Kieler Woche: Buhl und Lutz/Beucke in Führung

(lifePR) ( Lübeck, )
Bilderbuchstart in die Kieler Woche 2012: Bei guten Windbedingungen und zunächst auch einigen Sonnenstrahlen, später aber auch einem kräftigen Regenschauer gingen die Yachten und Jollen auf die Bahn. Den Auftakt machten traditionell die seegehenden Schiffe mit ihrem Start vor der Feiermeile am Kieler Hindenburgufer. Mit Spinnaker ging es auf den Kurs, und bereits nach zweieinhalb Stunden hatte die schnellste Crew, das Team des dänischen Katamarans „SAP-Extreme“, die 28 Meilen nach Eckernförde absolviert. Auch die olympischen Klassen und die Einheits-Kielboote nutzten die Bedingungen und fuhren am ersten Tag bis zu vier Rennen. Für die Deutschen war es auf dem Heimatrevier ein gelungener Start in das Worldcup-Finale der Olympiaklassen. In fünf der sechs vor Kiel gestarteten Disziplinen belegen sie im Zwischenklassement Podiumsplätze.

Organisationschef Jobst Richter zeigte sich sehr zufrieden mit dem Auftakt: „Der Wind begann ganz gut, war dann zwischendurch etwas flau, aber wir haben ein gutes Programm absolvieren können.“ In der Gesamtführung liegen nach dem ersten Tag mit Tina Lutz/Susann Beucke (München/Hannover) im 470er Frauen und Philipp Buhl (Sonthofen) im Laser zwei deutsche Crews auf Position eins. Die anderen Gesamtführungen in den olympischen Klassen verteilen sich auf Belarus (Tatiana Drozdovskaya/Laser Radial), Frankreich (Seguin Damien/2.4.mR), Großbritannien (James Peters/Ed FitzGerald/49er), Österreich (David Bargehr/Lukas Mähr im 470er Männer) und Spanien (Deniss Karpak im Finn).

Einmal mehr entwickeln sich die Laser-Männer zu den deutschen Medaillen-Hoffnungen bei einem Worldcup. Nachdem der Kieler Simon Grotelüschen und Philipp Buhl (Sonthofen) vor Mallorca bzw. Hyeres/Frankreich jeweils einen Sieg im Laufe der Serie einfahren konnten, ist es nun erneut Buhl, der sich ganz vorn platziert hat. Einem Tagessieg zum Auftakt ließ er einen zweiten Platz und einen weiteren Sieg folgen und führt damit das Gesamtklassement vor dem Dänen Thorbjörn Schierup an. Komplett zufrieden war Buhl dennoch nicht: „Das war ein ordentlicher Tag, aber mit dem zweiten Platz habe ich einen Punkt liegen lassen.“ Nach seinen Erfolgen zuletzt strotzt er vor Selbstvertrauen und will nach verpasster Olympia-Qualifikation möglichst viele Erfolge auf der Worldcup-Tour und bei Weltmeisterschaften einfahren: „Was ist schon eine Olympia-Teilnahme, wenn man vielleicht mal Weltmeister werden kann.“ Olympiastarter Grotelüschen, ebenfalls mit einem Tagessieg ausgestattet, rangiert auf Platz fünf direkt vor dem WM-Dritten Andrew Maloney aus Neuseeland.

Einem schlechten Start in das Geschehen ließ Franziska Goltz (Kiel) bei den Frauen im Laser Radial einen Tagessieg folgen. Damit muss sich die Olympiastarterin zwar vorerst mit Platz 15 begnügen, doch der Weg weiter nach oben ist eingeschlagen. Beste Deutsche ist hier Annika Matthiesen aus Duisburg auf Platz drei. Es führt die Tatiana Drozdovskaya (Belarus).

In eine Top-Position haben sich auch die 49er Justus Schmidt/Max Böhme manövriert. Das Nachwuchs-Team aus dem Kieler Yacht-Club überraschte bereits bei der WM im Mai mit dem Erreichen des Goldfleets und liegt nun in ihrem Wohnzimmer auf Platz zwei hinter den Briten James Peters/Ed Fitzgerald, während sich Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel), die die deutschen Farben bei Olympia vertreten werden, als Gesamt-13. noch etwas zurückhielten.

Mit Blickrichtung über Olympia 2012 hinaus darf der Deutsche Segler-Verband vor allem im 470er hoffnungsfroh sein. Dort hat sich eine große Front von starken Teams gebildet. An der Spitze der deutschen Männer-Equipe stehen zur Kieler Woche vorerst die Augsburger Brüder Julian und Philipp Autenrieth, die auf WM-Erfolge im Optimisten zurückblicken können und nach dem ersten Kieler-Woche-Tag auf Platz zwei hinter den Österreichern David Bagehr/Lukas Mähr, aber noch vor den drittplatzierten deutschen Olympiastartern Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (München) liegen. „Den ersten Start haben wir etwas verschlafen und konnten nicht mehr genügend aufholen. Danach lief es aber besser“, sagte Follmann, der mit seinem Steuermann bis zu den Olympischen Spielen noch viele Regatten fahren will, um das Ziel einer Top-Ten-Platzierung realisieren zu können. Bei den 470er-Frauen führen Ex-Opti-Weltmeisterin Tina Lutz und ihre Vorschoterin Susann Beucke (Chiemsee/Strande) das kleine Feld nach drei Wettfahrten an.

Im Finn ist die Weltspitze den Deutschen dagegen weiterhin enteilt. Bei der Führung des Esten Deniss Karpak findet sich Schwarz-Rot-Gold in der Ergebnisliste erst auf Platz neun durch Matthias Miller (Laupheim) wieder.

In der paralympischen 2.4-Klasse zeichnet sich ab, dass die Erfolgssegler der vergangenen Jahre Damien Seguin (Frankreich), Thierry Schmitter (Niederlande) und Paul Tingley (Kanada) weiterhin das Geschehen bestimmen. Sie liegen auf den ersten drei Plätzen, während Heiko Kröger (Hamburg) vorerst mit Platz sieben vorlieb nehmen muss. „Die anderen haben in den vergangenen Jahren unter professionellen Bedingungen gearbeitet. Ich bin erst spät wieder auf diesem Level dazu gestoßen, probiere jetzt noch einige Segel und arbeite an den letzten zwei Prozent meiner Routine“, sagte Kröger.

Bei den nicht-olympischen Kielbooten gibt es mit Ingo Lochmann (Berlin, Platu 25), Martin Christiansen (Strande, X99), Daniel Spänle (München, Laser SB3) und Martin Menzner (Kiel, J80) gleich vier Führende in den sechs Klassen.

Spektakulär verlief am frühen Morgen der Start ins Seebahn-Geschehen. Die westlichen Winde bescherten den Fotografen perfekte Bilder von prallen Spinnakern vor Kieler Kulisse, und an den jeweiligen Spitzen der Felder gab es mitreißende Duelle. Direkt vor dem Bug der mit lauten Typhon-Getöse einlaufenden Fähre „DFDS Corona“ schossen zwei Groß-Katamarane und ein Tri über die Startlinie. Die Brüder Helge und Christian Sach aus Zarnekau bewiesen dabei auf ihrem M32 „itelligence“ beste Revierkenntnisse, setzten die Halsen perfekt auf der Innenförde und zogen den Verfolgern bis auf die Außenförde klar davon. Dahinter lieferten sich der X40-Kat „SAP-Extreme“ und der Tri „Carbon³“ einen internen dänischen Zweikampf. Auf der offenen See schlug dann aber die Stunde der „SAP-Extreme“, die mit einem flacher geschnittenen Gennaker länger unter großem Tuch segeln konnte als die Sachs, schließlich vorbeizog und mit rund acht Minuten Vorsprung vor der „Carbon³“ und den Deutschen gewann. „Auf den spitzen Kursen mussten wir den Gennaker früher wegnehmen, haben es dann später noch mal versucht. Aber vor allem auf den Kreuzschlägen nach Eckernförde hinein war die ,SAP-Extreme‘ mit ihrer Besegelung stärker“, berichtete Helge Sach.

Bei den Yachten entwickelte sich von Beginn an ein mit Spannung erwarteter Schlagabtausch zwischen den beiden modernsten Schiffen im Feld. Vom Start weg führte die „Audi All4One“, eine TP52 unter Skipper Jochen Schümann (Penzberg), mit wenigen Bootslängen vor der werftneuen „Varuna“ von Jens Kellinghusen (Hamburg), eine KER 51 von der Kieler Knierim-Werft. Fast Heck an Bug steuerten die rote-weiße „All4One“ und die mattschwarze „Varuna“ aus der Innenförde in Richtung Eckernförde mit deutlichem Vorsprung vor dem Feld. Bis zum Ziel in Eckernförde gelang es schließlich der „All4One“ den Vorsprung leicht auszubauen. „Auf der Kreuz hatten wir leichte Vorteile, konnten bei gleicher Geschwindigkeit etwas mehr Höhe laufen“, berichtete „All4One“-Taktiker Boris Herrmann. „Aber es war ein spannendes Rennen, bei dem sich die beiden Boote nicht viel geschenkt haben.“ Dass die „All4One“ dabei nichtsegelerfahrene Prominenz in Person von Olympiasiegern aus dem Rad- und Wintersport an Bord hatte, machte sich kaum bemerkbar. „Die waren sehr motiviert und engagiert und wurden sehr gut in das Gewichtsmanagement des Bootes integriert“, sagte Herrmann, der mit der Crew auch nach berechneter Zeit den Sieg vor der „Varuna“ bei den großen Yachten feiern durfte.

Ergebnisse folgen.

Kieler Woche 2012, 16. bis 24. Juni
Regattatermine der Kieler Woche 2012
Olympischer Teil, ISAF Sailing World Cup: 16. - 20 Juni:

Charly: Laser Standard M
Echo: Laser Rad W, Finn
Golf: 2.4mR
Hotel: 49er
Kilo: 470er M + W

Internationaler Teil, 21. – 24. Juni

Charly: 505er, FD
Delta: Formula 18, Hobie 16
Echo: Contender, OK
Foxtrott: J 24, Folkeboot
Golf: Europe, Laser Rad. M, Laser 4.7
Hotel: 29er
Juliett: 420er
Kilo: H-Boot, Star

Seebahnen, 16. – 23. Juni:

16. – 17. Juni: Welcome Race (ORC-Club, Swan 45, X-79, Albin Ballad)
16. – 20. Juni: Kiel Cup Foxtrott (Albin Express, Platu 25, J/80, Melges 24, Laser SB3, X-99)
18. – 20. Juni: Kiel Cup Alpha (ORC-Int., IDM Inshore, Swan 45)
21. – 22. Juni: Silbernes Band (ORC-Club)
23. Juni: Senatspreis (ORC-Club)

Weitere Informationen unter www.kieler-woche.de
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.