Von der Schwangerschaft bis nach der Geburt umfassend versorgt - 25 Jahre Perinatalzentrum Heidelberg

Interessierte Bevölkerung ist herzlich zum Jubiläums-Symposium am 3. und 4. Februar 2012 der Universitäts-Frauenklinik und -Kinderklinik Heidelberg eingeladen

(lifePR) ( Heidelberg, )
1986 ließ der damalige Ärztliche Direktor Professor Dr. Fred Kubli in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg einen Kreißsaal schließen und in eine Intensivstation für Früh- und Neugeborene umwandeln. Er gründete damit eines der ersten deutschen Perinatalzentren - heute die drittgrößte Einrichtung dieser Art in Deutschland. Vor welchen gemeinsamen Herausforderungen Frauen- und Kinderärzte in einem modernen Perinatalzentrum heute stehen, diskutieren Experten beim Jubiläums-Symposium "25 Jahre Perinatalzentrum Heidelberg" am 3. und 4. Februar 2012. Die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Das Symposium findet am 3. Februar im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik und am 4. Februar im Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Krehlklinik) statt.

Im Heidelberger Perinatalzentrum arbeiten Gynäkologen, Hebammen und speziell ausgebildete Kinderärzte und Pflegepersonal eng zusammen: Dort werden Frauen mit Risikoschwangerschaften umfassend betreut sowie Frühgeborene ab der 23. Schwangerschaftswoche und kranke Neugeborene intensivmedizinisch behandelt. "Die Aufgaben eines Perinatalzentrums reichen von der Pränatalmedizin über die Geburtshilfe bis hin zur optimalen Versorgung extrem unreifer Frühchen und kranker Neugeborener, um ihre Chancen auf eine gesunde Entwicklung zu verbessern", so Professor Dr. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik. Rund 500 Früh- und Neugeborene wurden 2011 im Perinatalzentrum intensivmedizinisch versorgt, circa 100 davon mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit beginnt schon vor der Geburt

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit beginnt schon weit vor der Geburt: Beim sogenannten "Fetalboard" diskutieren Ärzte verschiedener Fachrichtungen auffällige Ergebnisse der Schwangerenvorsorge. Mit am Tisch sitzen neben den Gynäkologen und Neonatologen des Zentrums niedergelassene Frauenärzte, die sich mit den Befunden ihrer Patientinnen an die Experten des Universitätsklinikums wenden können, sowie je nach Bedarf z.B. Kinderchirurgen, Kinderneurochirurgen oder Kinderkardiologen. "Auf diese Weise bleiben die niedergelassenen Kollegen unmittelbar in die Behandlung ihrer Patientinnen eingebunden", so Sohn. Die Patientinnen profitieren von der gesammelten Expertise der Teilnehmer.

Bis zur Geburt werden Frauen mit Risikoschwangerschaften soweit möglich ambulant beraten und interdisziplinär betreut. Besteht die Gefahr einer Frühgeburt oder wurden beim Ungeborenen Erkrankungen festgestellt, nehmen die Neonatologen schon vor der Geburt Kontakt zur Patientin auf: "So lernen wir die Familien kennen, können Fragen zum Kind kompetent beantworten und das weitere Vorgehen erklären", sagt Professor Dr. Johannes Pöschl, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Neonatologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Ziel ist es, eine Frühgeburt medikamentös so lange hinauszuzögern, bis das Kind eine gute Chance hat zu überleben und dies möglichst ohne gesundheitliche Einschränkungen, bzw. bei einer schweren Erkrankung der Mutter einen geeigneten Zeitpunkt für die Geburt zu finden.

Setzen die Wehen ein, stehen an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr ein Team der Geburtshilfe aus Hebammen, Oberarzt und zwei Assistenzärzten sowie ein Anästhesist und nach der Geburt dann auch ein Team von Neonatologen und Intensiv-Pflege bereit. Im Notfall sind spezialisierte Kinderärzte schnell zur Stelle. "Das umfangreiche Behandlungsangebot und die intensive Zusammenarbeit am Klinikum versetzen uns in die Lage, kranke Neugeborene zu jeder Minute optimal zu versorgen", hebt Pöschl hervor. So ist Heidelberg auch eine der wenigen Kliniken in Deutschland, in der Neugeborene eine Akut-Dialyse erhalten können.

Mehr Platz für Frühgeborene und kranke Neugeborene

Zu einer optimalen Versorgung gehört auch, Eltern und Kind so viel Kontakt zueinander zu gewähren wie möglich. Dieser Anspruch ist im Heidelberger Pflegekonzept EFIB® (Entwicklungsfördernde familienzentrierte individuelle Betreuung) umgesetzt: Das in Deutschland einzigartige Konzept fördert eine gesunde Entwicklung des Gehirns bei Frühgeborenen und kranken Neugeborenen durch angenehme Sinnesreize wie sanfte Berührungen, freundliche Ansprache, viel Hautkontakt zu den Eltern sowie Einhaltung von Ruhephasen. Unangenehme Reize wie Schmerzen, Lärm und grelles Licht werden vermieden.

Wenn Anfang 2013 die Frauenklinik zusammen mit der Frühgeborenen-Intensivpflegestation (FIPS) neben der neuen Kinderklinik ihren neuen Standort bezieht, liegen Kreißsaal und FIPS wieder Tür an Tür zur Neonatologie, im Verbindungsbau zwischen Kinder- und Frauenklinik. So entsteht ein europaweit einzigartiges Mutter-Kind-Zentrum. Die zehn Intensivpflegeplätze der FIPS werden dort auf insgesamt drei Zimmer verteilt; in der alten Frauenklinik stand nur ein Raum zur Verfügung. "Durch diese bauliche Entzerrung wird es in den Zimmern ruhiger, das reduziert den Stress für die noch sehr empfindlichen Frühgeborenen", erklärt Pöschl. Zudem stehen in der Abteilung für Neonatologie weitere fünf Intensivpflegeplätze dann in unmittelbarer Nähe zur Frauenklinik in der Kinderklinik zur Verfügung.
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