Freitag, 22. Juni 2018


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Deutsche Museen und Ausstellungshäuser in 2016 bei leichtem Besucherrückgang weiterhin sehr gut besucht

Gesamtbesuchszahl der Museen mit 111.877.085 Besuchen gegenüber dem Vorjahr um 2,2% gesunken

Berlin, (lifePR) - Die Museen in Deutschland meldeten für das Jahr 2016 insgesamt 111.877.085 Besuche. Im Vergleich zu 2015 ist damit die Besuchszahl um 2.546.107 (-2,2%) niedriger als im Vorjahr (2015: 114.423.192 Besuche). Insgesamt meldeten die deutschen Museen 8.546 Sonderausstellungen.

Die Auswertungen der Besuchszahlen der Museen werden in der statistischen Gesamterhebung an den Museen und Ausstellungshäusern der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Diese wird jährlich seit 1981 vom Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund veröffentlicht.

Die Anzahl an Besuchen entwickelte sich je nach Bundesland und nach Museumsart unterschiedlich. Die am häufigsten genannten Gründe für den Anstieg der Besuchszahl waren große Sonderausstellungen und die Erweiterung von Öffentlichkeitsarbeit bzw. Museumspädagogik. Das Absinken ihrer Besuchszahl begründeten betroffene Museen mit dem Ausbleiben von Gruppenbesuchen, einem besonders erfolgreichen und nicht zu wiederholenden Ausstellungsprogramm im Vorjahr oder mit gesunkenen Touristenzahlen am Standort. In den letzten Jahren hatte es zudem prominente Neu- und Wiedereröffnungen sowie Jubiläen mit einem entsprechenden Begleitprogramm gegeben. Bei vielen dieser Häuser ist die Besuchszahl in 2016 zurückgegangen bzw. hat sich auf einem Normal-Niveau eingependelt. Nach einigen erfolgreichen Jahren gab es gerade bei den Kunstmuseen (-7,4%) und den Kulturgeschichtlichen Spezialmuseen (-4,3%) höhere Einbußen. Einen Zuwachs der Besuchszahlen gab es demgegenüber insbesondere bei den Naturkundemuseen (+4,1%).

Besuchszahlen in Ausstellungshäusern 2016 sind leicht gestiegen.

Das Institut für Museumsforschung hat auch für 2016 wieder Ausstellungshäuser angeschrieben, die zwar keine eigenen Sammlungen besitzen, aber überwiegend nicht-kommerzielle Ausstellungen musealen Charakters zeigen. Von 470 Ausstellungshäusern sandten 357 den Fragebogen zurück (76%). Davon haben 313 Ausstellungshäuser für das Jahr 2016 insgesamt 6.252.751 Besuche gemeldet (gegenüber 5.742.933 in 2015). Diese Zahl ist in der Gesamtbesuchszahl der Museen nicht enthalten. Über 88% aller Sonderausstellungen in den Ausstellungshäusern waren Kunstausstellungen.

Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes, stellt dazu fest: „Museen, die besucherorientierte Ausstellungen, vielfältige Veranstaltungen und attraktive Programme anbieten, sind beim Publikum beliebt. Sie genießen das Vertrauen der Bevölkerung, weil sie anspruchsvolle, aber für alle zugängliche Kulturerlebnisse ermöglichen. Der deutliche Rückgang der Sonderausstellungen und die damit einher gehenden, leicht sinkenden Besucherzahlen sind allerdings ein Warnsignal. In der aktuellen Phase eines beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwungs müssen auch die Museen substantiell profitieren und von ihren Trägern nachhaltig unterstützt werden. Der Deutsche Museumsbund wird diese Entwicklung im Blick behalten.“

Prof. Dr. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagt: „Museen konkurrieren mit vielen anderen Freizeitangeboten um die Gunst der Besucher. Umso wichtiger ist es, mit einem attraktiven Programm am Puls der Zeit zu sein.“

Ergebnisse der Umfrage zum Stand der Digitalisierung an deutschen Museen im Jahr 2016

Das Institut für Museumsforschung fragt in Abständen von mehreren Jahren bei den Museen nach, wie sie ihren Sammlungsbestand dokumentieren und inventarisieren und in welchem Maße die Informationen zu den Objekten bereits in digitalen Formaten vorliegen.

Von 6.712 angeschriebenen Museen für das Jahr 2016 haben 5.088 Einrichtungen geantwortet, 74,5% von ihnen haben den Fragenkomplex zur Inventarisierung und Dokumentation der Sammlung beantwortet. 2.762 Museen machten Angaben zum Umfang ihres Sammlungsbestands und zu ihrem Umgang mit der Dokumentation bzw. Digitalisierung. 40% der Museen, die geantwortet haben, inventarisieren mit elektronischen Datenbanken. Es wurde insgesamt ein Sammlungsbestand von fast 333 Mio. Objekten angegeben. 1.128 Museen haben bereits Daten zu 61,5 Millionen Objekten digital vorliegen. Fast ein Viertel der Museen mit Angaben hatten 2016 bereits um 90% ihres Bestandes digital erfasst; jedes fünfte Museum hatte höchstens zu 20% der Sammlung digitale Daten vorliegen.

Weitere Informationen und Daten zur deutschen Museumslandschaft im Jahr 2016 sind der 101 Seiten umfassenden Publikation „Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2016“ zu entnehmen, die neben den Darstellungen zu den Museumsbesuchen nach Museumsart auch Informationen zu den einzelnen Bundesländern enthält. Als Teil der jährlichen Erhebung stellt das Institut für Museumsforschung jeweils wechselnde Zusatzfragen. Es wurde außerdem nach den Aktivitäten zur Provenienzforschung im Jahr 2016 gefragt. Jedes zehnte Museum gab an, die Herkunft und die Geschichte seiner Objekte in 2016 aktiv erforscht zu haben. Thematischer Schwerpunkt war bei den meisten Museen die Recherche zu NS-verfolgungsbedingtem Sammlungsgut (60% von 285 Museen mit Angaben). 2016 haben 17,5% der Museen mit Angaben Nachforschungen zu Objekten, die zu Zeiten der SBZ/DDR entzogen wurden, angestellt.

Die Publikation erscheint in der Reihe „Materialien aus dem Institut für Museumsforschung“, Heft 71 (2016) und steht unter www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/institut-fuer-museumsforschung/home.html zum Download bereit. Eine gedruckte Publikation kann kostenlos angefordert werden (Institut für Museumsforschung, In der Halde 1, 14195 Berlin, Tel. 030/8301-460, Fax: 030/8301-504). 

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