Samstag, 21. April 2018


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Hirntumore bei Kindern noch besser erforschen

Göttingen, (lifePR) - Verein "Menschen für Kinder e.V." spendet 46.000 Euro für Forschungsprojekt der Kinderonkologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG - dazu noch ein Wagen voller Geschenke für die Kinder.

In Deutschland erkranken jährlich 550 Kinder und Jugendliche an einem Hirntumor. Damit gehören diese Erkrankungen nach Leukämien zu den zweithäufigsten Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen überhaupt. Hirntumore bei Kindern haben sehr unterschiedliche Symptome.

Der Verein "Menschen für Kinder e.V." unterstützt die Forschungsarbeit auf diesem Gebiet in der Kinderonkologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) seit einigen Jahren. 46.000 Euro hat der mittelhessische Verein in diesem Jahr an Prof. Dr. Christof Kramm, den Leiter der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG (Direktorin: Prof. Dr. Jutta Gärtner), als Spende übergeben. Es war das fünfte Mal, dass die Verantwortlichen des Vereins die Kinderonkologie der UMG bedacht haben.

Zugute kommt die Spendensumme einem Forschungsprojekt zum Thema "Ponsgliom und Glioblastom im Kindes- und Jugendalter - Neue Forschungsansätze und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zu immer noch (fast) unheilbaren Kinderkrebserkrankungen".

Zusätzlich zur Geldspende haben Dieter Greilich, Jens Hebstreit und Wolfgang Grommet, Vorstandsmitglieder des Vereins "Menschen für Kinder e.V.", einen großen Handwagen voll mit weiteren Geschenken mitgebracht. Dazu einen großen grünen Traktor mit Baggerschaufel. Die Geschenke verteilten die Spender an die Kinder auf der Kinderkrebsstation 4031 des Universitätsklinikums in Göttingen.

"Das Spendengeld ist durch verschiedene Aktionen in diesem Jahr zusammengekommen. Hauptaktion ist unsere jährliche Fahrradtour mit 500 Teilnehmern. Die Anmeldegebühr, das "Sattelgeld", wird als Spende weitergegeben. Dazu bekommen wir bei den Stopps in einzelnen Städten von ortsansässigen Firmen weitere Spenden. Insgesamt haben wir in diesem Jahr rund 235.000 Euro gesammelt, so viel hatten wir noch nie", sagt Jens Hebstreit, 1. Kassenwart des Vereins. Dieter Greilich, 1. Vorsitzender "Menschen für Kinder e.V.", sagt: "Wir haben alle Einnahmen geteilt und an Kliniken in Berlin, Leipzig, und Göttingen gespendet. In der Kinderonkologie der Uniklinik Göttingen sorgen wir mit unserer Spende dafür, dass das Forschungsvorhaben von Professor Kramm und seinem Team weitergehen kann", so Greilich. Der mittelhessische Verein mit Sitz in Solms an der Lahn unterstützt seit über 25 Jahren die Belange von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen im gesamten Bundesgebiet. In diesem Jahr konnten insgesamt über 350.000 Euro an Spendengeldern verteilt werden. Die Spende von 46.000 Euro geht an das Forschungsvorhaben in der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG. Diese Summe ist die höchste Spende, die an ein Einzelprojekt vergeben wurde. Weitere Infos: www.menschen-fuer-kinder.de

DAS FORSCHUNGSPROJEKT
Besonders Kinder mit einem Hirnstammtumor, dem sogenannten Ponsgliom, sterben leider noch immer fast alle innerhalb von zwei Jahren nach Diagnosestellung an ihrer Tumorerkrankung. Jahrzehntelange Bemühungen in der Forschung haben bislang noch zu keinem entscheidenden Durchbruch geführt. Seit kurzem gibt es jedoch Hoffnung: Bei diesen bisher unheilbaren Hirntumoren konnte eine fast einzigartige genetische Veränderung in Genregulationsbereichen ("Histon-Mutationen") nachgewiesen werden. Diese Histon-Mutationen können zu weitreichenden Veränderungen in den Tumorzellen auf der Ebene der Genregulation führen und damit den besonders aggressiven Tumortyp bedingen.

"In dem Forschungsvorhaben wollen wir eine spezifische Therapiekombinationsstrategie weiterentwickeln, die an verschiedenen genregulatorischen Veränderungen durch die besagte Histon-Mutationen angreift", sagt Prof. Dr. Christof Kramm, Leiter der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinderund Jugendmedizin der UMG. "Dabei handelt es sich um die Weiterführung der Forschungsvorhaben, die Menschen für Kinder e. V. schon in den letzten Jahren großzügig unterstützt hat. Wir glauben, dass wir jetzt verschiedene Medikamente an der Hand haben, die in der geeigneten Kombination die besondere Aggressivität dieser kindlichen Hirntumoren zumindest im Labor deutlich vermindern kann. Ob sich das so auch in weiterführenden Experimenten bestätigt und sich durch weitere Therapiekombinationen noch verbessern lässt, ist Gegenstand des geförderten Projektes. Über allem steht die Hoffnung, dass solche Therapiestrategien den Weg aus dem Labor in die Klinik finden und bei den Kindern mit Ponsgliomen zur Heilung dieser bisher unheilbaren Tumorerkrankung beitragen können."

Ein Teil der Unterstützung soll auch dafür verwendet werden, eine spezifische Webseite vor allem für Eltern von Kindern mit Ponsgliom einzurichten. Ein ausführliches entsprechendes deutschsprachiges Informationsangebot besteht leider noch nicht. Die Webseite soll aber auch das öffentliche Bewusstsein dafür verbessern, dass es trotz aller Fortschritte der modernen Medizin bei Kindern immer noch unheilbare Krebserkrankungen wie das Ponsgliom gibt, die eine besondere Forschungsunterstützung benötigen.

Der Großteil der Spenden wird für Personalkosten eingesetzt, um die Verstetigung der Forschungsaktivitäten möglich zu machen. "Die Spendengelder machen unser Forschungsprojekt konkurrenzfähig, um weitere Fördermittel von Wissenschaftseinrichtungen wie die Deutsche Fördergemeinschaft (DFG) beantragen zu können", sagt Prof. Kramm. "Ohne die Unterstützung durch den Verein "Menschen für Kinder" können solche Projekte nicht erfolgreich auf den Weg gebracht werden." Kramm weiter: "Onkologische Forschung in der Pädiatrie der UMG profitiert auch sehr bei der Erforschung seltener Tumorarten durch die gut vernetzte interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen onkologischen Kliniken."

Prof. Christof Kramm und Dr. Maria Wiese, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Experimentelle Pädiatrische Neuroonkologie der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der UMG, koordinieren das Forschungsprojekt.

 

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