Donnerstag, 22. Februar 2018


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Das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau

Die UNESCO hat den Bliesgau als neues deutsches Biosphärenreservat anerkannt

Saarbrücken, (lifePR) - Dies ist ein Ergebnis des Internationalen Koordinationsrates des UNESCO-Programms "Der Mensch und die Biosphäre". Das UNESCO-Gremium würdigte im Fall von beiden Gebieten vor allem, dass die Bevölkerung intensiv in die Ausweisung der Biosphärenreservate einbezogen wurde. Weltweit hatten sich 36 Gebiete um den UNESCO-Titel beworben, der Beratungsprozess ist noch nicht für alle Gebiete abgeschlossen.
Das Biosphärenreservat Bliesgau liegt im Südosten des Saarlands, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und zu Frankreich. Die leicht hügelige Landschaft des Bliesgaus nutzt der Mensch seit Jahrtausenden. Sie ist geprägt durch wertvolle Streuobstbestände, verschiedene artenreiche Wiesen, ausgedehnte Buchenwälder und eine Auenlandschaft, die durch das Flüsschen Blies durchzogen wird. Der Norden des Bliesgaus ist städtisches Einzugsgebiet; mit einer Bevölkerungsdichte über dem Bundesdurchschnitt ist der Bliesgau insgesamt im Vergleich zu den anderen deutschen Biosphärenreservaten eher städtisch geprägt. Die Stadt-Land-Beziehung mit all ihren Facetten, Einflüssen und Veränderungen ist deshalb einer der Schwerpunkte in der wissenschaftlichen Forschung.
Eine Besonderheit der Region ist die Vielfalt der Landschaft: verschiedene Lebensräume greifen auf engem Raum ineinander und sind ein Zuhause für viele seltene Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten; die meisten im saarländischen Vergleich. Der Bliesgau beherbergt etwa 80 Prozent des gesamten Vorkommens des vom Aussterben bedrohten Steinkautzes, besonders häufig ist auch der Skabiosenscheckenfalter und auf den Muschelkalkböden kann man nahezu die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten bewundern. Das Naturschutzgroßvorhaben "Saar-Blies-Gau/Auf der Lohe" bewahrt die wertvollsten natürlichen Schätze des Biosphärenreservates.
Die traditionelle, kleinparzellierte Kulturlandschaft ist vor allem durch Aufgabe unwirtschaftlicher Flächen bedroht. So sind in den letzten 30 Jahren 50 Prozent der Obstbäume verschwunden. Daher sucht Biosphärenreservat zusammen mit der Landwirtschaft nach neuen Wegen. Großes Potenzial besteht im Hinblick auf erneuerbare Energien, vor allem Biomasse aus der Land- und Forstwirtschaft zur Energiegewinnung. Mit dem "Bliesgau-Regal" gibt es bereits ein Instrument zur aktiven Förderung der Regionalvermarktung. 18 Lieferanten vermarkten rund 80 verschiedene Produkte in rund 30 Super- und Getränkemärkten sowie Bäckereien.

Eine weitere Herausforderung ist der demographische Wandel und seine Folgen für suburbane und ländliche Räume. Das Biosphärenreservat entwickelt modellhaft Dorfkerne weiter, sorgt sich um dörfliche Infrastruktur, Landschaftsentwicklung und lokale soziale Netzwerke.

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