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Eine "Spritz"- Tour zu Augsburgs Wasserschätzen

15. Juni 2013 "Die Lange Nacht des Wassers" in Augsburg

(lifePR) (Augsburg, ) Imposante Prachtbrunnen, historische Wassertürme, unzählige Kanäle und beeindruckende Industriedenkmäler der Wasserwirtschaft zeugen von Augsburgs Jahrhunderte währender Vorreiterrolle in der Nutzung des nassen Elements. Die "Lange Nacht des Wassers" 2013 lädt dazu ein, sich mit über 150 künstlerischen Programmpunkten rund um das Thema Wasser auf einen prickelnden Kunstspaziergang durch die Stadt zu begeben: Mit Orchesterkonzerten, Theaterszenen, Kammermusik, Lesungen, Ballett, Führungen und Ausstellungen bietet die Lange Kunstnacht an fast 50 Spielorten unerschöpflichen Kunstgenuss vor der malerischen Kulisse der Augsburger Innenstadt.

Anlass zur thematischen Neuauflage einer der stimmungsvollsten Langen Kunstnächte gibt die Interessensbekundung Augsburgs zum UNESCO Weltkulturerbe. Mit Kanälen und Bächen auf einer Gesamtlänge von 135 Kilometern, hat Augsburgs Leben um und mit dem Wasser eine einmalige Jahrhunderte lange Geschichte. Die Zeugnisse sind zahlreich: die Historischen Wassertürme am Roten Tor stehen für die frühe Trinkwasserversorgung, das Wasserwerk am Hochablass ist ein technisches Wunder des 19. Jahrhunderts, die Brunnen in der Maximilianstraße zeugen von Augsburgs kultureller Blüte in der Renaissance und das Maximilianmuseum verfügt über unzählige Skizzen und Modelle zur Nutzung dieser Lebensader. Im Zentrum der "Langen Nacht des Wassers" 2013 stehen diese und viele andere historische Orte, um die sich das vom Wasser inspirierte Programm des Abends entfaltet.

Eröffnet wird die Lange Kunstnacht von den Augsburger Philharmonikern mit einem festlichen Konzert im Goldenen Saal des Rathauses. In dem Programm "Wellen, Wind und Violinen" begeben sie sich auf große musikalische Fahrt: Händels "Wassermusik" begegnet Mancini "Moon River" und Mendelssohns Wellen der Nordsee dem "Ol'Man River" unter der Sonne des Südens.

Zeitgleich beginnt das Programm der Langen Nacht auch an vielen anderen Orten mit künstlerischen Programmen und informativen Führungen: Am südlichen Ende der Altstadt gelegen stehen die Wassertürme am Roten Tor, in denen die komplexen Wasserhebetechnik nachvollzogen werden kann. Nur wenige Schritte entfernt, auf dem einzigartigen Aquädukt hinter dem Roten Tor, lesen Schauspieler vom Theater Augsburg bis am späten Abend direkt am Wasser. Weitere Rundgänge führen in den Kastenturm am Handwerkermuseum sowie zu den Brunnen der Jakobervorstadt und in der Maximilianstraße. Ein Höhepunkt ist die Öffnung dreier noch aktiver Wasserkraftwerke an Wertach und Proviantbach, in denen teilweise bereits fast 100 Jahre alte Generatoren Strom aus Wasser gewinnen. Auch das Historische Wasserwerk am Hochablass steht mit Führungen und Konzerten für den Besuch offen.

Skurril und fantastisch setzt die Berliner Performance-Gruppe Grotest Maru den Äußeren Stadtgraben an der Kahnfahrt raumgreifend in Szene und entwirft hier in einer mehrstündigen theatralen Installation eine Bilderwelt zwischen Seemannsgarn und Tuchspinnerei. Rund um die fiktiv-utopische Augsburger Wassergeschichte begegnen dem Publikum zu Land und zu Wasser Liebespaare, Fischer und Kahnschupfer, Römer, Kaufleute und längst vergessene Nymphen. Selbst die Vision des Architekten Albert Gollwitzer, der die Augsburger Gewässer mit der Donau verbinden wollte, scheint zum Greifen nah.

Vergangenheit und Gegenwart begegnen sich im 100 Jahre alten Stadtbad: Das Jugendstilgebäude bietet die kontrastreiche Kulisse für zeitgenössische Kunst. "Bauch rein - Brust raus!" heißt es in der Ausstellung der Künstler des Kulturpark West und der Ballonfabrik, die den Natur- und Kunstbegriff des Jugendstils aufgreifen und spannende aktuelle Bezüge hinzufügen. Auch die Lechkanäle der Altstadt werden zur Galerie und laden zum Spaziergang: Kunstschaffende des Lechviertels und Kunstpädagogen der Universität Augsburg gestalten im Rahmen eines Kunstkanals einzelne Abschnitte um, machen auf die Historie des Viertels aufmerksam oder nutzen das Element als Teil von Kunstprojekten.

Welch sprudelnden Quell an Inspiration Wasser, Bäche, Flüsse und Seen für Komponisten durch die Jahrhunderte boten, zeigt sich in den zahlreichen musikalischen Programmen. In Orchester- und Kirchenkonzerten, Kammermusik- und Chorprogrammen kommen neben Händels "Wassermusik", Schuberts Forellenquintett oder "An der schönen blauen Donau" von Richard Strauss auch unbekannte Kompositionen zu Gehör: Die avantgardistische Widmung an den Klang des Meeres "Towards the sea" von Toru Takemitsu, lässt ebenso vom Meer träumen wie das Ensemble für frühe Musik, das sein Publikum mit iberischen Liebesliedern des 13. Jahrhunderts an den Strand von Vigo entführt.

Von fernen Welten jenseits der Ozeane erzählen die weltmusikalischen Programme: Das Meer wird mit Didgeridoo, Gesang und Percussion im portugiesischem Fado des Trio Al Mar zum "Tor zur Freiheit" und Seref Dalyanoglu und sein Ensemble erzählen von der Orientalischen Musikkultur zwischen Brunnen und Hamam. Ein absoluter Höhepunkt ist das Konzert der Gruppe "Liquid Soul" von Gert Anklam und Beate Gatscha, die mit ihrer einmaligen, selbst gebauten Wasserstichorgel "Musik aus Luft und Wasser" spielen - unterstützt von einem Ensemble aus Hang, Sheng, Koto und Percussion.

Mit seinen unerschöpflichen visuellen und akustischen Möglichkeiten wird das Element Wasser selbst zum Akteur: Der Berliner Künstler Roman Heller nimmt den Zuschauer in seiner Live- Videoperformance Societymindlove 2.0 mit auf eine Reise in tiefenentspannende farbige Wasserwelten. Stefanie Sixt und Markus Mehr sammeln für die Soundperformance Sublimit(y) Water Geräusche und Bilder aus hiesigen Gewässern und das MehrMusik!-Ensemble lässt Tropfen, Rauschen und Glasharfen-Tönen individuell am Ohr des Zuhörers erklingen.

Nah am und im Wasser tanzt die TanzArt-Tanzkompagnie unter der Regie der Blue Spots Productions. Undine - ein Versinken in vier Atemzügen erzählt das Meerjungfrauenmärchen im Wasserbassin des malerischen Damenhofes der fürstlichen Fuggerhöfe. Macht und Ohnmacht der englischen Könige inszensieren mit dem Titel Liquid Shakespeare die Tänzer um Daniel Zaboj in ihrer Interpretation der Königskämpfe. Isis - die Göttin des Mondes und des Meeres erscheint in einer Choreografie des Ballett des Theaters Augsburg im prunkvollen Saal des Augsburger Rathauses.

Eine schier unerschöpfliche Zahl an Wassertropfen, Wasserspritzern und Fontänen erwartet die Kunstnacht-Flaneure bei zwei Open-Air-Spektakeln: In der Parkanlagen des Fronhofs ist der Spurting Man der Gruppe Avanti Display in einer britisch-komischen Inszenierung zu erleben. Eine adelige Brunnenfigur wird mit Hilfe ihres tollpatschigen Gehilfen zum sprühenden Gesamtkunstwerk. Zu später Stunde nach Einbruch der Dunkelheit tanzen auf dem Äußeren Stadtgraben die farbenfrohen Fontänen einer Wasserorgel in einer spritzigen Choreografie zu klassischen Wassermusiken.

Mit fließenden Jazz-Klängen und Improvisationen des Harry Alt-Trios feat. Micha Acher geht die Lange Kunstnacht auch nach Mitternacht noch an ausgewählten Orten weiter. Blubbernde Beats und tanzbaren Deeper Sound liefert Frank Gödicke im Fuggerkeller an der Maximilianstraße und im Hempels begeben sich die DJs il buono und il cattivo mit Surfin' Bird ins musikalische Fahrwasser der 60er Jahre.

Alle Veranstaltungen der "Langen Nacht des Wassers" können mit einem einzigen Ticket besucht werden. Die Karten kosten im Vorverkauf 12 € (erm. 10 €) und an der Abendkasse 14 Euro (erm. 12 €). Für das Eröffnungskonzert ist ein Ticketaufschlag (2 €) erforderlich. Tickets und Programmhefte gibt es ab 7. Mai 2013 bei den Shops der Augsburger Museen, der Bürgernformation am Rathausplatz, dem AZ Kartenservice und beim Theater Augsburg

Detaillierte Informationen ab 7. Mai 2013 auch im Internet unter www.langekunstnacht.de