Filmemacherin Nadine Zacharias zu Gast beim Native American Day 2014 morgen im KJK Sandgasse

(lifePR) ( Offenbach, )
Ihr Film ist einer der Programmpunkte des diesjährigen Native American Days am morgigen Samstag, 18. Oktober, den das Jugendkulturbüro-Projekt „offRock” des Offenbacher Jugendamts, die Kulturinitiative im Mehrgenerationenhaus (KiM) und der Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte Tokata - LPSG RheinMain e.V. gemeinsam veranstalten. Die sympathische Waldkircher Filmemacherin und Ethnologin Nadine Zacharias haben die Jugendamtsmitarbeiter Claudia Weigmann-Koch und Michael Koch beim diesjährigen Nordamerikanischen Filmfestival Indianer und Inuit in Stuttgart kennengelernt. Dort hatte ihr Dokumentarfilm „Into America“ nicht nur Premiere, sondern wurde gleich als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Das Offenbacher Engagement im Rahmen deutsch-indianischer Jugendprojekte und Kulturveranstaltungen unterstützte Zacharias, indem sie den Jugendkulturbüromachern das Recht einräumte, den Film bei eigenen Veranstaltungen kostenfrei aufzuführen. Nun kündigt sich Nadine Zacharias zu der morgigen Erstaufführung im Rhein-Main-Gebiet kurzfristig an und steht Veranstaltern, Publikum sowie Presse- und Medienvertretern als Gesprächspartnerin zur Verfügung.

Zum Film (aus einem Zeitungsartikel der Badische Zeitung vom 7.3.2014):

Ein Auto, bis unters Dach beladen mit Reisegepäck und Filmequipment. Auf dem Rücksitz die Waldkircher Regisseurin Nadine Zacharias und ihr Kameramann Max von Matthiessen. Am Steuer und auf dem Beifahrersitz die beiden Hauptdarsteller: Angelo Baca und seine Großmutter Helen Yellowman. Sie ist eine Stammesälteste der Navajo, ein Indianerstamm (First Nation) im Südwesten der USA. Der Dokumentarfilm „Into America – The Ancestors’ Land" von Nadine Zacharias nimmt die Zuschauer mit auf eine fünftägige Autoreise durch den Westen der USA. Vom Pazifik in die Wüste.

In 84 Minuten Film ist Zeit, um die Protagonisten selbst zu Wort kommen zu lassen: Angelo Baca gehört dem Indianerstamm der Navajo an und lebt und arbeitet in Seattle. Seine Großmutter, eine hoch angesehene Stammesälteste, verweigert die englische Sprache und den westlichen Lebensstil. Sie war zu Besuch bei ihrem Enkel in der Großstadt. Gemeinsam treten sie die über 2000 Kilometer lange Heimreise von Seattle in die „Navajo Nation Reservation" in Utah an und erzählen ihre Familiengeschichte: Die Ölförderung, das rücksichtslose Handeln von Ölfirmen und Landenteignung haben Helens Familie zu Flüchtlingen im eigenen Land werden lassen. Auch der Kontrast zwischen alter Tradition und dem modernen Leben und der Bedeutung von Heimat und den Umgang mit Entwurzelung wird thematisiert. Der Film kommt ohne hektische Schnitte aus – was im ersten Moment langatmig erscheint, ermöglicht schlussendlich reale Tiefe und einen wahrheitsgetreuen Blick auf die Dinge.

Nadine Zacharias ist nicht nur Filmemacherin, sondern auch Ethnologin und bereitet ihren Dokumentarfilm deswegen mit wissenschaftlicher Genauigkeit vor: „Mir ist es wichtig, dass die Geschichte eine Wahrhaftigkeit hat. Für meine Filme brauche ich keine erzwungenen Emotionen. Der jeweilige Protagonist soll sich wohl fühlen beziehungsweise einverstanden sein, wie ich ihn im Film dargestellt habe." Darum hat sie sich auch bewusst gegen eine Sprecherstimme im Film entschieden: „Die Menschen haben eine eigene Stimme und sollen für sich selbst sprechen.“

Einen der Protagonisten, Angelo Baca, lernte Nadine Zacharias während ihres einjährigen Studienaufenthalts in Seattle mit dem Forschungsschwerpunkt indigene Völker in Nordamerika kennen. So entstand auch die Idee zum Dokumentarfilm: „Ich wollte meine ethnologischen Themen in Filme verpacken. Seine Familiengeschichte ist sozusagen mein Forschungsobjekt.“ Die Dreharbeiten haben schon 2010 begonnen, bis zur Fertigstellung 2013 saß Nadine Zacharias an den Wochenenden in den Schneideräumen der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg und arbeitete unter der Woche als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Museum in der Schweiz: „Nur vom Filmemachen kann ich nicht leben. Die Postproduktion hat wahnsinnig lange gedauert und viele Nerven gekostet.“

Arbeit, die honoriert wurde: Die Jury des Nordamerika-Filmfestivals in Stuttgart verlieh Nadine Zacharias für „Into America – The Ancestors’ Land“ den Preis in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“. Für die Waldkircherin ist das ein ganz besonderer Preis, denn er zeichnet sie nicht nur als Filmemacherin, sondern auch als Ethnologin aus.
Noch steht der Preis mit der Aufschrift „no more silence“ bei den Eltern im Wohnzimmer, doch schon bald soll er auch leihweise in die USA gebracht werden.

Ob der Film auch im Fernsehen laufen wird? Nadine Zacharias glaubt das nicht: „Das Fernsehen braucht diese emotionalen Aha-Effekte. Mein Film lässt sich Zeit, ist eher ruhig und beobachtend und gibt den Protagonisten Raum. Man muss sich auf ihn einlassen. Eben diesen ethnologischen Ansatz würde ich mir aber für das Fernsehen wünschen. Das ist in den letzten Jahren sehr oberflächlich geworden.“ Nadine Zacharias ist in Waldkirch aufgewachsen und pendelt derzeit zwischen Waldkirch und Stuttgart. Derzeit produziert sie begleitende Filme für Ausstellungen und Museen. Für ein Völkerkundemuseum in der Schweiz wird sie einen neuen Medienraum gestalten. Außerdem möchte sie mit wissenschaftlichen Instituten zusammenarbeiten um Kultur und Wissenschaft einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Der Trailer und kurze Ausschnitte des Films können angeschaut werden unter http://www.vimeo.com/user16627817/videos . Infos zum Film unter http://www.intoamericafilm.wordpress.com.

Gespannt sind die Veranstalter auch auf die Meinung der anwesenden Navajo-Gäste der Jones Benally Family und der Rockband Sihasin, die seit vielen Jahren auch in Europa einen hohen Bekanntheitsgrad erwerben konnten. Sicherlich eine spannende Begegnung zwischen Navajo-Künstlern und der deutschen Filmemacherin.

Das Programm:

16 Uhr Einlass
16.30 Uhr Into America – The Ancestors Land (Film von Nadine Zacharias. 84-minütiges Roadmovie über eine Navajo-Großmutter, die mit ihrem Enkel von Seattle in die Reservation nach Arizona reist. Premiere im Rhein-Main-Gebiet)
19.30 Uhr Jones Benally Family (traditionelle Navajo-Tänze und Musik)
20.30 Uhr New Friends, New Dreams (Fotoshow über ein Jugendbegegnungsprojekt junger Navajo mit jungen Menschen aus Offenbach und Umgebung im Sommer 2008 in der Navajo-Reservation)
21 Uhr Sihasin (Native Rock, Sihasin ist die ehemalige Band Blackfire, allerdings ohne deren charismatischen Sänger und Gitarristen Klee Benally)
…außerdem Infostände zu indianischen Menschenrechtsfragen sowie Verkaufsstände mit Literatur, Musik, Schmuck und zapatistischem Kaffee.
Einlass: ab 16 Uhr
Einlass Abendveranstaltung ab 19 Uhr

Eintrittskarten

Ganztageskarte: 12 Euro (ab 16 Uhr bis zum Veranstaltungsende)
Abendkarte 10 Euro (ab 19 Uhr)
Tickets in Offenbach beim OF-Infocenter im Salzgässchen, im Jugendkulturbüro KJK Sandgasse, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie per Email unter offrockoffice@aol.com und online unter http://www.adticket.de/
Und außerdem: http://www.adticket.de/KJK-Sandgasse-Offenbach.htm l
Telefonische Bestellungen unter 069 8065 - 3969, - 2159 und 0177 5736790.
Mehr Infos unter http://www.offenbach.de/offenbach/veranstaltungen/
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