Marode Schulen...

(lifePR) ( Berlin, )
…gibt es nicht nur in Berlin. Nachdem in der Hauptstadt Eltern mit dem Blog „Einstürzende Schulbauten“ wiederholt öffentlich und sehr eindrücklich auf den teils skandalösen Zustand der Bildungseinrichtungen aufmerksam gemacht haben, richtete der WDR den Spot im Februar auf Nordrhein-Westfalen. Eine Umfrage, an der 1000 Schulleitungen teilnahmen, ergab: „85 Prozent aller teilnehmenden Schulen melden leichte, schwere oder gar gefährliche Mängel an Klassenräumen, Toiletten, Sporthallen, Schuldächern, Aula, Schulhof oder Verwaltungsgebäuden.“ Zwei Wochen später präsentierte der HR seine Recherche in den hessischen Großstädten. Das Ergebnis: „In Frankfurt etwa sprechen Stadt und Eltern einhellig von einem "massiven Sanierungsstau", in Kassel zeichnet die Stadt die Lage deutlich positiver, als die Eltern sie wahrnehmen. In Marburg freuen sich Stadt und Eltern gemeinsam über ein "Bildungsbauprogramm", in das große Hoffnungen gesetzt werden.“ Auch SternTV fragte nach den Zuständen in deutschen Klassenzimmern und bekam 1327 Antworten. Zusammenfassend heißt es: „Die Missstände und Mängel sind überall offensichtlich. Mancherorts mangelt es sogar am Brandschutz. Von modernem Lernen mit interaktiven Tafeln, Wlan und Tablets für die Schüler ist ein Großteil der staatlichen Schulen Lichtjahre entfernt.“

Wer aufmerksam Zeitung liest, stellt schnell fest: Kaputte Schulen sind Thema in den Kommunen von Flensburg bis Garmisch. Mindeststandards für die Qualität von Schulgebäuden gibt es in kaum einem Bundesland. Durch die Differenzierung in äußere und innere Schulangelegenheiten sind die Kommunen für die Gebäude zuständig, in diese Verantwortung lassen sie sich nur ungern hineinreden.

Wurden vor 10 Jahren Beschwerden von Schulgemeinschaften als Hysterie von Jammerlappen abgetan, sind Einsicht und Handlungsdruck heute gestiegen. Die Stadt München nimmt in den nächsten Jahren 6 bis 9 Milliarden Euro in die Hand, um Schulen zu sanieren und neu zu bauen. Teil des Gesamtplans ist ein einheitliches Raumkonzept, was einerseits pädagogische Innovation ermöglichen, aber auch Kosten sparen und vergleichbar machen soll. Hamburg strukturierte die Verwaltung um und macht gute Erfahrungen mit der Beteiligungs-„Phase 0“. Jena entschied sich bereits 2001 für sein kommunales Immobilienmanagement. Allen drei Städten gemeinsam ist die Verschiebung von Prioritäten zugunsten der Bildungseinrichtungen und der Wille, dafür viel Geld zu investieren.

Und Berlin?

Der Druck der Eltern und der Adventskalender 2014 haben bewirkt, dass für die maroden Schulen 100 Millionen Euro zusätzliche Mittel aus einem Sondertopf bewilligt wurden. Angesichts des Bedarfs von mindestens 2 Milliarden eine eher bescheidene Summe. Dennoch haben die Bezirke ihre Mühe, das Geld auszugeben. Zu wenig Personal, zu komplizierte Verwaltungsabläufe – über die Ursachen wird berlinerisch gelästert, die Schuldfrage je nach Standpunkt unterschiedlich bewertet.

Der Adventskalender 2015 lenkte den Blick auf mögliche strukturelle Veränderungen: Wie können Prozesse so optimiert werden, dass von der Planung bis zum Bau einer Schule nicht sieben und mehr Jahre ins Land gehen? Wie lässt sich Transparenz herstellen und die Kommunikation zwischen den Beteiligten verbessern? Dinge, über die gesprochen werden muss.

Die Eltern laden ein:

Zur Diskussion über den Berliner Weg. Was ist möglich, was muss geschehen? Die Stiftung Bildung bietet mit der Berliner Stiftungswoche eine Plattform, die das Thema Bildung in einen breiteren Kontext und damit ein wenig mehr in die Mitte der Gesellschaft rückt. Gemeinsam mit dem Landeselternausschuss und der Elternvertretung des Andreas-Gymnasiums suchen wir Verbündete und diskutieren Ideen und Chancen für die Berliner Schulgebäude.

Alle Informationen zur Veranstaltung „Von der Würde des Lernens“ am 27. April finden Sie hier http://www.stiftungbildung.com/veranstaltungen/events/?event_id1=7

 
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