Montag, 20. November 2017


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12. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück: "Dinge zeigen. Artefakte der NS-Zeit in Ausstellungen"

Oranienburg, (lifePR) - Vom 27. August bis zum 1. September 2017 wird in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück die 12. Europäische Sommer-Universität stattfinden. Über 100 Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus anderen Gedenkstätten sowie interessierte Personen aus West- und Osteuropa werden sich in Vorträgen und Workshops mit Artefakten der NS-Zeit als Quellen und Ausstellungsexponate beschäftigen.

Veranstaltet wird die Sommer-Universität in diesem gemeinsam mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin/Dokumentation Obersalzberg und dem Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Ebenso beteiligt ist das von der Volkswagen-Stiftung geförderte Forschungsprojekt „Material – Beziehung – Geschlecht. Artefakte aus den KZ Ravensbrück und Sachsenhausen“ der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Durch den Abschied der Zeitzeugengeneration übernehmen die historischen Orte eine gewisse Zeugnisfunktion. Mit dieser Entwicklung geht auch ein Bedeutungszuwachs dreidimensionaler Objekte aus den Konzentratiosnlagern für die Analyse und Darstellung des Nationalsozialismus einher. Während der 12. Europäischen Sommer-Universität Ravensbrück sollen daher Objekte als Quellen, Zeichenträger bzw. Ausstellungsexponate der NS-Verbrechen näher in den Blick genommen und ihnen mit einer Reihe methodischer und erkenntnistheoretischer Fragestellungen begegnet werden: Die Originalitäts- und Authentizitätskonzepte in der aktuellen musealen Praxis sind ebenso Thema wie die unterschiedlichen Präsentationsformen und die ambivalente Wirkung, die Artefakte aus dem NS-Kontext entfalten können. Gefragt werden soll nicht zuletzt auch nach Gemeinsamkeiten und Differenzen der Geschichtsbilder und musealen Praxis in West- und Osteuropa.

„Wir freuen uns, dass die Europäische Sommer-Universität nunmehr zum zwölften Mal in der Gedenkstätte Ravensbrück stattfinden wird", sagte Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach. "Für uns ist es eine gute Möglichkeit, eigene Fragestellungen an unsere Sammlungen in einem internationalen Kontext vorzustellen. Zudem bietet sich die Gelegenheit, gemeinsam mit einer Vielzahl von Studierenden, Wissenschaftlern und Kollegen Aufgaben sowie zukünftige Herausforderungen der Objektpräsentation und Konservierung der Artefakte zu diskutieren“, so Eschebach.

Die 12. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück wird am 27. August 2017 in der Technischen Universität Berlin von Dr. Ulrike Gutheil, Staatssekretärin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, eröffnet. Anschließend spricht Professorin Gudrun König (Technische Universität Dortmund) in ihrem Keynote-Vortrag über „Die Gegenwart der Überreste. Dinge zwischen Depot und Ausstellung“. Am 28. August wird die Sommer-Universität in der Gedenkstätte Ravensbrück fortgesetzt.

Für den Montag ist eine „Forschungsbörse“ geplant, bei der sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen aus Österreich, Italien, Großbritannien und Deutschland ihre Forschungsergebnisse vorstellen werden. Am 30. August wird eine abendliche Podiumsdiskussion zum Thema „Die Bedeutung des Ortes für Ausstellungen zum Nationalsozialismus“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jüdischen Museums Berlin, der Gedenkstätte „Gefängnis Montluc“ in Lyon, der Gedenkstätte Hadamar sowie des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege stattfinden. Den Abschluss des Programms bildet am 1. September der Vortrag „Neue Zeit-Zeug_innen? Zur Ambivalenz von Artefakten und Orten in der Darstellung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ der Bremer Kulturwissenschaftlerin Dr. Andrea Hauser.


August bis 1. September 2017
Europäische Sommer-Universität Ravensbrück: „Dinge zeigen. Artefakte der NS-Zeit in Ausstellungen“


Tagungsorte:


August 2017: Technische Universität Berlin, Hardenbergstraße 16-18, 10623 Berlin
August – 1. September 2017: Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Straße der Nationen, 16798 Fürstenberg/Havel


Information: www.stiftung-.bg.de

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