Ignorierte Mehrsprachigkeit

Konferenz in Bielefeld befasst sich mit den Kompetenzen von Studierenden mit Migrationshintergrund

(lifePR) ( Bielefeld, )
Migranten und ihre Kinder sind durch ihre Lebensgeschichte oft mehrsprachig und bringen kulturelle Fähigkeiten mit, die sie von Eingesessenen in Deutschland unterscheiden.

Trotzdem sind sie an Hochschulen und Berufsakademien in Deutschland nur unterdurchschnittlich vertreten und weniger häufig in hochqualifizierten Berufen tätig, wie die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2010 belegt. Auf einer Konferenz am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld geht es am Montag und Dienstag, 6. und 7. Februar, um die speziellen Kompetenzen von Studierenden, die selbst eingewandert oder Kinder von Einwanderern sind. Die Tagung trägt den Titel: "Mehrsprachig in Wissenschaft und Gesellschaft. Interdisziplinäres Symposium zu Mehrsprachigkeit, Bildungsbeteiligung und Potenzialen von Studierenden mit Migrationshintergrund".

Über 90 Psychologen, Bildungssoziologen, Pädagogen und Sprachwissenschaftler diskutieren bei der Konferenz über drei Themenschwerpunkte. Sie beginnen mit der Frage, welche Rolle Mehrsprachigkeit in der globalisierten Gesellschaft spielt und welche Bedeutung sie für Forschung und Lehre hat. In diesem ersten Themenschwerpunkt fasst zum Beispiel Professorin Dr. Ursula Neumann von der Universität Hamburg die bildungspolitische Debatte zu Mehrsprachigkeit zusammen und stellt Perspektiven für Schule und Hochschule vor. Katarina Wagner von der Universität zu Köln geht auf die aktuelle gesellschaftliche Wahrnehmung und das Potenzial von Mehrsprachigkeit in Deutschland ein.

Im zweiten Themenschwerpunkt beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Forschungsergebnissen zu den Möglichkeiten und den tatsächlichen Leistungen von Migranten in Hochschulen, Berufsakademien, Fachakademien und Fachschulen - dem tertiären Bildungsbereich. Im Mittelpunkt stehen dabei soziologische und psychologische Studien. So spricht Professor Dr. Haci-Halil Uslucan von der Universität Duisburg-Essen am ersten Tag der Konferenz über psychologische Bedingungen des Bildungserfolges von Migranten.

Dr. Emre Arslan und Elke Langelahn von der Universität Bielefeld stellen das Projekt "Profilbildung und Mehrsprachigkeit für Studierende mit Migrationshintergrund" vor.

Am zweiten Tag der Konferenz befassen sich die Forscherinnen und Forscher im dritten Themenschwerpunkt damit, wie die Fähigkeit zur Mehrsprachigkeit von Studierenden mit Wissenschaftskommunikation zusammenhängt. So spricht Professorin Dr. Katja Cantone-Altintas von der Universität Duisburg-Essen über die "Bildungschance frühe Mehrsprachigkeit", Professor Dr. Christoph Schroeder von der Universität Potsdam berichtet über die Sprachkompetenz sowie die Schreib- und Lesefähigkeiten mehrsprachiger Gymnasiasten und Studierender mit türkischem Hintergrund und Professorin Dr. Yasemin Karakasoglu von der Universität Bremen hält einen Vortrag über interkulturelle Öffnung zur Unterstützung des Studienerfolgs von Studierenden mit Migrationshintergrund.

Organisiert wird die Tagung von Professorin Dr. Claudia Riemer, Heike Brandl, Elke Langelahn und Dr. Emre Arslan, alle von der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Die Tagung wird von der Volkswagenstiftung gefördert.

Das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) - 1968 als "Keimzelle" der Universität Bielefeld gegründet - fördert herausragende interdisziplinäre und innovative Forschungsprojekte und gilt als Ideengenerator für neue, zukunftsweisende Forschungsthemen. Das ZiF ist eine unabhängige, thematisch ungebundene Forschungseinrichtung und steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Länder und aller Disziplinen offen.

Die Tagung ist nicht öffentlich. Medienvertreter sind jedoch herzlich eingeladen.

Tagungszeiten:
6. Februar, 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr
7. Februar, 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Informationen im Internet: www.uni-bielefeld.de/punktum/tagung2012
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