Freitag, 20. Oktober 2017


  • Pressemitteilung BoxID 549084

Drei neue Insektenarten in Mazedonien entdeckt!

Bislang unbekannte Köcher- und Steinfliegenarten im Mavrovo Nationalpark entdeckt / Arten durch Wasserkraftausbau bedroht

Radolfzell, Wien, (lifePR) - Man muss nicht an den Amazonas reisen oder in die Tiefen der Meere abtauchen, um neue Arten zu entdecken. Es reicht der Balkan. Ein Forscherteam unter der Mitarbeit von Wolfram Graf, Assistenz-Professor an der Wiener Universität für Bodenkultur hat im mazedonischen Mavrovo Nationalpark drei bisher unbekannte aquatische Insektenarten entdeckt: die Köcherfliegenarten Drusus krpachi, Potamophylax lemezes sowie die Steinfliegenart Siphonoperla korab.

Über die genauen Lebensweisen dieser Arten ist noch nichts bekannt, doch prinzipiell verbringen Köcher- und Steinfliegen im Larvenstadium bis zu drei Jahre in Quellen, Bächen und Flüssen. Danach verwandeln sie sich in Fluginsekten, die innerhalb weniger Wochen wiederum Eier ins Wasser ablegen.

Doch gerade entdeckt, droht diesen Arten schon das Aussterben. Denn die mazedonische Regierung plant den Bau von 22 Wasserkraftwerken im Mavrovo Nationalpark. Betroffen sind auch jene Bäche, in denen diese Arten leben. "Wasserkraftwerke, mit ihren Wasserableitungen und Aufstauungen, bedrohen diese äußerst kleinräumig verbreiteten und sensiblen Arten in ihrer Existenz", so Wolfram Graf.

Dabei sind die drei Arten im Mavrovo Nationalpark kein Einzelfall. "Allein in den letzten 5 Jahren wurden auf dem Balkan etwa 15-20 Wasserinsekten neu beschrieben. Wir vermuten, dass noch weit mehr Arten unentdeckt sind. Die Gewässer des Balkans gehören ökologisch zu den wertvollsten und spannendsten Lebensräumen der Welt", so Wolfram Graf weiter.

Doch diesem Zentrum der Artenvielfalt droht die Zerstörung. Viele der Arten könnten somit aussterben, noch bevor sie entdeckt worden sind. Zwischen Slowenien und Albanien sind mehr als 2.000 Wasserkraftwerke geplant, davon liegen mehr als 800 Projekte in Schutzgebieten.

Der Balkanhalbinsel droht eine wahre Staudammflut. Um der Zerstörung entgegen zu wirken, haben EuroNatur und Riverwatch gemeinsam mit Partnern aus den Balkanländern die internationale Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ ins Leben gerufen. Mehr Informationen unter: www.balkanrivers.net/de

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Erntedankfest des Urban Gardening Projekts der Stadtfrüchtchen

, Natur & Garten, OlioBric GmbH

Urban Gardening ist ein Projekt, welches unsere Aufmerksamkeit erlangt hat. Urban Gardening ist Nachbarschaft und gemeinsames Kümmern. Es bedeutet...

Mit dem Smartphone zur letzten Ruhestätte

, Natur & Garten, NewsWork AG

Der Friedhof wird digital: Weil sich immer mehr Menschen eine Beisetzung in der Natur wünschen und schon zu Lebzeiten wissen wollen, wo sie ihre...

Farbenfrohe Naturwunder: eine Ausstellung im Zeichen der Integration

, Natur & Garten, Bundesamt für Naturschutz

Mit der aktuellen Kunstausstellung „Farbenfrohe Naturwunder“ geht das Bundesamt für Naturschutz (BfN) neue Wege: Die Bilder geben Einblicke in...

Disclaimer