Montag, 27. Februar 2017


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Sommer-Matineen: Herzensangelegenheit der Sylter Kunsthandwerker

(lifePR) (Westerland, ) Möchte man den Kunsthandwerkern aus nächster Nähe bei der Arbeit zuschauen, besucht man sie entweder in ihren Ateliers - oder draußen in der Natur.

Schon frühmorgens ist Goldschmiedin Edda Raspé regelmäßig am Morsumer Deich unterwegs. Den Blick suchend nach unten gerichtet, hält sie Ausschau nach "schönen Stücken". Steinen etwa, vor allem Granit und Flint, aber auch Muschel- oder Tintenfisch-Schulp. "Ich arbeite nach alten, überlieferten Techniken, die man in Büchern oder teilweise auch im Internet finden kann." Das Ergebnis: Ringe, Anhänger, Ketten aus Naturmaterialien, teils in Kombination mit Edelsteinen, doch immer mit einem Bezug zum Meer. Bereits seit über 40 Jahren ist Edda Raspé in Morsum ansässig; am Tärpstieg führt sie gemeinsam mit ihrem Sohn Jonas ein kleines Atelier.

Kunsthandwerker findet man auf Sylt in beinahe jedem Inselort. Doch vor allem in Keitum sind die Goldschmiede, Töpfer, Glasbläser und Weber zu Hause, die traditionelles Handwerk, Kunst und Inspiration zu schönen und wertvollen Dingen verarbeiten. Die Sommer-Matineen bieten zu verschiedenen Terminen die Möglichkeit, die Menschen, ihr Handwerk und nicht zuletzt den Inselort näher kennenzulernen. In einem alten Friesenhaus (Gaat 6) etwa liegt die Töpferei von Regine Skoluda. Ihr Markenzeichen sind zarte Ton-Figuren - ausnahmslos Unikate. In der Schmuckwerkstatt von Birte Wieda (Gurtstig 26) entstehen gradlinige, formreduzierte Schmuckstücke. Wer es farbintensiv mag, besucht die Goldwerkstatt von Christoph Freier (Erich-Johannsen-Wai 1). Direkt am Kliff schließlich steht das Witthüs von Anka Weber. Ihr Metier: Elegantes und Verspieltes von Schmuck bis hin zu Schalen.

Sie alle gehören zu einem Kreis von Künstlern und Freunden, und das schon seit Mitte der 70er-Jahre, die sich zu ihren jährlichen Matineen nicht nur regelmäßig Musiker, sondern gerne auch verwandte Künstlerseelen einladen. So zeigt etwa die Glasbläserin Antje Otto "Spuren im Glas" (12. Juli, Glashaus im Bahnhof Keitum), in der Galerie Cornelia Kamp präsentiert der Maler Michael Ramsauer "Bilder" (15. Juli), und die Keitumer Goldschmiedin Birgit Damer glänzt mit Skulpturen aus Bronze und Gold ("Fabelhaft", 2. August).

Für ihre eigene Matinee am 26. Juli hat sich auch Edda Raspé etwas Besonderes ausgedacht: Neben eigenen Arbeiten zeigt sie ausgewählte Kunstwerke, die mit japanischem Urushi-Lack überzogen sind. Ähnlich wie Raspés eigene Handwerkskunst blickt auch die Tradition der japanischen Lacktechnik auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück. Mit seinem unnachahmlich tiefen Glanz und der seidenglatten, warmen Oberfläche strahlt der Lack eine ganz eigene Sinnlichkeit aus. Trotz aller Exklusivität bleibt sich Raspé jedoch auch zur Matinee treu: "Besucher dürfen gerne etwas mitbringen, das wir bearbeiten sollen. Einen Stein vom Strand etwa, aus dem wir vor den Augen der Besucher ein Schmuckstück anfertigen können." Geschliffen, poliert wie Edelsteine und mit Gold verarbeitet - doch vor allem ein echtes Stück Sylt. Ein Original ganz eigener Art.

Weitere Informationen und alle Termine im Überblick auf www.sylt.de

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