Montag, 18. Juni 2018


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Stadtschreiber Uwe Kolbe liest in der Frauenkirche

Dresden, (lifePR) - Der Hamburger Autor Uwe Kolbe gilt als einer der renommiertesten deutschen Lyriker der Gegenwart und wurde vor wenigen Monaten zum Dresdner Stadtschreiber ernannt. In der Frauenkirche liest er eigene Texte, u.a. unveröffentlichte Psalmen.

Am Donnerstag sind alle Literaturinteressierten um 19.30 Uhr in die Unterkirche der Dresdner Frauenkirche eingeladen. Unter der Überschrift »Gegenrede und Psalmen« liest der neue Dresdner Stadtschreiber Uwe Kolbe ausschnittsweise aus seinen Werken, darunter aus bisher unveröffentlichten Psalmen. Im Anschluss stellt er sich den Fragen des Publikums; die Moderation übernimmt Frank Richter. Musikalisch gerahmt wird der Abend durch Florian Mayer an der Violine. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei; Zugang erhalten die Besucher ab 19 Uhr über Eingang F.

Uwe Kolbe wurde 1957 in Ostberlin geboren und wuchs dort auf. Erste Texte veröffentlichte er auf Vermittlung von Franz Fühmann in der DDR-Literaturzeitschrift „Sinn und Form“. Nachdem er sich 1979 für den Weg als freiberuflicher Schriftsteller entschieden hatte, erschien bereits ein Jahr später sein Debüt-Gedichtband „Hineingeboren“. Aufgrund seiner kritischen Haltung zur DDR-Kulturpolitik war Uwe Kolbe allerdings von 1982 bis 1985 mit einem Publikationsverbot belegt und wurde auch danach noch vom Ministerium für Staatssicherheit im Operativen Vorgang „Poet“ überwacht. 1984 verfasste er einen „Offenen Brief“ an den Kultusminister mit einem Plädoyer für politischen Pluralismus und Meinungsfreiheit. Bis 1987 fungierte er gemeinsam mit Lothar Trolle und Bernd Wagner als Herausgeber der inoffiziellen Zeitschrift „Mikado“.

1988 schließlich siedelte Uwe Kolbe nach Hamburg über. Er erhielt danach mehrere Literatur- und Förderpreise. Seiner kritischen Haltung blieb er treu und verließ 1996 die westdeutsche Schriftstellervereinigung PEN aus Protest gegen den anstehenden Zusammenschluss mit dem ostdeutschen Pendant.

Uwe Kolbes Publikationsliste umfasst inzwischen über 30 Titel, darunter viele Übersetzungen. Zuletzt erschienen die Gedichtbände „Lietzenlieder“ (2012) und „Gegenreden“ (2015), der Roman „Die Lüge“ (2014) und der Essay „Brecht. Rollenmodell eines Dichters“ (2016). Für seine Arbeit wurde er u. a. mit dem Stipendium der Villa Massimo, dem Preis der Literaturhäuser, dem Heinrich-Mann-Preis und dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. 2017 wurde er von einer Jury zum 22. Dresdner Stadtschreiber ernannt.

Das Amt des Dresdner Stadtschreibers wird durch die Landeshauptstadt Dresden ausgelobt und durch die Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden gefördert. Es bietet deutschsprachigen Autoren die Möglichkeit, für sechs Monate in Dresden zu leben und zu arbeiten und ist mit der Aufgabe verbunden, die literarische Tradition der Stadt zu bereichern. Durch eigene Veranstaltungen soll es der Bedeutung von Sprachkultur und Literatur Impulse verleihen. Vorgänger von Uwe Kolbe waren u. a. Annegret Herzberg (1996), Heinz Czechowski (1998) und Ulrich Schacht (2007).

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