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Pressemitteilung BoxID: 540570 (Stadtwerke Augsburg Holding GmbH)
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Flexibel im Netz mit "Power-to-heat"

Stadtwerke Augsburg bauen riesigen Tauchsieder

(lifePR) (Augsburg, ) Mit einem überdimensionalen Tauchsieder wollen die Stadtwerke Augsburg (swa) das Stromnetz entlasten und überschüssigen Strom für die Fernwärme sinnvoll nutzen. "Power-to-heat" heißt die Anlage, zu Deutsch: Strom zu Wärme. Sie entsteht derzeit direkt neben der Gasturbine der swa in Lechhausen. "Wir können damit flexibel auf Schwankungen im Stromnetz reagieren, das Netz stabilisieren und leisten so einen Beitrag zur Energiewende", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer.

Mit der Energiewende wird regenerative Energieerzeugung gefördert. Vor allem die Stromanteile aus Photovoltaik und Windkraft haben deutlich zugenommen. So wird heute doppelt sowie Strom aus Windkraft erzeugt wie vor zehn Jahren, beim Sonnenstrom sind es sogar 60 Mal so viel. "Was vom Ansatz richtig ist, führt in der Praxis zu erheblichen Problemen, weil nach wie vor ein tragfähiges Gesamtkonzept für die Energiewende fehlt", so Dietmayer.

So entsteht mit dem Einspeisevorrang für erneuerbare Energie eine skurrile Situation: Weht der Wind und scheint die Sonne, dann ist mehr Strom vorhanden, als gebraucht wird und im Netz transportiert werden kann. Dann suchen die Netzbetreiber händeringend nach Verbrauchern, die schnell Leistung aus dem Netz nehmen. Etwa 1.000 Mal war das im vergangenen Jahr der Fall. Und dann gibt es sogar Geld dafür, wenn Strom auf Abruf verbraucht wird.

"Das ist nicht nur auf den ersten Blick eine verkehrte Energiewelt", so Dietmayer. "Umso wichtiger ist es, auf diese Situation richtig zu reagieren und den Strom nicht nur zu verbrauchen, sondern sinnvoll einzusetzen." Genau da setzt die Power-to-heat-Anlage der Stadtwerke Augsburg an. Sie ist quasi ein überdimensionaler Tauchsieder. Je nach Bedarf wird das heiße Wasser entweder direkt in das Fernwärmenetz der swa eingespeist oder für einen späteren Verbrauch im Wärmespeicher zwischengelagert. Die Anlage hat eine Leistung von 10 Megawatt (MW), das entspricht etwa 10.000 haushaltsüblichen Tauchsiedern (mit 1.000 Watt Leistung). Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom in heißes Wasser liegt bei nahezu 100 Prozent. "Wichtig ist uns, dass keine Energie vernichtet wird", so Dietmayer.

Die Anlage dient zur "Bereitstellung von negativer Sekundärregelleistung", wie es fachsprachlich heißt. Und das macht eine zweite etwas seltsame Blüte der Energiewende deutlich: "Schon die Bereitstellung der Anlage, die Leistung aus dem Netz nehmen könnte, wird von den Netzbetreibern finanziell honoriert", erklärt Dietmayer. "Wir bekommen also Geld dafür, die Anlage bereitzuhalten, egal ob sie nun läuft oder nicht."

Rund 1,5 Millionen Euro wird die Anlage kosten, die in den kommenden Wochen bei der Gasturbine in Lechhausen gebaut wird. In vier bis fünf Jahren ist sie durch die Erlöse refinanziert.

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