Viele Fragen offen

"Nationaler Aktionsplan Kupierverzicht Schwein in Thüringen"

(lifePR) ( Erfurt, )
Zu einer Informationsveranstaltung zum „Nationalen Aktionsplan Kupierverzicht Schwein in Thüringen“ lud am heutigen Montag das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie in die Bauernscheune nach Bösleben ein. Rund 50 Landwirte folgten der Einladung.

Im Ergebnis blieben viele Fragen offen. Laut Katrin Hucke, Hauptgeschäftsführerin des Thüringer Bauernverbandes e.V. (TBV), ist das Schwanzbeißen bei Schweinen ein multifaktorielles Geschehen. „Natürlich würden wir Landwirte gerne auf das Kupieren der Schwänze verzichten. Tatsache ist jedoch, dass eine enorme Vielzahl von Faktoren das Schwanzbeißen bei Schweinen beeinflussen und auslösen können“, so Hucke.

In Thüringen wirtschaften verhältnismäßig viele Betriebe, die Ferkel erzeugen und diese dann an Mäster weiter verkaufen. „Wenn der abnehmende Betrieb aber nur kupierte Ferkel annimmt, sind den Ferkelerzeugern die Hände gebunden, selbst wenn diese auf das Kupieren verzichten wollen“, so Hucke weiter. Dennoch haben sich seit 2016 18 Betriebe aus einer Wirtschafsinitiative heraus intensiv mit den Ursachen im eigenen Betrieb beschäftigt und versucht diese abzustellen. Einige Betriebe stallen im Ergebnis unkupierte Ferkelgruppen ein. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war jedoch auch, dass noch nicht routinemäßig auf das Kupieren verzichtet werden kann.

Der TBV kritisiert außerdem, dass die Weiterbildung und Beratung der Mitarbeiter/innen der Betriebe zum frühzeitigen Erkennen von Ursachen für das Schwanzbeißen im Aktionsplan bisher kaum Berücksichtigung finden.

Auf der Informationsveranstaltung wurde deutlich, dass es nicht zielführend ist, dass ab dem 1. Juli 2019 alle Betriebe sofort und vollständig auf das Kupier verzichten. Es müssen vielmehr Fehlerquellen erkannt und optimiert werden. Das erfordert Zeit und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. An erster Stelle gilt es jedoch, die Tierhalter bei der Umsetzung des „Nationalen Aktionsplanes Kupierverzicht Schwein in Thüringen“ mitzunehmen, denn nur gemeinsam kann es gelingen, den langen und steinigen Weg, hin zu einem Kupierverzicht zu gehen.

Hintergrund: Die EU-Kommission (EU KOM) hat Deutschland, wie auch allen anderen Mitgliedsstaaten, in denen flächendeckend kupiert wird, mitgeteilt, dass die zur Umsetzung der RL 2008/120/EG (Mindestanforderungen Schweinehaltung) ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen und einen Aktionsplan gefordert, wie zukünftig die Einhaltung der EU-Tierschutzvorschriften in Bezug auf das Schwänzekupieren beim Schwein sichergestellt werden kann. Um den Tierschutz in der Schweinehaltung weiter nach vorne zu bringen und der Aufforderung der EU KOM nachzukommen haben die Agrarministerinnen der Bundesländer im September 2018 auf der Agrarministerkonferenz einen nationalen Aktionsplan verabschiedet, wie zukünftig möglichst auf den routinemäßigen Eingriff des Kupierens verzichtet werden kann.
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