Montag, 18. Dezember 2017


Fairtrade wächst um 27 Prozent

Verbraucherinnen und Verbraucher setzen auf ethischen Konsum

Köln, (lifePR) - Der Wachstumstrend der Fairtrade-Produktpalette hält ungebrochen an. Bei der Bundespressekonferenz in Bonn stellte der gemeinnützige Verein TransFair die aktuellen Zahlen für das Jahr 2010 vor. In Deutschland kauften Verbraucherinnen und Verbraucher Fairtrade-gesiegelte Produkte im geschätzten Wert von rund 340 Millionen Euro. Dies bedeutet ein Wachstum von 27 Prozent. "Mit ihrem Kaufverhalten können sich Menschen in Deutschland aktiv für bessere Lebens- und Umweltbedingungen in den Ländern des Südens einsetzen", sagte TransFair-Vorstand Heinz Fuchs. Auch Handel und Hersteller setzen sich immer stärker mit sozialer Unternehmensverantwortung auseinander. In Deutschland bieten mehr als 180 Lizenznehmer in über 30.000 Supermärkten, Bioläden und Weltläden sowie rund 18.000 gastronomische Einrichtungen Fairtrade-Produkte an.

"Seit Jahren arbeiten wir kontinuierlich daran, neue Partner zu gewinnen und das Siegel und die Fairtrade-Idee in den Regalen und für die Verbraucher sichtbar zu machen. Mit Erfolg: Nach der neusten Verbraucherumfrage kennen bereits 77 Prozent der Befragten das Fairtrade-Siegel und 93 Prozent halten es für vertrauenswürdig", sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath bei der Bundespressekonferenz in Bonn. Fairtrade-Kaffee legte 2010 um rund 26 Prozent zu. Der Absatz der braunen Bohnen stieg auf über 7.200 Tonnen. Die stärksten Zuwächse verzeichnete der Außer-Haus-Markt mit einem Plus von 49 Prozent. Fairtrade ist ein glaubwürdiges Mittel, um soziale Verantwortung zu demonstrieren. Neben Kaffee sind besonders Fairtrade-Rosen im Handel gefragt: Ihr Absatz wuchs gegenüber 2009 um zehn Prozent. Mit gut 72 Millionen Stielen umfasst ihr Marktanteil rund 2,4 Prozent. Die Nachfrage nach Fairtrade-Fruchtsäften stieg um 18 Prozent auf knapp sieben Millionen Liter. Zusätzlich stieg der Absatz von Limonaden und Eistees mit Fairtrade-Bestandteilen auf rund 283.000 Liter. 2,6 Millionen Einzelstücke aus Fairtrade-Textilien wurden 2010 verkauft, ein Plus von 29 Prozent. Auch Wein aus Fairem Handel wurde verstärkt nachgefragt: Über eine Million Liter wurden im letzten Jahr abgesetzt, das entspricht einem Zuwachs von 61 Prozent.

Mit Fairtrade gegen den Klimawandel

Obwohl die Länder der sogenannten Dritten Welt kaum zum Klimawandel beigetragen haben, sind die Auswirkungen gerade dort besonders stark. Die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen der dortigen Bevölkerung werden durch sich häufende Naturkatastrophen und extreme Klimabedingungen noch prekärer. Den wenigsten Verbraucherinnen und Verbrauchern ist bewusst, welchen Einfluss die Wahl ihrer Produkte auf diese Entwicklung hat. Das neue Serviceangebot der Zertifizierungsgesellschaft FLO-Cert GmbH setzt hier an: "Mit Hilfe der neuen Klimawandel-Serviceleistungen möchten wir den Kleinbauernfamilien helfen, die international zur Verfügung stehenden Kompensations- und Finanzierungsinstrumente zur Bekämpfung des Klimawandels zu nutzen, und dabei gleichzeitig Händlern und Verkäufern im Fairtrade-System die Gelegenheit geben, ihre CO2-Emissionen innerhalb des Fairtrade-Systems zu kompensieren", sagte Rüdiger Meyer, Geschäftsführer der FLO-Cert GmbH.

Kaffee-Standards auf Bedürfnisse der Produzenten angepasst

Kaffee ist traditionell das wichtigste Fairtrade-Produkt. Er wird von über 444.000 Bäuerinnen und Bauern auf drei Kontinenten angebaut. 2011 sind die Preise für Arabica-Kaffee auf ein 14-Jahreshoch gestiegen. Gründe dafür sind Finanzspekulationen, geringere Erntemengen wegen veränderter Wetterbedingungen und mangelnder Investitionen in Anbauflächen bei gleichzeitig steigender Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Kaffeebohnen. "Was die Produzenten vor Ort jetzt besonders brauchen, ist Know-How", davon ist Dieter Overath überzeugt, "nur so kommen die hohen Preise auch wirklich bei ihnen an. Wir müssen sie darin fördern, selbständig und nachhaltig mit den Risiken und Ansprüchen des Marktes umgehen zu können." Die aktuell überarbeiteten Standards von Fairtrade International (FLO) gehen im Kaffee-Aktionsplan auf diese neue Situation ein. Neben der Anhebung des Mindestpreises als Sicherheitsnetz für Preiseinbrüche und der erhöhten Fairtrade-Prämie sind verstärkt Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vorgesehen.

Fairtrade im neuen Gewand

TransFair präsentiert das Fairtrade-Siegel in leicht variierter, filigranerer Form. "Wir wollen Fairtrade weltweit als Marke etablieren und einen eindeutigen Wiedererkennungswert fördern", erklärte Dieter Overath "TransFair und die weltweiten Siegel-Initiativen präsentieren sich international einheitlich. Wir ziehen inhaltlich am selben Strang und demonstrieren dies nun auch eindeutig durch unseren Außenauftritt."

Fairtrade als Instrument der Millenniums-Entwicklungs-Ziele

Die Fairtrade-Standards verbessern nachhaltig die Arbeits- und Lebenssituation der Produzentinnen und Produzenten in den Entwicklungsländern und leisten so einen unmittelbaren Beitrag zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungs-Ziele. Um auch in den Konsumentenländern das Bewusstsein für gerechten Handel zu steigern, ruft TransFair seit jeher durch Aktionen und Events zum Mitmachen und Umdenken auf. Die Kampagne "Fairtrade-Towns" setzt auf zivilgesellschaftliches Engagement und fördert die Millenniums-Entwicklungs-Ziele und den Fairen Handel auf kommunaler Ebene. Bundesweit wurde ein regelrechter "Run" auf den Titel ausgelöst: 38 Kommunen haben die Kriterien zur "Fairtrade-Stadt" bereits erfüllt, mehr als 100 arbeiten an deren Umsetzung. Für ihren Erfolg und ihr innovatives Konzept wurde die Kampagne durch die Initiative "Land der Ideen" und vom Rat für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

Fairtrade aktiv - Highlights 2011

Bis zum 29. Mai steht TransFair ganz unter dem Motto "Wach auf mit Fairtrade". Bei der Aktion "Fairtrade-Frühstück" sind bis dahin alle Spät- und Frühaufsteher eingeladen, Frühstücke mit Fairtrade-Produkten zu organisieren und auf der Internetseite von TransFair anzumelden. Mitmachen kann jeder, egal ob privat oder öffentlich, ob Unternehmen, Cafés, Schulen, oder Familien.

Im Rahmen der Fairen Woche, die vom 16. bis 30. September stattfindet, wird zum zweiten Mal die Kaffee.Pause.Fair. ausgerufen. An diesem Tag, dem 30. September, gilt es den Weltrekord im fairen Kaffee-Trinken zurück zu erobern.

GoodWeave

Die seit Jahren zu beobachtende Tendenz, dass weniger Importeure mehr und hochwertigere Ware anbieten, zeigt sich auch beim Teppich-Siegel GoodWeave. Durch mehr Direktimporte verliert der Zwischenhandel weiter an Bedeutung. Ein Jahr nach Einführung des neuen Siegels erzielten GoodWeave-Teppiche in Deutschland 2010 einen geschätzten Umsatz von rund 18,5 Millionen Euro, dies entspricht einer Steigerung von acht Prozent.

Ökotest empfiehlt Fairtrade-Rosen

Wer Rosen zum Muttertag verschenken möchte, sollte auf das Fairtrade-Siegel achten, das empfiehlt das Verbrauchermagazin Öko-Test. 22 Rosensträuße wurden auf diverse Pestizide untersucht. Drei der vier besten Sträuße im Test stammen von Fairtrade-zertifizierten Blumenfarmen. Die Blumenindustrie stellt in den afrikanischen Exportländern einen wichtiger Wirtschafts- und Zukunftsfaktor dar, es sei daher entscheidend "bessere" Blumen aus Afrika zu kaufen. Fairtrade-Rosen seien hier eine empfehlenswerte Alternative, so das Magazin.

TransFair Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern durch die Vergabe des Fairtrade-Siegels für fair gehandelte Produkte zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International (FLO), in dem Initiativen aus 27 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Unter Beteiligung aller Stakeholder setzt FLO die international gültigen Fairtrade-Standards fest. Zusätzlich unterstützt und berät der FLO e.V. die Produzentengruppen durch lokale Berater. Alle beteiligten Akteure werden regelmäßig von FLO-CERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft mit Sitz in Bonn arbeitet mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 65 (DIN EN 45011). Unabhängige Inspektoren kontrollieren weltweit über 1.000 Händler und fast ebenso viele Produzentengruppen. Mit den Überprüfungen wird gewährleistet, dass die Fairtrade-Standards eingehalten werden, die Mehreinnahmen den Produzentenorganisationen in den Entwicklungsländern zufließen und dort selbstbestimmt und nachhaltig eingesetzt werden.

Mehr Informationen unter www.fairtrade-deutschland.de

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