Erste Frau in Deutschland auf einem Lehrstuhl für Gastroenterologie

Die Heidelbergerin Professor Dr. Martina Müller-Schilling tritt am 1. Februar 2012 ihre Professur an der Universität Regensburg an

(lifePR) ( Heidelberg, )
Als erste Frau in Deutschland übernimmt Professor Dr. Martina Müller-Schilling am 1. Februar 2012 einen Lehrstuhl in Gastroenterologie. Die 48-jährige Spezialistin für Magen-Darm-Erkrankungen und Leitende Oberärztin der Abteilung Gastroenterologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg wurde an die Universität Regensburg berufen und gehört damit zu den bislang wenigen Frauen in Deutschland, denen eine Karriere in der Universitätsmedizin gelungen ist. Ihr wissenschaftlicher und klinischer Schwerpunkt ist die Entstehung und Behandlung von Leberkrebs.

"Ich freue mich, dass ich nun die Möglichkeit habe, eine eigene Klinik und Poliklinik für Innere Medizin an einem renommierten Universitätsklinikum zu führen und meine wissenschaftlichen Ziele weiter zu verfolgen", erklärt Professor Müller-Schilling.

Ihr wissenschaftlicher und klinischer Schwerpunkt ist Leberkrebs

Heidelberg ist sie seit langem verbunden, zunächst als Medizinstudentin, dann in der Weiterbildung zur Gastroenterologin an der Medizinischen Universitätsklinik. Für ihren wissenschaftlichen Weg waren zwei Jahre intensiver Forschungstätigkeit am Deutschen Krebsforschungszentrum entscheidend, wo sie sich unter ihrem Mentor Professor Dr. Peter Krammer intensiv mit wissenschaftlichen Fragen des Zelltods bei Leberkrebs auseinandersetzte, dem Thema ihrer Habilitation. Seitdem ist es ihr gelungen, umfangreiche Drittmittel für die Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten - parallel zu ihrer Kliniktätigkeit - einzuwerben.

Frau Müller-Schilling gehört zudem zu den Heidelberger Pionieren der medizinischen Lehre, die vor mehr als zehn Jahren das wegweisende, praxisbezogene Curriculum HeiCuMed aus Harvard importierten, weiterentwickelten und in Heidelberg umsetzten. Die Betreuung von Nachwuchs im wissenschaftlichen und klinischen Bereich ist ihr ein besonderes Anliegen. Ihre Rolle als Vorbild für Frauen in der Universitätsmedizin hat sie nicht zuletzt mit ihrem Start der Vortragsreihe "Ärztin heute - zwischen OP, Labor und Familie" unter Beweis gestellt, die jungen Frauen Mut zur Karriere in der Universitätsmedizin machen soll.

Förderprogramme für die nächste Generation junger Ärztinnen

"Wir sind stolz darauf, dass Frau Professor Müller-Schilling diesen Ruf bekommen hat", erklärt der Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg, Professor Dr. Claus Bartram. "Leider ist es in ihrer Generation nicht selbstverständlich, dass Frauen ihren Weg bis zur Spitze verfolgen und dann auch erfolgreich sind. Das lag sicher auch daran, dass früher die Rahmenbedingungen für eine Universitätskarriere von Frauen schlechter waren." Mittlerweile bietet die Medizinische Fakultät spezielle Förderprogramme an, die Frauen bei der Habilitation - auch nach einer Familienphase - unterstützen. Gemeinsam mit Universität und Klinikum wurde in den vergangenen Jahren die Kinderbetreuung erheblich ausgebaut.

Davon konnte Frau Müller-Schilling, deren Sohn mittlerweile 14 Jahre alt ist, noch nicht profitieren: hier mussten Lösungen für die Kinderbetreuung in der Familie gefunden werden. Frau Müller-Schilling ermutigt junge Ärztinnen, weder auf Kinder noch auf eine Karriere in der Universitätsmedizin zu verzichten, auch wenn der Weg zur Spitze immer wieder hart und steinig ist.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.