Wenn Athleten psychische Hilfe brauchen

Ex-Schwimmweltmeisterin Petra Dallmann leitet sportpsychiatrische Sprechstunde für Leistungssportler am Universitätsklinikum Heidelberg

(lifePR) ( Heidelberg, )
Leistungssportler sind höchsten körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Essstörungen können die Folge sein. Das Universitätsklinikum Heidelberg bietet jetzt eine sportpsychiatrische-psychotherapeutische Beratung für Athleten an, geleitet von Petra Dallmann, lange Jahre Mitglied der Deutschen Schwimm-Nationalmannschaft. Die Assistenzärztin in der Weiterbildung zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie (Ärztliche Direktorin: Prof. Dr. Sabine C. Herpertz) kennt den Leistungs- und Erwartungsdruck, der auf Hochleistungssportlern lastet, aus ihrer eigenen Karriere. Zu ihren größten sportlichen Erfolgen gehören der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Sommerspielen von Athen 2004, der Weltmeisterschaft 2001 in Japan sowie mehrerer Europameisterschaften.

Für Petra Dallmann ist ein spezifisches Angebot, das den Bedürfnissen der Leistungssportler gerecht wird, dringend erforderlich. "Athleten beginnen schon in Kindheit und Jugend, in einer für die Entwicklung prägenden Zeit, mit Leistungssport", erklärt die Medizinerin. "Die Sportler stehen unter dem ständigen Druck, dem Idealbild eines Athleten zu entsprechen und müssen Kraft, Gesundheit und Leistungsfähigkeit widerspiegeln." Die Möglichkeit, sich bei auftretenden Problemen an jemanden wenden zu können, der sich auch in der Welt des Leistungssports auskennt, betrachtet die Ex-Weltklasseschwimmerin "als wichtig und hilfreich."

Auch anonyme Kontaktaufnahme möglich

Das Beratungsangebot der sportpsychiatrischen Sprechstunde richtet sich an Leistungssportler sowie an deren privates und professionelles Umfeld. Auch Athleten, die ihre sportliche Karriere bereits beendet haben, können sich an Petra Dallmann wenden. Die Sprechstunde deckt sämtliche psychischen Erkrankungen ab, beispielsweise Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Abhängigkeiten und Essstörungen. Der Erstkontakt erfolgt - wenn gewünscht auch anonym - telefonisch oder über E-Mail. Petra Dallmann erklärt: "Wir möchten die Hemmschwelle für die Athleten und ihre Trainer, Betreuer oder Familien möglichst senken und ihnen die Kontaktaufnahme so einfach wie möglich machen." Nach der telefonischen Beratung entscheiden Petra Dallmann und der oberärztliche Leiter Dr. Philipp Thomann, welche weiteren Diagnose- und Therapieschritte einzuleiten sind. Auch Überweisungen in andere kooperierende Fachgebiete wie z.B. die Sportmedizin sind möglich. Eine persönliche Vorstellung in der Ambulanz kann ebenfalls erfolgen.

Essstörungen bei ästhetischen Sportarten besonders hoch

Forschungsarbeiten zum Thema psychische Erkrankungen im Leistungssport gibt es nur wenige. "Für ästhetische Sportarten wie Turnen und Gymnastik, Skispringen und Sportarten, in denen es Gewichtsklassen gibt, ist das Vorkommen von Essstörungen besonders hoch", weiß die Medizinerin. Experten vermuten, dass depressive Erkrankungen und Angststörungen bei Leistungssportlern ähnlich häufig vorkommen wie in der Allgemeinbevölkerung.

Die Sprechstunde wird von Privatdozent Dr. Philipp Thomann, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik, supervidiert. Genau wie Petra Dallmann ist er Mitglied im Referat für Sportpsychiatrie und -psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Das Referat wurde 2010 nach dem Suizid von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke gegründet und beschäftigt sich mit dem Thema "Gesundheit/Krankheit" im Leistungssport.
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