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Pressemitteilung BoxID: 382448 (Universitätsklinikum Heidelberg)
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Nach der Brustkrebs-OP: Ästhetik beeinflusst Lebensqualität

Fragebogen und Software erfassen ästhetisches Ergebnis der Operation / Beide Messinstrumente unterstützen Vergleich verschiedener Operationsverfahren / Heidelberger Gynäkologe mit Quality of Life-Preis der Lilly Deutschland GmbH ausgezeichnet

(lifePR) (Heidelberg, ) Brustkrebspatientinnen nach erfolgreicher brusterhaltender Operation schätzen ihre Lebensqualität umso höher ein, je zufriedener sie mit dem ästhetischen Ergebnis der Operation sind. Das hat Privatdozent Dr. Jörg Heil, Oberarzt an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, im Rahmen einer Studie mit rund 1.000 Patientinnen belegt. Er zeigte außerdem: Mit Hilfe eines Fragebogens und einer Software lässt sich dieses subjektive Behandlungsergebnis systematisch erfassen. Auf dieser Grundlage könnten in Zukunft verschiedene brusterhaltende Therapiekonzepte in Bezug auf das ästhetische Ergebnis und die damit verknüpfte Lebensqualität der Patientinnen verglichen werden. Dafür ist der Mediziner nun mit dem Quality of Life-Preis des Pharmaunternehmens Lilly Deutschland GmbH ausgezeichnet worden. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis teilt er sich zu gleichen Teilen mit Professor Dr. Silke Schmidt, Universität Greifswald.

Bei Brustkrebs ist heute die brusterhaltende Operation, abhängig von Größe und Lage des Tumors, in Kombination mit Betrahlungen und gegebenenfalls medikamentösen Therapien das Standardverfahren. Dazu gibt es einige gut etablierte Operationsmethoden. "Die Heilungschancen sind bei den verschiedenen brusterhaltenden Verfahren als gleichwertig anzusehen", sagt Privatdozent Dr. Jörg Heil. "Im Interesse der Patientinnen muss daher das ästhetische und funktionelle Ergebnis der unterschiedlichen Methoden als wichtiger Aspekt der Lebensqualität verstärkt beachtet werden."

Neue Messinstrumente aussagekräftig und praktikabel

Bisher fehlten allerdings geeignete Messinstrumente, um den schwer zu erfassenden Faktor "Ästhetik" zu beurteilen. Das Team um Dr. Heil wählte einen in den USA entwickelten, einfach auszufüllenden Fragebogen (Breast Cancer Treatment Outcome Scale), übertrug ihn ins Deutsche und überprüfte ihn auf seine Tauglichkeit. Die Patientinnen werden darin gebeten, u.a. Form und Größe der operierten Brust, die Symmetrie beider Brüste sowie Narben zu beurteilen. Darüber hinaus bezieht der Fragebogen auch funktionelle Ergebnisse mit ein: Verursachen die Narben Schmerzen? Können die Patientinnen ihren Arm auf der operierten Seite schmerzfrei bewegen? Zusätzlich setzte das Team eine neue Computer-Software ein, die anhand von Fotos die Symmetrie von gesunder und operierter Brust analysiert. Die Symmetrie ist ein Aspekt, der bei Befragungen einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie zufrieden die Patientinnen mit dem Operationsergebnis sind.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich der Fragebogen gut eignet, das ästhetische und funktionelle Ergebnis der Brustkrebs-OP aus Sicht der Patientin differenziert zu erfassen und standardisiert auszuwerten. Die Software ist ebenso praktikabel, besonders wenn es auf eine objektive Beurteilung ankommt. "Beide Methoden sind aussagekräftig und wichtig für eine sinnvolle Bewertung brusterhaltender Operationsverfahren im Rahmen klinischer Studien", so Heil.

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Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 110.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und 400.000 Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

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