin“, sagt Vater Karsten H.

DAS NEUE STRAHLUNGSARME 3D-RÖNTGENGERÄT: VORTEILE FÜR KINDER

Das neueste 3D-Röntgensystem mit Niedrig-Strahlendosis kann die Strahlenbelastung erheblich um bis zu 90 Prozent verringern. Es ist nur eine Aufnahme notwendig, um ein lebensgroßes Ganzkörperbild des Skeletts zu erhalten, und es liefert eine hochwertigere und detailreichere Aussagekraft bei der Bildqualität. Ein weiteres, innovatives Merkmal des Gerätes: Das 3D-Röntgengerät ist wie eine Art „Duschkabine“ konstruiert, in die ein Kind, das nicht selbstständig stehen kann, wie in einem Fallschirmkorsett „eingehängt“ wird. So kann das Kind in einer sehr kurzen Aufnahmezeit gleichzeitig von vorne und von der Seite aufgenommen und die Wirbelsäule in natürlicher Position geröngt werden. „Hier hilft modernste Technologie dem Patienten. Denn hinter einem solchen Gerät stehen große Datenbanken, die die Bilder generieren“, sagt Prof. Dr. Joachim Lotz, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der UMG. Aus den Daten, die aus diesen beiden Perspektiven gewonnen werden, errechnet die Software automatisch ein 3D-Bild des Skelettes. Beckenschiefstände und Beinlängenunterschiede sind dadurch klarer zu erkennen. Operationen können so zukünftig noch besser geplant und die kleinen Patienten insgesamt schonender untersuchen werden. Prof. Lotz: „Man muss klar sagen: Eine solche Behandlung in dieser Zusammenarbeit der Disziplinen ist nur an einem Universitätsklinikum möglich.“

DIE VORTEILE DES STRAHLUNGSARMEN 3D-RÖNTGENGERÄTES
• Bis zu 90 Prozent weniger Strahlung pro Aufnahme
• Ganzkörper-Scan in nur 10 bis 20 Sekunden, dadurch deutlich weniger Stress für die Kinder
• Aufnahmen im Stehen unter natürlicher Belastung, dadurch genauere Bilder für Diagnose
• Genaueste 3D-Darstellung verbessert die Planung der Behandlung

SPENDENAUFRUF FÜR AKTION „KLEINE RÜCKEN BRAUCHEN HILFE“

Die UMG will ein innovatives 3D-Röntgensystem zügig anschaffen, da es aufgrund der geringeren Strahlenbelastung besonders gut für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen geeignet ist. Das Gerät soll auch von anderen Partnern in der UMG genutzt werden: Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin will das 3D Röntgengerät in der Diagnostik von Erkrankungen der kindlichen Multiple Sklerose und bei onkologische Erkrankungen bei Kindern ebenso nutzen wie der Schwerpunkt Kinderneurochirurgie der Klinik für Neurochirurgie. Dr. Martin Siess, Vorstand Krankenversorgung, sagt: „Die Regelversorgung der UMG ist zwar durch die Krankenkassen und das Land sichergestellt. Allerdings stehen Mittel für innovative Medizingeräte, wie so ein 3D-Röntgengerät mit Niedrig-Strahlendosis, nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Die UMG übernimmt die Kosten für die Installation des Gerätes, den Umbau des Raumes, das Personal und die Betriebskosten.“

Das neue Gerät kostet 560.000 Euro. Damit dieses Gerät bald eingesetzt werden kann, ruft Dr. Siess dazu auf: „Bitte unterstützen Sie die Spendenaktion ‚Kleine Rücken brauchen Hilfe‘! Helfen Sie mit, diese schonende, kinderfreundliche Röntgentechnologie in der UMG Wirklichkeit werden zu lassen!“

SPENDENKONTO „KLEINE RÜCKEN BRAUCHEN HILFE“
Universitätsmedizin Göttingen
IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20
Kennwort: Kleine Rücken
Mehr Informationen zur Spendenaktion unter:
http://www.med.uni-goettingen.de/de/content/service/26306.html

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