Wenn der MDK "gesund schreibt"

Patienten können Widerspruch einlegen

(lifePR) ( Leipzig, )
Zunehmend melden sich in der Leipziger Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland gesetzlich Krankenversicherte, die aufgrund eines Gutachtens des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK) von der Krankenkasse "gesundgeschrieben" wurden. Mit einem entsprechenden Schreiben der gesetzlichen Krankenkasse über die Beendigung der Arbeitsunfähigkeit endet dann auch die Krankengeld- bzw. Entgeltfortzahlung. Dabei fühlen sich die Ratsuchenden durch ihre Erkrankung noch nicht arbeitsfähig und sind von ihrem Arzt noch krankgeschrieben.

Für diesen Fall rät Patientenberaterin Ulrike Dzengel sofort Kontakt mit dem behandelnden Arzt aufzunehmen und je nach Empfehlung des Arztes zu reagieren.

Geht der behandelnde Arzt entgegen der Meinung des MDKGutachters von einer weiter bestehenden Arbeitsunfähigkeit aus, so kann er ein Zweitgutachten bei der Krankenkasse seines Patienten beantragen. Dieser Antrag sollte schriftlich und medizinisch begründet eingereicht werden. Außerdem müsste der Arzt weiterhin die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen.

Gleichzeitig muss der Patient bei seiner Krankenkasse Widerspruch gegen die "Gesundschreibung" und die Einstellung der Krankengeldzahlung einlegen. Dabei sollte der Versicherte von seinem Recht auf Akteneinsicht in das MDK-Gutachten Gebrauch machen, damit er seinen Widerspruch ausreichend begründen kann. Erfolgte die Überprüfung des MDK nur nach Aktenlage, also ohne persönliche Begutachtung, sollte der Versicherte in seinem Widerspruch auf das Urteil des Hessischen Landessozialgerichts vom 18.10.2007, Az.: L 8 KR 228/06 hinweisen. Nach diesem Urteil soll bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Zusammenhang mit der Einstellung der Krankengeldzahlung nicht nach bloßer Aktenlage entschieden werden. Dzengel weist allerdings darauf hin, dass es sich bei der richterlichen Entscheidung um die Beurteilung eines Einzelfalles handelt. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Arbeitnehmer unter Schilderung der Umstände schnellstmöglich dem Arbeitgeber ihre Arbeitskraft anbieten. Arbeitslose sollten sich persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden.

Schließt sich der behandelnde Arzt aber der Einschätzung des MDK an und bescheinigt keine Arbeitsunfähigkeit mehr, so liegen übereinstimmende medizinische Auffassungen vor. Dem Patienten bleibt nun nur die Möglichkeit, den Kampf allein aufzunehmen, indem er Widerspruch bei seiner Krankenkasse einlegt. Parallel dazu sollten auch in dieser Situation Arbeitnehmer unter Schilderung der Lage dem Arbeitgeber ihre Arbeitskraft anbieten und Arbeitslose sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden.
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