UKL erweitert Knochenmark-Transplantationsprogramm bei Kleinkindern

Neue Therapie ergänzt Spektrum der Leipziger Transplantationsmedizin

(lifePR) ( Leipzig, )
Bisher konnten in Leipzig lediglich Kinder ab 6 Jahren transplantiert werden. Im letzten Jahr wurde am UKL das Angebot auch auf Kleinkinder erweitert. Möglich wurde dies durch eine intensive Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie und der Abteilung Hämatologie und Onkologie um Prof. Dietger Niederwieser. Nun können auch die kleinsten Patienten, die eine Stammzelltransplantation benötigen, vor Ort in Leipzig versorgt werden.

"Krebskranken Kindern aller Altersgruppen von 0 bis 18 Jahren stehen so künftig alle Behandlungen in einem Klinikum zur Verfügung", erklärt Prof. Holger Christiansen, Leiter der Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Hämostaseologie am UKL. Bisher wurden in Leipzig Stammzelltransplantationen bei größeren Kindern in einer engen Zusammenarbeit zwischen den beiden Abteilungen vorgenommen.

Viele kleine Leukämiepatienten mußten aber in andere Städte reisen, um die rettende Therapie zu erhalten.

Die ersten Transplantationen stellten das Leipziger Onkologie-Team gleich vor große Herausforderungen: "Wir haben in diesem Jahr fünf sehr komplizierte Fälle erlebt", sagt Prof. Christiansen. Dennoch haben alle Patienten die Therapie sehr gut vertragen, wenn auch nicht immer eine vollständige Heilung möglich war. Die fünfjährige Lilly war die erste Transplantationspatientin in diesem Jahr am UKL. Die kleine Leipzigerin kam mit einem kompletten Knochenmarksversagen ins Uniklinikum, eine Transplantation war die einzige Chance für das schwerkranke Mädchen. "Trotz internationaler Suche wurde kein komplett passender Spender gefunden", beschreibt Christiansen.

"Wir konnten aber nicht länger warten, und haben deshalb eine sogenannte mismatch- Transplantation vorgenommen, bei der Spender und Empfänger nicht vollständig kompatibel waren" ergänzt Niederwieser. In diesem Fall mussten die Ärzte die heftigeren Reaktionen des Spenderknochenmarkes gegen den Wirt bekämpfen. Dies konnte aber auf Grund der vorhandenen Erfahrung an älteren Kindern und Erwachsenen problemlos gemeistert werden.

Heute ist Lilly bereits wieder Zuhause und kommt nur noch zu Nachsorgeuntersuchungen ins Klinikum. "Eine andere sehr junge Patientin hatte einen Rückfall nach zwei Transplantationen und wurde ein drittes Mal von einem unverwandten Spender erfolgreich transplantiert", erzählt Niederwieser. Kurz vor Weihnachten wurde auch der jüngste Leipziger Transplantationspatient, der vier Monate alte Luca Erik, nach Hause entlassen. Während der zurückliegenden Wochen auf der Kinderonkologie waren seine Eltern immer bei ihm. "Auch deshalb war es uns wichtig, hier in Leipzig zu transplantieren", begründet Prof. Christiansen. "Für die Eltern und Familien unserer kleinen Krebspatienten ist diese Nähe eine große Erleichterung."

Möglich wurde dies nur dank der engen interdisziplinären Zusammenarbeit der Kinderonkologen mit den Kollegen der Erwachsenenhämatologie, so Kinderonkologe Christiansen. Die UKL-Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie mit der José Carreras Transplantationseinheit und Erfahrungen an fast 3000 Stammzelltransplantationen inklusive Nabelschnurtransplantationen ist eine der größten Europas.

Künftig rechnet Christiansen mit fünf bis sieben Knochenmarktransplantationen bei Kindern, die am UKL jährlich durchgeführt werden können. In der Kinderonkologie stehen dafür zwei Transplantationszimmer mit speziellen sterilen Bedingungen zur Verfügung. "Die räumlichen Voraussetzungen für diese Therapie wurden bereits mit dem Bau des Frauen- und Kinderzentrums geschaffen", betont Prof. Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des UKL. "Mit dem erfolgreichen Start des Transplantationsprogramms vervollständigen wir jetzt nicht nur unser Spektrum der Transplantationsmedizin, sondern schließen auch eine Versorgungslücke in Leipzig und Westsachsen."
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