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Pressemitteilung BoxID: 689814 (Thüringer Bauernverband e.V.)
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Agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Thüringer Landtag offenbart Unkenntnis über heimische Landwirtschaft

(lifePR) (Erfurt, ) Die Äußerungen des Agarpolitischen Sprechers der Thüringer Landtagsfraktion von B90/Die Grünen, Olaf Müller, die am 10. Januar von der dpa veröffentlicht worden sind, zeigen aus Sicht des Thüringer Bauernverbandes e.V. (TBV) dessen Unkenntnis über die Gegebenheiten der heimischen Landwirtschaft. So entbehrt insbesondere seine Forderung nach Anreizen damit „Hühnern nicht die Schnäbel beschnitten werden“ jeder Grundlage, da bereits seit einem Jahr in Deutschland keine Schnäbel bei Legehennen und Puten mehr kupiert werden. Grundlage dafür ist eine freiwillige Vereinbarung über den Ausstieg aus dem Kupieren der Schnäbel von Legehennen und Puten aus dem Jahr 2015, welche das Bundeslandwirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, dem Bundesverband Deutsches Ei und dem Verband Deutsche Putenerzeuger geschlossen hatte und zum 1. Januar 2017 vollständig umgesetzt wurde. Dass Müller diese weithin bekannte Tatsache nicht zur Kenntnis genommen hat, zeugt einmal mehr davon, dass Grüne Landwirtschaftspolitik allein auf Basis eigener ideologischer Vorstellungen gemacht wird, ohne die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen.

Dementsprechend ist aus Sicht des TBV auch die Kritik Müllers an der Entwicklung der Tierwohlstrategie des Thüringer Sozialministeriums verfehlt. Die Erarbeitung einer nachhaltigen Tierwohlstrategie benötigt im Gegensatz zu den Vorstellungen des Grünen-Politikers eine wissenschaftliche und faktenbasierte Grundlage, wenn sie zum Erfolg führen will.

Aus Sicht des TBV ist es notwendig, einen neuen gesellschaftlichen Konsens über Tierhaltung in Deutschland herzustellen. Es muss anerkannt werden, dass Lebensmittelqualität und Tierwohl ihren Preis haben. Fakt ist, dass der Marktpreis um 25 Prozent steigen müsste, will man steigende Anforderungen der Gesellschaft erfüllen. Dieser Zielkonflikt zwischen Wirtschaftlichkeit und steigenden Anforderungen an die Tierhaltung muss aus Sicht der heimischen Landwirte gelöst werden. Es besteht die Hoffnung, dass mit der Vorlage des Entwurfes endlich ein geeignetes Diskussionspapier vorliegen wird.

Hintergrund
Bereits im Juli 2015 gab das Bundeslandwirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), dem Bundesverband Deutsches Ei (BDE) und dem Verband Deutsche Putenerzeuger (VDP) den Ausstieg aus dem Kupieren der Schnäbel von Legehennen und Puten bekannt. Die freiwillig geschlossene Vereinbarung sah vor, dass deutschlandweit am dem 1. August 2016 der nichtkurative Eingriff zunächst bei allen Legehennenküken unterbleibt. Ab dem 1. Januar 2017 gilt, dass nur noch Legehennen mit ungekürzten Schnabelspitzen eingestallt werden, so dass heute auch im Lebensmitteinzelhandel nur noch Eier von unkupierten Legehennen im Sortiment sind. In Thüringen gab es bereits vor den genannten Zeitpunkten Geflügelbetriebe, die freiwillig auf das Schnäbelkürzen verzichtet hatten.