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Pressemitteilung BoxID: 384373 (Stadt Bergisch Gladbach)
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Vorleseprojekt in einem orientalischen Stoffzelt

Mütter mit und ohne Migrationshintergrund lesen Grundschulkindern Märchen vor

(lifePR) (Bergisch Gladbach, ) Mit gebannten Blicken saßen rund ein Dutzend Kinder in einem großen, orientalisch anmutenden Zelt und sogen gebannt jedes Wort auf, das die Vorleserin sprach. Diese saß in einen braunen Umhang gehüllt mit einem großen Buch vor sich vor den Kindern und erzählte ein Märchen nach dem anderen. Die meisten Kinder hatten die Welt um sich herum rasch vergessen: Sie waren in der Welt der Märchen. Dieses Bild zeigte beim Abschluss des Vorleseprojektes mehr als tausend Worte: Das Projekt war ein voller Erfolg.

Über Monate hatten sich die Vorleserinnen in dem Integrationsprojekt der Stadt Bergisch Gladbach intensiv vorbereitet. Zu Beginn des Schuljahres 2012/2013 wurden an zwei Bensberger Grundschulen Mütter, deren Kinder in das 1. oder 2. Schuljahr gehen, als Vorleserinnen gesucht. Der Einladung zur Ausbildung als Märchenvorleserinnen durch die professionelle Märchenvorlesetrainerin Annegret Hachenberg folgten fünf Mütter aus fünf unterschiedlichen Nationen: aus Guatemala, Deutschland, Kolumbien, Russland und der Schweiz. Die Mütter trafen sich wöchentliche im Café KiWo im Stadtteil Bockenberg und wurden von Frau Hachenberg im Vorlesen, in Stimm- und Atemtechnik geschult. Gleichzeitig wurde das Märchenrepertoire, das zum Abschluss vorgetragen werden soll, erarbeitet. So soll die Freude am Lesen gefördert und die Kinder für unterschiedliche Nationalitäten sensibilisiert werden.

Als der große Abschlusstag nahte, war die Aufregung bei allen Beteiligten groß. Vorgetragen wurden die Märchen in einem großen Stoffzelt. "Das Zelt wurde von der Jugendwerkstatt der AWO gefertigt", erklärte Projektkoordinatorin und Integrationsbeauftragte der Stadt, Martina Siebenmorgen. In der Werkstatt arbeiten Jugendliche in einem beruflichen Orientierungsprogramm.

Ermöglicht wurde das Projekt durch eine großzügige Spende von ADRA Deutschland. 3800 Euro übergab Gunter Lanz stellvertretend für die Organisation, die sich in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe engagiert. Dem Thema Märchen angemessen übergab er an Bürgermeister Lutz Urbach eine große Kiste mit Silbermünzen. Das Geld wurde im ADRA Shop in Bergisch Gladbach erlöst, in dem an der Hauptstraße 362 seit Ende 2010 Second-Hand-Waren angenommen und verkauft werden.

Zurück zum Projekt: Ziel der Müttertreffen war neben dem Sprach- und Vorlesetraining, die sozialen Kompetenzen der Mütter zu fördern und das Selbstwertgefühl zu stärken. Fragestellungen zu Alltagsproblem, Erziehungsthemen und anderes mehr wurden quasi "nebenher" diskutiert und geklärt.

Wie geht es nun weiter?

Im nächsten Schritt soll das Projekt neben den Grundschulen im Raum Bensberg an Grundschulen in anderen Stadtteilen weitergeführt werden. Erste Kontakte in den Stadtteil Gronau hat es bereits gegeben. Die bisher ausgebildeten Mütter haben ebenfalls angekündigt, weiterzumachen. Sie wollen auf Stadtfesten und anderen Veranstaltungen auftreten und die Idee weiter tragen. Damit eifern sie einem ersten derartigen Projekt nach, das in Köln vom Vingster-Treff durchgeführt wurde und inzwischen zum Selbstläufer geworden ist.