Montag, 20. August 2018


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Ausstellung: David Lynch 'Dark Stages'

Düsseldorf, (lifePR) - Schwerpunkt der Ausstellung ‚Dark Stages‘ in der TZR Galerie Kai Brückner sind die Lithographien von David Lynch. Spätestens seit er 2010 eine der weltweit wichtigsten Auszeichnungen für bildende Kunst, der Kaiserring in Gosslar verliehen bekam, ist auch in Deutschland bekannt, dass Lynch nicht nur Filmemacher, sondern auch bildender Künstler ist.

2007 entdeckte Lynch die Druckerei Idem in Paris. In einem Hinterhof der Rue du Montparnasse liegt diese Lithographie Werkstatt, in der zuvor Fernand Mourlot mit Künstlern, wie Picasso, Matisse oder Braque deren Lithographien produzierte. Lynch verliebte sich in diesen Ort und erkannte in der Lithographie eine Technik, die es ihm ermöglichen sollte, seinen künstlerischen Kosmos in vorher nicht gekannter Weise mit neuen Bildern bereichern zu können.

In den Bildern der Ausstellung ‚Dark Stages‘ entwickeln sich bühnenähnliche Räume aus der für seine Grafiken typischen Licht- und Schattenregie. Dort agieren die Figuren, teils mit deutlichen Linien silhouettenartig umfasst, teils in Farbschleiern sich auflösend im Hell/Dunkel des Raumes. Abgründig und verstörend, wie in seinen Filmen entwickelt Lynch Geschichten über Begierde, Angst, Schrecken, Erotik, Liebe, Einsamkeit oder Tod. Die Motive nehmen den Betrachter mit auf ‚unheimliche Expeditionen zu den Nachtseiten menschlicher Existenz‘. Doch die Reisen in Finsternis und Obsessionen sind nicht seine persönlichen Abgründe. Vor allem konfrontiert David Lynch uns mit uns selbst. Seine Werke sind Initiationen. Gewalt ist Teil unserer Wirklichkeit. Sie kann jederzeit auch Teil unseres eigenen Lebens werden. Uns zum Opfer oder – vielleicht noch schockierender – zum Täter machen.

Wie auch in den größeren Leinwand Arbeiten, so bieten die Grafiken von David Lynch so etwas wie einen erzählerischen Kern, einen Anstoß, sich tiefer einzulassen. In seinen Filmen führt der Künstler uns noch ein Stück an der Hand, vor seinen Bildern sind die möglichen Wege vielfältig und nach Durchschreiten der ersten Türe vollkommen unserer Fantasie überlassen.

Lynchs Werdegang begann 1964 mit dem Studium der Malerei an der Pennsylvania Academy of Fine Arts, Philadelphia, USA. Schon seine ersten Bilder dort erzählten düstere Geschichten, in der Erzählung nur angedeutet, in der Stimmungslage deutlich ausgearbeitet. Der Schritt zu ersten Filmen wuchs aus der Idee, seinen gemalten Szenen Bewegung und Töne hinzu zu fügen. Auch noch die bekanntesten Lynch Filme neuere Zeit zeichnen sich durch diese Offenheit in der Story und eine beklemmend düstere Grundstimmung aus. Lynch erhielt den Kaiserring eben für diese einzigartige Verknüpfung malerischer mit filmischer Gestalt. 

TZR Galerie Kai Brückner

Kai Brückner studierte Kunstgeschichte an der Ruhruniversität Bochum mit einer Abschlussarbeit zur Fotografie der 70er Jahre bei Herbert Molderings. Ab 1994 arbeitete er als Wissenschaftler an der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang Essen bei Ute Eskildsen. 1997 gründete er in Bochum die TZR Galerie. Von Beginn an war die zeitgenössische Fotokunst fester Bestandteil des Galerie Programms. Seit 4 Jahren bearbeitet er dort dezidiert verschiedene Positionen der Kunst der 60er und 70er Jahre, etwa mit Ausstellungen zu den Wiener Aktivisten, Franz West oder Johannes Brus, der inzwischen fest zum Künstlerportfolio der TZR Galerie gehört.

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