Max Frisch und die Rückkehr der Kunst

Das Onsernone-Tal

(lifePR) ( Bellinzona, )
"Das ist eine grosse Landschaft", schrieb Max Frisch in sein Tagebuch. Gemeint ist das Onsernone-Tal, wo der vor hundert Jahren geborene Schriftsteller sein Refugium fand. Eine Ausstellung erinnert derzeit im Museo Onsernonese in Loco an den illustren Gast. Im Onsernone-Tal lebt jedoch nicht nur die Vergangenheit auf. Etliche Projekte verleihen der wildromantischen Gegend neue Impulse - etwa das erste Internationale Skulpturen-Symposium.

Acht Kunstschaffende aus dem In- und Ausland treffen sich vom 9. bis 12. Juni 2011 im Dorf Comologno zum ersten Internationalen Skulpturen-Symposium des Onsernone-Tals. Dieses steht unter dem Motto Il Ritorno, "die Rückkehr".

Die Idee zur Veranstaltung entstand im Sommer 2009 bei einem Besuch des Künstlers Raphaël Pache in Comologno. Pache ist Promotor und künstlerischer Leiter des Skulpturen-Symposiums von Matran im Kanton Freiburg. Er schlug vor, im Onsernone-Tal einen ähnlichen Event zu organisieren und die beiden Veranstaltungen künftig partnerschaftlich miteinander zu verbinden.

Gesagt, getan. Nun findet der Anlass erstmals statt. Er reiht sich in das Veranstaltungsprogramm des Jahres des Waldes ein. Acht Künstler (Marco Belotti, Bruno Cappelletti, Rolf Hürzeler, Guy Lafond, Elisabeth Ledersberger-Lehoczky, Adrien Meneau, Raphaël Pache und Luis Paniagua) werden im Freien Skulpturen aus Holz und Stein anfertigen.

In jeder Gemeinde des Tals wird dann eine dieser Skulpturen ausgestellt. Damit soll der Grundstein für einen Kunstweg durch das Tal gelegt werden. Präsentiert werden die Kunstwerke am 12. Juni 2011 bei einem Volksfest, bei dem den Besuchern kostenlos Polenta und Mortadella offeriert werden.

Die Renaissance des "guten Mehls"

Weitere Köstlichkeiten können in der Mühle von Loco degustiert werden, wo die so genannte Farina Bóna gemahlen wird. Das geröstete Maismehl ist eine Spezialität des Onsernone-Tals. Das "gute Mehl", so die deutsche Übersetzung, wird zur Herstellung von Glacé, Bier, Grissini, Gebäck, Mousse, Torten, Spätzli oder Salatsaucen verwendet.

Einst war das Maismehl, vermischt mit Milch, Wasser oder Wein, Teil der Alltagskost der Onsernonesi. Ende der 1960er Jahre wurde die Produktion eingestellt, nachdem die letzten Müller ihre Tätigkeit aufgegeben hatten. Im Zuge der Restaurierung der Mühle von Loco er-lebte die Farina Bóna als Slow-Food-Produkt eine Renaissance.

Ähnlich erging es der Strohflechterei. Mit diesem Handwerk verdienten sich die Talbewohner einst ein Zubrot. Berühmt und begehrt waren vor allem die Strohhüte, die hauptsächlich nach Mailand exportiert wurden. Die Häuser mit ihren Loggien, wo früher das Stroh zum Trocknen an der Sonne hing, zeugen von dieser Tätigkeit.

Doch ohne den vor fünf Jahren gegründeten Verein Pagliarte wäre das Handwerk wohl in Vergessenheit geraten. Fünf Frauen führen die Tradition der Strohverarbeitung in Berzona weiter und sorgen dafür, dass es wieder Hüte, Taschen und Gürtel aus dem Onsernone-Tal gibt.

"Diese Luft und diese Stille!"

Apropos Berzona: Seine Bekanntheit weit über die Landesgrenzen hinaus verdankt das Dorf dem Schriftsteller Max Frisch, der hier 1964 ein Steinhaus erwarb. Seine Wahlheimat beschrieb er einst folgendermassen: "82 Einwohner, kein Ristorante, nicht einmal eine Bar. Jeder Gast sagt sofort: Diese Luft und diese Stille!"

Im Onsernone-Tal liess Frisch auch seine Erzählung "Der Mensch erscheint im Holozän" spielen. Als er 1991 im Alter von 79 Jahren verstarb, verstreuten Freunde seine Asche in Berzona. Am Friedhof erinnert heute eine Gedenktafel an ihn. Zudem widmet ihm das Tal-museum in Loco bis am 30. Oktober 2011 eine Ausstellung, in der Frischs Beziehung zu seiner Tessiner Wahlheimat im Vordergrund steht.
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