Dienstag, 30. Mai 2017


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"Weisheit" und "Gerechtigkeit" - Regententugenden kehren an die Universität zurück

(lifePR) (Leipzig, ) Sie galten lange Zeit als verschollen: Zwei seit der Sprengung des Universitätshauptgebäudes 1968 verloren geglaubte Kunstwerke des berühmten Bildhauers Ernst Rietschel. Jetzt werden sie der Universität Leipzig zurückgegeben. Die Übergabe erfolgt durch die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Eckertz-Höfer an den Rektor der Universität Leipzig Prof. Dr. Häuser am

Zeit: 15.12.2009, 13:30 Uhr
Ort: Eingangshalle des Bundesverwaltungsgerichts
Simsonplatz 1
04107 Leipzig

Zwei verloren geglaubte Skulpturen - die Regententugenden Weisheit und Gerechtigkeit - wurden im Jahr 2002 durch den Denkmalpfleger Dr. Alberto Schwarz im Gipslager des Bundesverwaltungsgerichts in der Harkortstraße aufgefunden. In den Bergungslisten, die anlässlich der Sprengung von Universitätshauptgebäude und Universitätskirche 1968 erstellt wurden, waren zunächst noch alle vier Figuren aufgeführt, dann galten zwei der Figuren ab 1993 als Verlust. Sie wurden versehentlich bei den zum Gebäude gehörenden Reichsgerichts-Gipsmodellen eingelagert. Im Zuge der Rekonstruktion des ehemaligen Reichsgerichts wurden sie zunächst - trotz mancher Zweifel - als Teil der Skulpturenausstattung des Gebäudes angesehen. Daher wurde eine Restaurierung und Aufstellung im Erdgeschossflur des Bundesverwaltungsgerichts veranlasst.

Bei den Skulpturen handelt es sich um zwei der insgesamt vier sogenannten "Regententugenden". Es sind lebensgroße, aus Gips gefertigte Stuckfiguren - Personifikationen der Tugenden Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Milde und Weisheit. Sie wurden 1832 für ein Denkmal für Friedrich August I. (den Gerechten/1750-1827) angefertigt. Sie dienten als Gussmodelle für ein Bronze-Denkmal für den verstorbenen Sächsischen König, aufgestellt 1843 im Innenhof des Zwingers in Dresden. Sowohl das Denkmal als auch das ehemalige Hauptgebäude der Universität, das zu Ehren des Königs den Namen Augusteum erhielt, sollten dem Gedenken an den Wettiner dienen. Die Gipsmodelle der Regententugenden wurden 1836 in der Aula des Augusteums aufgestellt.

Anlässlich des 600jährigen Universitätsjubiläums werden die Skulpturen der Universität zurückgegeben. Nach der Übergabe werden die Kunstwerke einer Restaurierung durch die Diplomrestauratorin Daniela Arnold unterzogen. Nach der Fertigstellung erfolgt die Wiederaufstellung im Neuen Augusteum.

Hintergrund:

Ernst Friedrich August Rietschel (1804-1861) ist einer der bedeutendsten Bildhauer des Spätklassizismus. Als Schüler Christian Daniel Rauchs vermittelte er zwischen der klassizistischen Überlieferung und einer realistischeren, lebensnahen Bildhauerkunst. Ab 1832 war er Professor an der Dresdner Kunstakademie und gemeinsam mit Ernst Hähnel begründete er die Dresdner Bildhauerschule. Für die Universität Leipzig schuf er ebenfalls die Giebelskulpturen am Augusteum ("Die vier Fakultäten") sowie Reliefs und Bildnisbüsten sächsischer Könige, Gelehrter und Staatsmänner für die Innenraumausstattung. Seine bekanntesten Werke sind heute das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar (1857) und das Lessing-Denkmal in Braunschweig (1853).

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