Mittwoch, 25. April 2018


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Gemeinsam in die Zukunft investieren

Stadtwerke Bielefeld wenden in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 370 Millionen Euro für Glasfaser, Energie und Mobilität auf

Bielefeld, (lifePR) - Digitalisierung, Verkehrs- und Energiewende heißen die aktuellen Megatrends, die das Leben und Wirtschaften in unseren Städten in Zukunft prägen werden. Wenn Bielefeld in der wirtschaftlich starken Region Ostwestfalen-Lippe weiterhin vorne mitspielen und ein attraktiver Wohn- und Lebensort sein will, müssen diese Themen in der Stadt aktiv angegangen werden. Oberbürgermeister Pit Clausen, BBVG-Geschäftsführer Joachim Berens und die beiden Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm Rieke und Martin Uekmann stellten jetzt gemeinsam ihre Strategie hierfür vor. Und sie machten klar, dass ein finanzieller Kraftakt vor ihnen liegt. Sie rechnen bei der Stadtwerke Bielefeld Gruppe, die als Infrastrukturdienstleister für die Stadt Aufgaben der Daseinsvorsorge übernimmt, mit einem zusätzlichen Investitionsvolumen von rund 370 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren, um Bielefeld und die Unternehmensgruppe fit für die Zukunft zu machen.

Für den Oberbürgermeister ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für die Investitionsoffensive der Stadtwerke Bielefeld. Denn noch könne das Unternehmen aus einer Position der Stärke heraus handeln: "Im Branchenvergleich stehen die Stadtwerke Bielefeld exzellent da, haben es bisher jedes Jahr geschafft, nicht nur die Verkehrsverluste auszugleichen, sondern auch sehr ordentliche Gewinne an den Gesellschafter abzuführen. Wir wissen aus der Mittelfristplanung, dass sich die finanzielle Lage der Unternehmensgruppe in wenigen Jahren aufgrund der schwieriger gewordenen Lage insbesondere auf dem Energiemarkt deutlich ändern wird. Wir sollten die jetzt noch vorhandenen Mittel für nachhaltige und für Bielefeld sehr wichtige Investitionen nutzen." Zudem habe sich die Haushaltssituation der Stadt etwas entspannt.

Ganz oben auf der Agenda stehe der Aufbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes in der Stadt. Diese Aufgabe sehen die Stadtwerke-Geschäftsführer eindeutig bei den Stadtwerken. "Ohne ein leistungsstarkes Glasfasernetz ist die Digitalisierung der Gesellschaft nicht mehr zu stemmen", so Friedhelm Rieke. "Aber nur mit Hilfe der Digitalisierung können Energie- und Verkehrswende, unser ureigenes Geschäft, die Industrie 4.0 oder anspruchsvolle Forschungsprojekte an den Bielefelder Hochschulen gestaltet werden." Martin Uekmann ergänzt: "Die Bereitstellung eines Glasfasernetzes in ganz Bielefeld sehen wir als Teil der Daseinsvorsorge. Sie gehört zur modernen Infrastruktur genauso wie die Energie- und Wassernetze." Und der Ausbau der städtischen Infrastruktur sei seit mehr als 160 Jahren Aufgabe und Kompetenz der Stadtwerke Bielefeld.

280 Millionen Euro für ein Glasfasernetz

Rund 280 Millionen Euro möchten die Stadtwerke Bielefeld bis 2027 in das Glasfasernetz investieren. Ziel ist ein flächendeckendes Angebot in der gesamten Stadt. "Angesichts des großen Bielefelder Stadtgebiets ist dies ein anspruchsvolles Vorhaben, zumal wir, anders als so manches Telekommunikationsunternehmen, nicht nur die für uns wirtschaftlich attraktiven Gebiete erschließen wollen", so Uekmann. Bereits für 2018 und 2019 plane man, knapp 30 Millionen Euro in die Verlegung von rund 280 Kilometern Glasfaser fließen zu lassen. Man werde sich zudem bei der Stadt um Fördermittel für den Breitbandausbau in bisher unterversorgten Bereichen bewerben. Zunächst haben die Stadtwerke und ihre Telekommunikationstochter BITel Stadtgebiete im Auge, in denen heute kein schnelles Internet vorhanden sei. Über die BITel werde den Bielefelderinnen und Bielefeldern Highspeed-Internet, Telefonie und Fernsehprodukte angeboten.

Digitalisierung bedeutet für die Unternehmensgruppe aber viel mehr als "nur" ein Glasfasernetz. Sie durchdringt mittlerweile alle Geschäftsprozesse und technischen Aufgaben - von der Steuerung des Bus- und Bahnverkehrs bei moBiel über den Betrieb des Stromnetzes bis hin zu Abrechnung und Vertrieb. Friedhelm Rieke: "Entscheidend ist für uns vor allem, dass unsere Kundinnen und Kunden zunehmend digital unterwegs sind. Sie wollen vieles mit ihrem Smartphone managen. Wir reagieren hierauf bereits, müssen unsere Anstrengungen aber intensivieren."

Ausbau erneuerbarer Energien geht weiter

Fortsetzen wollen die Stadtwerke Bielefeld ihre Anstrengungen für eine Energiewende. Seit 2008 flossen bereits rund 200 Millionen Euro in den Bau von Solar-, Biomasse- und Windkraftanlagen sowie den Ausbau der Fernwärmeversorgung - mit deutlich sichtbaren Erfolgen. Denn entgegen dem Bundestrend haben die Stadtwerke Bielefeld schon 2016 - und damit vier Jahre vor der Zeit - das ehrgeizige Ziel einer Kohlendioxid-Reduzierung um 40 Prozent erreicht. Ausruhen will man sich hierauf aber nicht. Martin Uekmann: "In den nächsten drei Jahren wollen wir weitere 40 Millionen Euro investieren. Zum einen stehen weitere Windkraft-Projekte auf unserer To-Do-Liste, zum anderen wollen wir das Thema Energiespeicherung angehen." Neben kleineren dezentralen Speichern, die bei Kunden mit Photovoltaikanlage sinnvoll zum Einsatz kommen können, beschäftigen sich die Verantwortlichen im Unternehmen auch mit dem Vorhaben eines innovativen Batterie-Speicher-Kraftwerks.

Bei den Stadtwerken ist man überzeugt, dass für das Gelingen der Energiewende und das Erreichen der dahinter stehenden Klimaschutzziele der Zubau weiterer Wind- oder Solaranlagen nicht ausreicht. Denn schon heute sei oft zu viel - auch "grüner" - Strom im Netz, der nicht immer sinnvoll genutzt werden könne. Andererseits gebe es im Wärmemarkt und beim Verkehr durchaus noch Bedarf für saubere Energie. Deshalb sei es entscheidend für den Erfolg der Energiewende, diese drei Sektoren zu koppeln. Auch die Industrie müsse man mit ins Boot holen. Voraussetzung ist hierfür zum einen die Veränderung des Stromnetzes hin zu einem intelligenten Netz. Zum anderen müsse man Wege finden, Überschussstrom speicher- und nutzbar zu machen.

Verkehrs- und Energiewende aus einer Hand

Zunehmend in den Fokus der öffentlichen Diskussion tritt der dritte Megatrend, dem sich die Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld in den nächsten Jahren verstärkt widmen will: die Verkehrswende. Für Oberbürgermeister Clausen ist klar: "Wir brauchen auch in Bielefeld eine Verkehrswende, damit wir unsere Klimaschutz- und Umweltziele dauerhaft und nachhaltig erreichen. Hierzu gehört nicht nur die Elektromobilität in Individualverkehr und ÖPNV, sondern vor allem auch die Entwicklung intelligenter und vernetzter Mobilitätsangebote. Es ist ein Glücksfall, dass wir in Bielefeld mit der Stadtwerke-Gruppe nur einen Ansprechpartner für Energie- und Verkehrsthemen haben. So lassen sich viel besser Synergien heben und sektorenübergreifende Vorhaben entwickeln."

Deutlich ausbauen wollen Stadt und Stadtwerke schon ab 2018 das öffentliche Netz von Ladesäulen für Elektroautos. Sie sind überzeugt, dass die Mobilität künftig zu einem wesentlichen Teil elektrisch sein wird. Außerdem bietet der Einsatz strombetriebener Fahrzeuge eine gute Möglichkeit, "grünen" Strom zu speichern, fossile Treibstoffe einzusparen und so die Umwelt zu entlasten. Rund 30 Millionen Euro bis 2027 sind hierfür eingeplant.

"Mit der Stadtbahn ist das Rückgrat des Bielefelder Nahverkehrs, den rund 60 Millionen Menschen im Jahr nutzen, schon seit vielen Jahren elektrisch", so Martin Uekmann. "Mittelfristig werden wir auch beim Bus auf alternative Antriebe umsteigen. In einem ersten Schritt wollen wir auf der Buslinie 29 Brennstoffzellen-Busse erproben. Auch hier sehen wir Synergien mit dem Geschäft der Stadtwerke." Hierzu sei aber eine finanzielle Unterstützung durch Fördermittel notwendig. Uekmann erinnert auch daran, dass die seit längerem beschlossene Beschaffung von 24 neuen Vamos-Bahnen für rund 90 Millionen Euro ebenfalls eine wichtige Investition in Elektromobilität sei. Diese Summe müsse man dem Volumen für Zukunftsinvestitionen eigentlich noch hinzurechnen.

Er macht aber auch deutlich, dass neben neuen Fahrzeugantrieben intelligente Mobilitätskonzepte und eine allgemeine Stärkung des öffentlichen Verkehrs notwendig seien: "Wir müssen es schaffen, Mobilitätsangebote von der Stadtbahn über das Carsharing-Elektroauto bis hin zum Fahrrad so zu verknüpfen, dass sie ganz einfach und jederzeit nutzbar sind. Nur dann werden mehr Menschen bereit sein, auf einen eigenen Pkw zu verzichten." Ferner wolle moBiel sich mit der vorhandenen starken Präsenz und Vernetzung in der gesamten Stadt als Mobilitätsdienstleister für Unternehmen positionieren.

Stadt, BBVG und Stadtwerke einig über Finanzierung

Die Stadtwerke Bielefeld können die geplanten Zukunftsinvestitionen nur in engem Schulterschluss mit dem Gesellschafter BBVG und der Stadt bewältigen. Die Partner sind sich einig, dass sie unumgänglich sind. Sie sind wichtig für die Infrastruktur sowie den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Bielefeld, aber auch für die künftige wirtschaftliche Situation der Unternehmensgruppe.

In den letzten Monaten hat die Stadtwerke-Geschäftsführung unter Einbindung des Aufsichtsrats intensive Gespräche mit dem Gesellschafter BBVG und der Stadtspitze über Inhalte und Finanzierung des Zukunftsprogramms geführt. "Wir möchten die gegenwärtig günstige finanzielle Situation, die auf dem rückwirkenden Wegfall der Brennelementesteuer und guten Jahresergebnissen in den Jahren 2016 (knapp 60 Millionen Euro) und 2017 (nach Schätzungen rund 150 Millionen Euro) sowie einigen Sondereffekten beruht, nutzen für eine Eigenkapitalstärkung in Höhe von 90 Millionen Euro bei den Stadtwerken Bielefeld", erläutert BBVG-Geschäftsführer Joachim Berens. "Dies verschafft der Unternehmensgruppe Spielraum für die anstehenden Investitionen und nachhaltige Renditen." Dabei habe man aber sichergestellt, dass die BBVG in den nächsten Jahren allen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann, insbesondere die abschließende Finanzierung des Rückkaufs von Stadtwerke-Anteilen von der Bremer swb AG. 

Für Berens ist der Finanzbeitrag für die Stadtwerke Bielefeld ein Wechsel auf die Zukunft: "Wir wissen, dass die Stadtwerke Bielefeld auf Jahre zusteuern, in denen sie die Nahverkehrsverluste nicht mehr komplett ausgleichen können - eine Situation, die heute bereits in vielen Städten anzutreffen ist. Wir unterstützen das Unternehmen jetzt, damit das prognostizierte Defizit in der 20er Jahren so gering wie möglich ausfällt. Die Geschäftsführer haben uns verdeutlicht, dass die vorgeschlagenen Investitionen nach einer Anlaufphase ordentliche Deckungsbeiträge zur Verbesserung der zukünftigen Ertragskraft des Unternehmens erzeugen werden." Dies wiederum komme der BBVG und dem städtischen Haushalt zugute.

Oberbürgermeister Clausen stimmt dem zu: "Die Stadtwerke Bielefeld erfüllen mit ihren Tochterunternehmen seit vielen Jahrzehnten zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge in und für Bielefeld, und das mit guten bis sehr guten wirtschaftlichen Ergebnissen. Ich bin überzeugt, dass sie auch weiterhin der richtige Partner für die vor uns liegenden Zukunftsaufgaben wie Digitalisierung, Energie- und Verkehrswende sind. Es ist mir sehr wichtig, diese bedeutende Beteiligung der Stadt so zu stärken, dass sie auch in Zukunft ihre Aufgaben erfüllen kann.".

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