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Pressemitteilung BoxID: 702632 (Taipeh Vertretung in der BRD Büro München, Presseabteilung)
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Bezahlbare Krankenversicherung für alle - Taiwan kann helfen

(lifePR) (Berlin, ) Am Montag, den 02. April 2018, ist in Taipeh die neue Website “Leave No One Behind“, zu Deutsch “Niemanden zurücklassen“, freigeschaltet worden. Die Seite wurde von der Regierung der Republik China (Taiwan) entworfen und basiert auf einer Initiative des Außenministeriums (Ministry of Foreign Affairs, MOFA) und des Ministeriums für Gesundheit und Soziales (Ministry of Health and Welfare, MOHW). Das Portal dokumentiert Taiwans Entschlossenheit, den von der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) geforderten Krankenversicherungsschutz für alle Menschen weltweit in die Tat umzusetzen. Taiwan weist in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit hin, dass das Land an der 71. Weltgesundheitsversammlung (World Health Assembly, WHA), dem Beschluss fassenden Organ der WHO, vom 21. bis 26. Mai in Genf teilnehmen muss.

Auf dem Gipfel der Vereinten Nationen (UN) im September 2015 wurde die Entwicklungsagenda für die Zeit nach 2015 verabschiedet. Damals wurde die Notwendigkeit angesprochen, die Millenniums-Entwicklungsziele durch die Festlegung der Ziele für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu erweitern. Das 3. dieser Ziele verlangt Gesundheit und Wohlergehen für Menschen jeden Alters und überall auf der Welt und sieht vor, eine nachhaltige Entwicklung derart zu fördern, dass niemand zurückgelassen wird. Auch wenn Taiwan in den Vereinten Nationen nicht vertreten ist, ist das Land dennoch ein Mitglied der globalen Familie. Taiwan möchte auch in Zukunft seine medizinischen Ressourcen mit anderen teilen, um zur Gesundheit aller Menschen beizutragen und mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Auf der neuen Website werden Taiwans langfristige Beiträge präsentiert, mit denen im weltweiten Gesundheitswesen das 3. Ziel für nachhaltige Entwicklung erreicht werden soll. Als ein Kernziel der WHO genießt eine Krankenversicherung für alle dabei Priorität. Die Seite stellt außerdem Taiwans Einzelzahler-Gesundheitssystem (National Health Insurance, NHI) vor, das erste dieser Art, das in Asien eingeführt wurde. In dem 1995 gegründeten obligatorischen NHI-System werden praktisch alle Bürger und in Taiwan ansässige Ausländer erfasst. Die Krankenversicherung bietet zu erschwinglichen Tarifen unkomplizierten Zugang zu ambulanten und stationären Dienstleistungen, zahnärztlicher Behandlung, verschreibungspflichtigen Medikamenten und traditioneller chinesischer Heilkunde.

Eine weltweite Krankenversicherung für alle wird von der WHO dahingehend definiert, dass alle Menschen und Bevölkerungsgruppen Zugang zu gesundheitsförderlichen, präventiven, kurativen, rehabilitativen und palliativen Gesundheitsdiensten haben müssen, ohne dass sie dabei in eine finanzielle Notlage geraten dürfen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsleistungen wie professionelle Geburtshilfe, Impfungen für Kinder und Behandlung bei einer HIV-Infektion. Jede Sekunde geraten drei Menschen weltweit aufgrund von Krankheit in finanzielle Schwierigkeiten. Eine generelle Krankenversicherung ist daher sowohl ein ethisches Problem als auch eines der Menschenrechte.

In den Nachkriegsjahren war Taiwan verarmt, die hygienischen Zustände waren katastrophal und ansteckende Krankheiten machten den Menschen zu schaffen. Durch den Einsatz von Medizinern mit Unterstützung der WHO konnten schrittweise Malaria, Pocken, Polio und anderen Infektionskrankheiten in Taiwan ausgemerzt werden, was einem medizinischen Wunder gleichkam. Für die soziale Gerechtigkeit und zur Vermeidung krankheitsbedingter Armut hat die Regierung Taiwans ungeachtet aller Hindernisse im Jahr 1995 das erste nationale Krankenversicherungssystem in Asien eingeführt. Im Jahr 2016 betrugen die Ausgaben dieses NHI lediglich 6,3 Prozent des taiwanesischen Bruttoinlandproduktes und lagen damit weit unter den durchschnittlichen 9 Prozent in den Industrieländern. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Taiwan stieg seitdem auf 80 Jahre, während das gesundheitliche Gefälle zwischen wohlhabenden und bedürftigen sowie städtischen und ländlichen Gemeinden verringert wurde. Das System wird von 85 Prozent der Bevölkerung getragen.

Heute hat sich Taiwan in Sachen Gesundheitswesen und Medizintechnik zu einer fortgeschrittenen Nation entwickelt. Taiwan war erst das vierte Land weltweit und das erste in Asien, das ein Bewertungssystem für seine medizinischen Zentren einführte. Von der britische Wochenzeitung The Economist wurde Taiwan als das zweitgesündeste Land der Welt bewertet.

Aus bescheidenen Anfängen hat Taiwan ein reiches medizinisches Wissen aufgebaut, das es stolz mit der Welt geteilt hat. Das Engagement begann im Jahr 1962 mit der Entsendung medizinischer Missionen und wurde seitdem unvermindert fortgesetzt. 1996 wurde der Taiwan-Fonds für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (Taiwan ICDF) eingerichtet, um die Programme der Regierung zur Entwicklungshilfe durchzuführen, darunter auch humanitäre Unterstützung im medizinischen Bereich und im Gesundheitswesen.

Im Jahr 2006 gründeten das Außenministerium und das Ministerium für Gesundheit und Soziales den Internationalen Aktionsplan Taiwans für Gesundheit (Taiwan International Health Action, TaiwanIHA), der öffentliche und private Mittel zur Bereitstellung von medizinischer Notfallhilfe und zur Lieferung des relevanten Materials einsetzt, wenn sich irgendwo auf der Welt eine Katastrophe ereignet hat. In Zusammenarbeit mit taiwanischen Krankenhäusern und privaten Organisationen im In- und Ausland entsendet TaiwanIHA Mediziner-Teams, spendet medizinische Ausrüstung, bildet medizinisches Personal aus, bietet Stipendien an und leistet humanitäre Hilfe weltweit. Damit werden Entwicklungsländer dabei unterstützt, ihr Gesundheitswesen und die medizinische Versorgung zu verbessern. Und dank der großzügigen Spenden der Bürger Taiwans kommen bedürftige Patienten aus der ganzen Welt zur Behandlung verschiedener schwerer Krankheiten nach Taiwan. Seit dem Jahr 1996 hat Taiwan knapp fünf Milliarden Euro in internationale medizinische und humanitäre Hilfe in über 80 Ländern investiert. Das Geld ist Millionen von Menschen direkt oder indirekt zugute gekommen.

Zu Beginn des Jahres 2009 hatte die WHO Taiwan eingeladen, acht Jahre in Folge an der WHA teilzunehmen und hat dadurch die Lücke in der globalen Gesundheitskooperation und der Seuchenprävention geschlossen. Für seine professionelle Beteiligung hat Taiwan breite internationale Anerkennung erfahren.

Ungeachtet aller Hindernisse bemüht sich das Land um die Fortsetzung der Beteiligung und zählt dabei auf die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und aller relevanten Beteiligten, um bei den Treffen, Mechanismen und Aktivitäten von WHA und WHO in Übereinstimmung mit den Prinzipien der Professionalität und des Pragmatismus seinen Beitrag zu leisten. Taiwan sucht die Zusammenarbeit mit Ländern weltweit, um die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung so bald wie möglich zu erreichen.

(taito)