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"Vertriebene sind wir, Verbannte" - EXILAUTOREN lesen beim Brechtfestival

(lifePR) (Augsburg, ) "Exil" heißt das Thema des Brechtfestivals Augsburg (30.1.-10.2.2015). Das Festival wird dabei sowohl die Exilzeit Brechts in den 30er und 40er Jahren als auch das Thema "Exil heute" in den Blick nehmen. Gemeinsam mit dem deutschen PEN-Zentrum wurden Autoren eingeladen, die im Exil leben und schreiben: die Tunesierin Najet Adouani, der Syrer Yamen Hussein und der Syrer Amer Matar. Die drei Autoren sind Stipendiaten des Writers-in-Exile-Programms des PEN. Ihre Texte erzählen von Heimat, Exil und dem Leben in einem Zwischenzustand.

"Vertriebene sind wir, Verbannte. Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns da aufnahm", so schrieb Brecht 1937 über die antifaschistischen Flüchtlinge aus Hitlerdeutschland. Heute suchen Menschen aus vielen Ländern in Deutschland Zuflucht. Das Brechtfestival wird daher drei Exilautoren ein Forum geben: Najet Adouani, Yamen Hussein und Amer Matar lesen und diskutieren vom 3. bis 5. Februar in Augsburger Flüchtlingsheimen und im Grandhotel Cosmopolis, einem "sozialen Kunstwerk", das Hotel, Flüchtlingsunterkunft und Kreativraum zugleich ist. Franziska Sperr, Vizepräsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, stellt die Autoren vor, Ulrich Ladurner, Auslandsredakteur der ZEIT, moderiert die Gespräche.

Najet Adouani ist Lyrikerin und Journalistin. Mit ihren Publikationen hat sie sich in Tunesien für Freiheit, Frieden und die Rechte von Frauen eingesetzt. Ihre Texte provozierten, und Adouani wurde auf die "Schwarze Liste" gesetzt. Auch nach der tunesischen Revolution kämpfte sie weiter, bis sie wiederholt bedroht wurde und ihre Publikationen verboten worden sind. Im Oktober 2012 floh sie ins Exil nach Deutschland. Najet Adouani veröffentlichte sechs Lyrikbände, die in mehrere Sprachen übersetzt worden sind, und eine Sammlung von Kurzgeschichten auf Arabisch.

Yamen Hussein ist Dichter und Menschenrechtsaktivist. In Syrien gründete er eine Jugendorganisation für religiöse Toleranz. Aufgrund seiner regimekritischen Texte wurde er mehrmals inhaftiert. Yamen Hussein kämpfte gegen Gewalt und Bedrohung durch den syrischen Geheimdienst und radikale islamische Gruppierungen. 2014 floh er in die Türkei und ist im Herbst 2014 nach Deutschland gekommen.

Amer Matar ist Journalist und Menschenrechtsaktivist. Er war Mitbegründer der Organisation "Al-Schari" ("die Straße"), die sich in Syrien für freiheitliche Medien und Entwicklung einsetzt. Außerdem schrieb er für zahlreiche arabische Zeitungen. Dabei interessierte er sich vor allem für den Zusammenhang von Kunst und der aufständischen Bewegung in Syrien, die er als friedliche Revolution bezeichnete. 2011 wurde er wegen seiner journalistischen Arbeiten vom Syrischen Geheimdienst festgenommen und gefoltert. 2012 konnte er nach Deutschland fliehen. In seinen Texten setzt er sich mit den jüngsten Ereignissen in Syrien auseinander und reflektiert seine Rolle als Exil-Journalist.

Zum Thema "Exil heute" und in Anknüpfung an die aktuelle Flüchtlingsdebatte findet außerdem am 2. Februar eine politische Podiumsdiskussion im Foyer des Theaters Augsburg statt. Daran nehmen teil: die Bundestagsabgeordneten Dr. Volker Ullrich (CSU), Ulrike Bahr (SPD) und Eva Bulling-Schröter (Die Linke), der iranische Musiker und Filmemacher Darioush Shirvani, Andreas Bönte vom Bayerischen Rundfunk sowie Vertreter des Bayerischen Flüchtlingsrats und der Caritas.

Das insgesamt rund 50 Veranstaltungen umfassende Brechtfestival läuft vom 30. Januar bis zum 10. Februar, Brechts 117. Geburtstag. Das vollständige Programm, Biografien der teilnehmenden Künstler und Informationen zum Kartenvorverkauf finden sich unter www.brechtfestival.de.

Akkreditierungen und Interviewwünsche bitte via Email an: smeierhenrich@t-online.de

Das Brechtfestival Augsburg (30.1. - 10.2.2014) wird veranstaltet von der Stadt Augsburg, Kulturamt/ Büro Brechtfestival, in Kooperation mit dem Theater Augsburg. Partner des Brechtfestivals ist die Stadtsparkasse Augsburg. Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, den Stadtwerken Augsburg sowie weiterer Förderer und Sponsoren. Medienpartner: Augsburger Allgemeine und Bayern 2.