Mächtige Klangräume und stille Oasen bei der Langen Kunstnacht in Augsburg

16. Juni 2012 -"Die Lange Nacht der Kirchen und Klöster" in Augsburg

(lifePR) ( Augsburg, )
Mit beeindruckenden sakralen Bauten aus Spätgotik, Barock, Renaissance und Jugendstil birgt die Augsburger Innenstadt einen herausragenden kunsthistorischen Schatz. Am 16. Juni 2012 öffnen die Kirchen, Klöster und Kapellen - bekannte und vergessene - zusammen mit den Museen und prunkvollen Festsälen der Augsburger Innenstadt ihre Pforten für ein durch und durch geistreiches Programm bis spät in die Nacht. Mit über 150 geistlichen und weltlichen Konzerten, Lesungen, Führungen, Filmen, Tanz- und Theaterszenen und Performances rankt sich die Kunstnacht an diesem Abend an über 50 Spielorten um die spirituellen Wurzeln der Stadt und wirft gleichzeitig einen zeitgenössischen Blick auf ein immerwährendes Thema.

Anlass zu dieser "Langen Nacht der Kirchen und Klöster" gibt das Jubiläum der Benediktiner, die vor 1000 Jahren als erster Orden nach Augsburg kamen und zusammen mit vielen anderen Ordensgemeinschaften lange Zeit die Stadtgesellschaft prägten. Sie waren Orte der Bildung, Lehre, Kunst und Musik, kümmerten sich um Bedürftige und Kranke und waren einflussreiche Arbeitgeber für das Handwerk und seine Zünfte. Mächtige Kirchenbauten, die das Stadtbild der Innenstadt bestimmen, vereinen in ihrer herausragenden Architektur von Spätgotik bis Jugendstil und ihrer prachtvollen Ausstattung die Werke großer Künstler. Der diesjährigen Kunstnacht verleihen sie eine einzigartige Kulisse für ein facettenreiches Programm bis spät in die Nacht.

Die Augsburger Philharmoniker eröffnen den Abend mit einem spannungsvollen Konzert im Goldenen Saal des Rathauses. Mit dem Programm "Zwischen Himmel und Hölle" begibt sich das Orchester in die glücklichsten und dunkelsten musikalischen Gefilde von W.A. Mozart, Jaques Offenbach bis hin zu Albert Ketelbys "In einem Klostergarten".

Mit diesem Auftaktkonzert beginnen auch die Programme der Ordensgemeinschaften in der Innenstadt: Das Kloster Maria Stern der Franziskanerinnen, die Dominikanerinnen von St. Ursula, der Dominikanerkonvent Heilig Kreuz, das Zentrum Maria Ward, die Evangelische Diakonissenanstalt und die Benediktinerabtei St. Stephan zusammen mit den Barmherzigen Schwestern öffnen ihre Kirchen und Kapellen für klassische Konzerte, moderne Kunstperformances und kunsthistorische Führungen, erzählen vom Klosterleben gestern und heute, und gewähren einen Blick hinter die Klostermauern: Im malerischen Klostergarten der Abtei St. Stephan begibt sich der Besucher auf einen Kunstspaziergang zwischen den textilen Arbeiten der Künstlerin Andrea Dresely, lauscht gregorianischem Choral und kann sich in der Sternwarte das Universum erkären lassen.

Orchesterkonzerte, kammermusikalische Konzerte und Chorprogramme nehmen Bezug auf die musikalische Tradition der Klöster. So wurden einige von großen Meistern speziell für den Gottesdienst komponiert. Musica Suevica widmet sich den Kompositionen der Augustiner-Chorherren von Heilig Kreuz, Roland Götz spielt aus einer Orgeltabulatur aus dem Kloster Irsee für venezianisches Spinett, und in den unterschiedlichsten Interpretationen bis hin zu einer zeitgenössischen Variation für Klarinette und Saxophon erklingt die eindrucksvolle Musik der Mystikerin und Ordensfrau Hildegard von Bingen. Die besondere meditative Klangqualität der Kirchenräume entfaltet sich aber auch bei raumfüllenden Orgelkonzerten und minimalistischer Musik des 20. Jahrhunderts von Michael Nymann, Philip Glass bis hin zum "Stabat Mater" von Arvo Pärt.

Die Besonderheit dieser meditativen Oasen in einem sich verändernden städtischen Umfeld nehmen zwei Augsburger Klangkünstler in ihr Konzept auf: Martyn Schmidt importiert in "Fanum pro Fanum" städtische Alltagsgeräusche in die ungewohnte Stille der Schneckenkapelle von St. Ulrich und Afra und Sebastian Giussani verknüpft in "Contemplatio rumoris - umgeben von" das industrielle Umfeld der MAN um St. Sebastian mit Maschinenklängen und der Orgel des Kirchenraums.

Weg vom christlich-abendländischen Raum wirft die Kunstnacht einen Blick auf die spirituelle Tradition anderer Kulturen: Die Sängerin Namgyal Llamo - die Nachtigall Tibets - singt buddhistische Lieder des Glaubens aus ihrer Heimat. Das Galata Mevlevi Ensemble aus Istanbul zelebriert das Sema-Ritual der tanzenden Derwische im Goldenen Saal. Seref Dalyanoglu und Christine Riesser lassen geistliche Lautenmusik von Orient bis Okzident auf ungewöhlichen Saiteninstrumenten miteinander verschmelzen. Der Weg in die Tepe Basi Moschee am Katzenstadel zu einer Führung durch das Gebetshaus lohnt sich genauso wie ein Spaziergang zur Synagoge. Nach dem Sonnenuntergang und dem Ende des Sabbat erklingt hier klassische und traditionelle jüdische Musik unter der prachtvollen byzantinisch anmutenden Kuppel.

In Textcollagen und Theaterperformances gehen Schauspieler des Theaters und der freien Szene den unterschiedlichsten Aspekten von Religion, Glauben, Frömmigkeit und Spiritualität gestern und heute auf den Grund: Historische Persönlichkeiten wie Martin Luther, die liebenden Ordensleute Abaelard und Heloisa aus dem 12. Jhdt. oder Rahel, die mit Gott rechtet, kommen genauso zu Wort, wie Menschen des Alltags. Die Gruppe Bluespotsproductions befragte unter dem Titel "Neue Gefühle in Alten Gemäuern" Augsburger Bürger für die Kunstnacht zu ihrem Glauben. Und auch in "Bruder Paulus trifft" geht der Fernsehmönch, hier inzeniert durch das Theater Augsburg, im Interview mit Prominenten diesem Thema humorvoll und unterhaltsam nach.

Tänzerischen Ausdruck findet das allumgreifende Thema wiederum in den Tanzbegegnungen unter dem Liedtitel "In Darkness let me dwell". Emotionale Momente werden getanzt von Daniel Zaboj, Ceran Yavan-Wagner und Ema Kawaguchi zur Lautenmusik der Renaissance interpretiert von Sting.

Und natürlich ist es nicht verwunderlich, dass zu diesem Abend auch ein Engelsforscher in der Stadt halt gemacht hat. Mit seinem Engelsmuseum, das er im Garten des Schaezlerpalas aufgestellt hat, erzählt er vom Glück, einem Engel zu begegnen und vielleicht wird tatsächlich auch ein Engel über den Dächern Augsburgs zu sehen sein. Im Park des Fronhofes erstrahlt spätabends ein Lichterlabyrinth aus vielen Tausend Kerzen. In der Installation des Theater Anu, in der sich jeder Besucher auf "Die Große Reise" begeben kann, trifft er in poetischen Theaterszenen Menschen, die auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück sind, und begibt sich damit auch auf den Weg in die eigene Mitte.

Mit einem Ausflug in die Krypta der Basilika St. Ulrich und Afra klingt die Lange Nacht weit nach Mitternacht mit "The secret key" aus. Zu den Klängen von "Heil-Instumenten" aus alter Zeit kann der Zuhörer im Innersten der Kirche in sein eigenes Inneres hineinhören. Existentiell und dennoch weltlich endet der Abend auch im Thalia mit Stephan Holsteins Blue Monk Quintett und filigranen, melancholischen und hockkarätigen Jazztunes.

Alle Veranstaltungen der "Langen Nacht Kirchen und Klöster" können mit einem einzigen Ticket besucht werden. Die Karten kosten im Vorverkauf 12 € (erm. 10 €) und an der Abendkasse 14 € (erm. 12 €). Für das Eröffnungskonzert ist ein Ticketaufschlag (2 €) erforderlich. Tickets und Programmhefte gibt es ab 11. Mai 2012 bei den Shops der Augsburger Museen, der Kresslesmühle, der Bürger- und der Touristinformation am Rathausplatz, dem AZ Kartenservice und beim Theater Augsburg (Tel.: 0821-324 4900). Detaillierte Informationen ab 11. Mai 2012 auch im Internet unter www.langekunstnacht.de
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