Dienstag, 21. August 2018


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Achtung Nebenwirkung: Vitamine und Mineralstoffe nicht unbedacht kombinieren

Leipzig, (lifePR) - Ein Viertel der über 65-Jährigen nehmen fünf oder mehr rezeptpflichtige Medikamente am Tag ein und nicht selten kommen noch Vitamine oder Mineralstoffe hinzu. Doch die scheinbar harmlosen Nahrungsergänzungsmittel können unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Eine Tablette gegen den zu hohen Blutzucker, ein paar Tropfen gegen die trockenen Augen, eine Tablette für den Blutdruck und dann noch eine Kapsel gegen das schmerzende Kniegelenk. So ein Mix aus verschiedenen Medikamenten ist gerade bei älteren Patienten keine Seltenheit. "Ab fünf verschiedenen rezeptpflichtigen Medikamenten spricht man von Polymedikation und dann ist besondere Vorsicht geboten", sagt Sophie Kolbe vom Arzneimittelberatungsdienst der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Dresden. Problematisch sei diese Kombination unterschiedlicher Medikamente, weil das Risiko von unerwünschten Wirkungen und Wechselwirkungen dadurch steige. "Und das gilt nicht nur für Medikamente auf Rezept", sagt die Patientenberaterin.

Fast 2.400 Ratsuchende haben Kolbe und ihre Kollegen vom Arzneimittelberatungsdienst im vergangenen Jahr beraten und diese Telefongespräche anschließend anonym ausgewertet. "Daher wissen wir, dass beinahe jeder vierte Anrufer neben den verschriebenen Medikamenten noch zu Nahrungsergänzungsmitteln greift", sagt Kolbe. Bei 23 Prozent der Ratsuchenden landeten Vitamine, Mineralstoffe oder Pflanzenextrakte im Einkaufswagen. "Im Schnitt nehmen die Anrufer insgesamt sieben verschiedene Präparate am Tag ein", sagt Kolbe und je älter die Patienten sind, desto mehr Medikamente werden es.

Das Problem: Vitamine & Co können wie verschreibungspflichtige Medikamente auch unerwünschte Nebeneffekte haben, wenn sie unbedacht kombiniert werden. "Eisen oder Calcium können zum Beispiel die Wirkung von Schilddrüsentabletten verringern", erklärt Kolbe. Und Johanniskraut führt zusammen mit UV-Strahlung möglichweise zu Hautreaktionen und kann sogar die Wirkung der Anti-Baby-Pille herabsetzen. "Es ist darum wichtig, dass sich Patienten auch zu frei verkäuflichen Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln vom Arzt oder Apotheker beraten lassen", sagt die Patientenberaterin.

UPD-Tipp: Notieren Sie sich alle Präparate, die Sie einnehmen - und zwar nicht nur die verschreibungspflichtigen Medikamente. Auch das rezeptfreie Kopfschmerzmittel oder die Vitamintabletten aus der Drogerie gehören dazu. Nehmen Sie diese Liste mit, wenn Sie in die Apotheke gehen und informieren Sie sich zu möglichen Wechselwirkungen.

Unabhängige Patientenberatung Deutschland - UPD gGmbH / Beratungsstelle Leipzig

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät seit 2006 Patientinnen und Patienten in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen - qualitätsgesichert, kostenfrei, neutral und unabhängig. Hierbei handelt sie im gesetzlichen Auftrag nach § 65 b Sozialgesetzbuch V. Ziel ist es, die Patientenorientierung im Gesundheitswesen zu stärken und Problemlagen im Gesundheitssystem aufzuzeigen. Die UPD berichtet daher einmal jährlich über die Erkenntnisse ihrer Beratungsarbeit an den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten. Finanziert wird die UPD durch den Spitzenverband Bund der Krankenkassen, der per Gesetz keinen Einfluss auf den Inhalt oder den Umfang der Beratungstätigkeit nehmen darf. Für die muttersprachliche Beratung in Russisch und Türkisch existiert eine gesonderte Förderung durch den Verband der Privaten Krankenversicherung.

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