Samstag, 25. Februar 2017


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Hat König David nie existiert?

Die Veranstaltung ist für Studierende, Lehrerinnen und Lehrer sowie alle anderen Interessierten offen

(lifePR) (Saarbrücken, ) Studientag der Fachrichtung Evangelische Theologie Mittwoch, 18. November 2009, 14.15 bis 17 Uhr Campus Saarbrücken, Uni-Aula (Gebäude A3 3).

König David ist nicht nur Bibellesern ein Begriff. Er gilt seit je her als Idealgestalt des Königs, sein Sohn und Nachfolger Salomo als besonders weiser Herrscher. David und Salomo werden zeitlich ins 10. Jahrhundert vor Christus eingeordnet. Ihre Geschichten sind in den Samuel- und Königebüchern des Alten Testaments aufgeschrieben. Zur Geschichte des Königtums in Israel gibt es nun neuere Forschungen, die unter anderem die Frage aufwerfen, ob König David überhaupt existiert hat oder vielleicht nur als eine typische Gestalt anzusehen ist. Beim Studientag der Fachrichtung Evangelische Theologie der Universität des Saarlandes geht es darum, ob diese Forschungen Auswirkungen auf den künftigen Religionsunterricht in den Schulen haben.

Eine weitere derzeit aktuelle Diskussion betrifft den Pentateuch (die fünf Bücher Mose). Nach übereinstimmender Auffassung besteht dieser aus mehreren literarischen Schichten. Traditionellerweise werden sie Jahwist, Elohist, Priesterschrift und Deuteronomium genannt. Vom 19. Jahrhundert bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts galt die These, der Jahwist als älteste Schicht sei zur Zeit Davids bzw. Salomos entstanden, die anderen Schichten dagegen später. Dieser Konsens ist inzwischen zusammengebrochen. Heute gehen manche Forscher davon aus, dass auch der Jahwist zwei bis drei Jahrhunderte später entstanden ist. Das würde bedeuten, dass der Beginn der Literaturgeschichte im Alten Testament sehr viel später angesetzt werden müsste. Dass die Geschichten von Abraham, Isaak, Jakob und Joseph lange Zeit mündlich überliefert wurden, ist unbestritten. Aber wann und warum hat man begonnen sie aufzuschreiben?

Unter Leitung des Saarbrücker Professors für Neues Testament, Wolfgang Kraus, beschäftigen sich zwei ausgewiesene Fachleute mit diesen Problemen und anschließend mit der Frage, ob sich im Religionsunterricht etwas ändern muss und wenn ja, was. Dazu nehmen der Privatdozent für Altes Testament, Dr. Axel Graupner (Bonn) und der Professor für Altes Testament, Dr. Manfred Oeming (Heidelberg) Stellung. Dr. Graupner befasst sich mit der Entstehung der Literatur im Pentateuch. Im Vortrag von Professor Oeming geht es um die Frühgeschichte des Königtums in Israel.

"Der normale Bibelleser interessiert sich vielleicht weniger für Einzelheiten der Datierung. Aber auch für ihn bleiben solche Fragen nicht ohne Konsequenzen. Und für uns Wissenschaftler sind diese Fragen deshalb so wichtig, weil sie uns erlauben zu verstehen, wie sich die Rede von Gott im Alten Testament entwickelt hat", erläutert Professor Kraus. "Und wenn sich hier grundlegende neue Einsichten ergeben sollten, müssen wir auch die Frage diskutieren, ob sich im Religionsunterricht an dieser Stelle etwas ändern muss. Die Erzväter- und Königsgeschichten werden ja im Alten Testament nicht aus geschichtlichem oder dokumentarischem Interesse erzählt, sondern damit die Hörer oder Leser ihre Gegenwart besser verstehen. Das unterscheidet sich stark von dem, warum wir heute Geschichten erzählen" betont der Bibelwissenschaftler. Auffällig ist immerhin, dass es für das Großreich, über das David und Salomo laut Bibel geherrscht haben, kaum archäologische Belege gibt. "Die Frage, ob es David wirklich gegeben hat, ist also nicht ganz unberechtigt. Da aber die Geschichte dieses Königs auch einen wichtigen Teil unserer Kultur ausmacht, ist sie ebenso bedeutsam wie interessant auch für uns heute", meint Professor Kraus.

Die Fachrichtung Evangelische Theologie veranstaltet den Studientag in Zusammenarbeit mit dem Religionspädagogischen Zentrum St. Ingbert, dem Schulreferat Heusweiler, dem Evangelischen Forum Saar e.V., dem Religionslehrerverband Saarland und der Evangelischen Studierendengemeinde Saarbrücken.

Weitere Informationen gibt es im Sekretariat der Fachrichtung Evangelische Theologie .

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