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Pressemitteilung BoxID: 727567 (Stiftung Preußischer Kulturbesitz)
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Himmelscheibe nur noch eine Woche im Original zu sehen, Pferdekopf von Waldgirmes ab 7. November 2018 und über 40.000 Besucher bei "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland"

(lifePR) (Berlin, ) Bereits 42.000 Besucherinnen und Besucher haben nach fünf Wochen die große Sonderausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ im Gropius Bau gesehen. Eine ihrer spektakulärsten Leihgaben, die Himmelscheibe von Nebra, wird im Original nur noch bis einschließlich Montag, den 5. November 2018, zu sehen sein und danach durch eine hochwertige Kopie ersetzt. Zusätzlich wird ab Mittwoch, den 7. November 2018, ein weiterer hochwertiger Fund die Schau bereichern: der aus Waldgirmes in Hessen stammende Pferdekopf, der einst zu einem römischen Reiterdenkmal gehörte. Die Ausstellung ist noch bis 6. Januar 2019 geöffnet.

„Ich freue mich über das große Interesse an der Ausstellung“, so Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin. „Viele Jugendliche und Familien besuchen gerade jetzt die Bewegten Zeiten und stellen fest, wie viele Verbindungen es zwischen den ‘alten‘ Funden und den Themen unserer Zeit gibt.“

Digitale Kommunikations- und schnelle Transportmöglichkeiten bringen die Menschen immer enger zusammen und lassen die Globalisierung als modernes Phänomen erscheinen. Tatsächlich aber ist die überregionale Vernetzung mit allen ihren Auswirkungen seit jeher ein fester Bestandteil der Gesellschaft und beeinflusst das Leben der Menschen seit prähistorischer Zeit grundlegend. „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ präsentiert die spektakulärsten archäologischen Neufunde der letzten 20 Jahre von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Anhand der vier Themen Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation werden mit über 1.000 Exponaten die Folgen überregionaler Interaktion auf persönlicher, wirtschaftlicher und kultureller Ebene erfahrbar gemacht.

Ziel der Ausstellung ist es, über die Exponate den Bezug unserer kulturellen Vergangenheit zur heutigen Zeit herzustellen und zu verdeutlichen, dass schon vor mehreren tausend Jahren die Grundlagen eines gemeinsamen Europas gelegt wurden, aus denen ein einzigartiges kulturelles Netzwerk entstand, das uns bis heute prägt. Über allem steht die Bewegung des Menschen als verbindendes Grundprinzip der Geschichte: Diese ist die Ausgangslage für die Verbreitung von Waren und Ideen, dem Entstehen von Handel und Fortschritt sowie auch damit verbundenen strukturellen Veränderung und Konflikten.

Die vom Museum für Vor- und Frühgeschichte – Staatliche Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland (VLA) organisierte und anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 stattfindende Ausstellung ist nicht chronologisch gegliedert, sondern orientiert sich an den vier Themen Mobilität, Austausch, Konflikt und Innovation. In dieses thematische Konzept eingefasst werden auf 1.600 qm Fläche im gesamten Erdgeschoss des Gropius Baus spektakuläre Funde und Forschungsergebnisse der letzten 20 Jahre aus allen Bundesländern gemeinsam präsentiert. 70 Leihgeber aus ganz Deutschland unterstützen die Ausstellung mit insgesamt 300 Fundkomplexen bestehend aus weit über 1.000 hochrangigen Exponaten von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Allen Exponaten ist gemein, dass sie trotz ihrer Einzigartigkeit nicht allein stehen, sondern immer als Teil eines europäischen Netzwerks zu sehen sind.

Im Bereich Innovation werden neben der bronzezeitlichen Himmelscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt) u.a. die früheste figürliche Kunst der Menschheit gezeigt – die ca. 35.000 Jahre alte Venus vom Hohle Fels (Baden-Württemberg). Ebenfalls präsentiert werden drei 3.000 Jahre alte Goldhüte aus Deutschland und Frankreich, die nicht nur eine Meisterleistung der Goldschmiedetechnik darstellen, sondern auch mit kalendarischen Symbolen verziert sind. Die Himmelscheibe von Nebra ist im Original bis einschließlich Montag, den 5. November 2018, in der Ausstellung zu sehen und wird danach durch eine hochwertige Kopie ersetzt.

Im Bereich Konflikt wird ab 7. November 2018 der Pferdekopf von Waldgirmes zu sehen sein. Er war Teil einer überlebensgroßen Reiterstatue, die vermutlich Augustus zeigte. Die Statue stand einst in der römischen Siedlung Lahnau-Waldgirmes (Hessen), bevor sie vor rund 2000 Jahren zerstört wurde. Der 15 Kilo schwere, aus Bronze gefertigte und vergoldete Kopf wurde 2009 bei Ausgrabungen in einem 11 Meter tiefen Brunnenschacht geborgen, wo er in einem Holzfass, unter Mühlensteinen begraben, deponiert wurde. Er wird bis einschließlich 17. Dezember 2018 in „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ zu sehen sein.

„Der Pferdekopf aus Waldgirmes ist wirklich eine spektakuläre Ergänzung“, so Matthias Wemhoff weiter. „Jeder kennt die Reiterstatue von Marc Aurel auf dem Kapitol, aber dass sich die Römer auch rechts des Rheines so sicher gefühlt haben, dass sie auf dem Forum ihrer neugegründeten Stadt Kaiser Augustus hoch zu Pferd auftreten ließen, ist schon eine echte Sensation. Doch der goldene Glanz des Herrschers, den der Kopf des Pferdes immer noch widerspiegelt, war für die Germanen eine Provokation. Sie rissen das Denkmal nieder und versenkten Teile davon in einem Brunnen.“

„Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und wird gefördert durch die Staatsministerin für Kultur und Medien und das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

Zur Ausstellung ist eine umfangreiche Publikation im Michael Imhof Verlag erschienen: 480 Seiten, ISBN 978-3-7319-0723-7, Buchhandelspreis: 39,95 €, Museumspreis: 29 €.

Weitere Informationen unter www.bewegte-zeiten-berlin.de.