Samstag, 25. Februar 2017


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Rossini Award 2008 für Jürgen Gmehling

(lifePR) (Oldenburg, ) Prof. Dr. Jürgen Gmehling, Hochschullehrer für Technische Chemie an der Universität Oldenburg, ist in der letzten Woche auf der 20. Tagung der International Association of Chemical Thermodynamics (IACT) in Warschau mit dem Rossini Award 2008 geehrt worden. Der Award, den der Oldenburger Chemiker als dritter Deutscher in Anerkennung seiner herausragenden Beiträge erhalten hat, gilt als die international bedeutendste Auszeichnung auf dem Gebiet der chemischen Thermodynamik. Auf der Warschauer Tagung hielt der Wissenschaftler vor ca. 500 TeilnehmerInnen aus 39 Ländern eine Rede zum Thema "Augenblicklicher Stand und Einsatzmöglichkeiten von Gruppenbeitragsmethoden in der Verfahrensentwicklung".

Gmehling begann seine Laufbahn als Chemielaborant, bevor er Chemieingenieurwesen und Chemie studierte. Sein Chemie-Diplom machte er 1970 an der Universität Dortmund, wo er 1973 promovierte. Anschließend arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Privatdozent und außerordentlicher Professor. 1977 bis 1978 verbrachte Gmehling ein Jahr als Gastwissenschaftler am Department of Chemical Engineering an der University of California in Berkeley (USA). 1989 wurde er zum Professor für Technische Chemie an die Universität Oldenburg berufen.

Schwerpunkte von Gmehlings Arbeit sind die Messung, Sammlung und Abschätzung thermophysikalischer Stoffeigenschaften im Hinblick auf die Optimierung von Chemieanlagen. Seit über dreißig Jahren hat er die Fachliteratur systematisch durchforstet, um die so genannte Dortmunder Datenbank aufzubauen, die weltweit größte Faktendatenbank für Reinstoff- und Gemischdaten. Unter Verwendung dieser Daten entwickelte er mit seinen MitarbeiterInnen zuverlässige Modelle zur Abschätzung der zur Optimierung von Chemieanlagen erforderlichen thermodynamischen Gemischdaten. Auf Grund der Bedeutung dieser Modelle für die Praxis wird ihre Weiterentwicklung an der Universität Oldenburg seit mehr als 10 Jahren durch ein Firmenkonsortium mit knapp 50 internationale Chemiefirmen (bisheriger Umfang ca. 2 Mio. Euro) gefördert.

Der Wissenschaftler hat selbst zwei Firmen mit mehr als 30 MitarbeiterInnen in Oldenburg gegründet: die DDBST GmbH und die LTP GmbH, die beide im Bereich der angewandten Forschung auf dem Gebiet des Chemieingenieurwesens arbeiten und Software für die Verfahrensentwicklung entwickeln bzw. experimentelle thermophysikalische Stoffdaten für die Industrie messen. Bereits 1982 erhielt er von der GVC (VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen) den Arnold-Eucken-Preis.

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