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Pressemitteilung BoxID: 541341 (spring Messe Managment GmbH)
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Agil, flexibel, individuell - wie Personalmanager zu Enablern von New Work werden

Nachbericht PERSONAL2015 Süd

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- 4.615 Personalentscheider trafen als Besucher mit 304 Ausstellern in der Messe Stuttgart zusammen
- Digitalisierung und Wunsch nach Agilität treiben Demokratisierung von Unternehmen voran
- Gamification wird als Instrument zur Mitarbeitermotivation bei Lernen und Arbeiten immer beliebter

4.615 Personalverantwortliche nutzten am 19. und 20. Mai die PERSONAL2015 Süd in Stuttgart, um sich mit Trends in ihrem Berufsfeld vertraut zu machen und mit Fachkollegen zu netzwerken. Insgesamt erreichte die Messe mehr als 7.000 Unternehmensvertreter, denn auch die 2.388 Besucher der Corporate Health Convention hatten mit ihrem Ticket Zutritt zum größten HR-Gipfel in Süddeutschland. Dreh- und Angelpunkt der präsentierten Entwicklungen in Ausstellung und Programm war die Digitalisierung der Arbeitswelt.

„Die Digitalisierung ist ein starker Innovationsmotor“, sagte Ralf Hocke, Geschäftsführer von spring Messe Management, in der Pressekonferenz am ersten Messetag. „Das Angebot von Software für das Personalmanagement ist so groß wie nie“, so der CEO des Veranstalters. Vor allem die Start-up-Szene trage einen Großteil dazu bei: Viele neu gegründete Anbieter versuchten, den Bewerbungs- und Suchprozess für den Bewerber zu vereinfachen. Dieses vielversprechende Umfeld lockte Investoren. So sei etwa erst kürzlich die Allgeier Gruppe siebenstellig bei Talentry, einem Aussteller der PERSONAL Süd, eingestiegen.

Auch vor dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement mache die Digitalisierung nicht Halt. „Je mehr wir vor dem Computer sitzen, desto wichtiger wird das Thema Bewegung. Der Wunsch nach einer aktiven Gesundheitsvorsorge beflügelt insbesondere die Fitness-Branche“, erklärte Hocke. Mobile Anwendungen nutzten zunehmend spielerische Elemente und den Wettbewerb als Motivator. Apps böten Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Aktivität zu messen und mit anderen zu vergleichen.

New Work: HR als Gestalter der digitalen Arbeitswelt?

Über den Status quo des Personalmanagements in den Unternehmen berichtete Prof. Dr. Benedikt Hackl auf der PERSONAL2015 Süd. In einer Langzeitstudie hat der Professor für Personal und Unternehmensführung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter befragt. „Vorstände fordern von HR Hilfe bei der Strategieumsetzung, Führungskräfte wünschen sich mehr Agilität – etwa durch flexible Lernlandschaften oder Teamstrukturen – und die Mitarbeiter möchten individuell wahrgenommen werden“, so der Leiter des unabhängigen Forschungsinstituts HR-Impulsgeber.

Diese Anforderungen seien eng mit dem Konzept „New Work“ verknüpft. „Die ursprüngliche Bedeutung, der Arbeit Sinnhaftigkeit zu geben, haben wir heute weiter interpretiert in Richtung Mitarbeiterbeteiligung“, so Hackl. In diesem Zusammenhang stehe etwa die aktuelle Debatte um Demokratisierung in Unternehmen. „Jeder im Unternehmen hat unabhängig von der Position gute Einfälle. Es gibt keine hierarchische Qualität der Idee mehr.“ Die Komplexität der Arbeitswelt habe so zugenommen, dass Prozesse sich in alle Richtungen, also auch Bottom-up statt top-down, bewegen müssten und durchlässigere Modelle von Fach- und Führungskarrieren vonnöten seien.

Mobiles Arbeiten: Hierarchien verflachen

„Ich bin begeistert, wie nah die Wissenschaft in diesem Fall an der Praxis dran ist“, kommentierte Dieter Scholz, Geschäftsführer Personal der IBM Deutschland GmbH, die Ausführungen von Prof. Hackl. „Die Digitalisierung ist keine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird und vorübergeht. Sie wird die Arbeitswelt revolutionieren“, zeigte sich der IBM-Chef überzeugt. Personalmanager dürften deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken. „HR sollte die Digitalisierung als Chance begreifen und mit beeinflussen.“ Der feste Arbeitsplatz und starre Arbeitszeiten lösten sich immer mehr auf. Junge Leute forderten Mobile Devices und Unternehmen müssten diese bieten, um State of the Art zu sein. „Wir arbeiten bei der IBM zunehmend in globalen, virtuellen Teams und nutzen eine Art eigenes Facebook und eigenes WhatsApp.“ Insgesamt verflachten durch diese neue Form der Zusammenarbeit die Hierarchien und es entstehe eine neue Offenheit. Wer als Führungskraft diesen Wandel nicht vollziehe, werde sich nicht halten können. „Einmal Führungskraft, immer Führungskraft gilt heute nicht mehr.“

Arbeiten wir bald alle in basisdemokratischen Kommunen?

„Arbeiten wir bald alle in basisdemokratischen Kommunen?“, fragte vor diesem Hintergrund Erwin Stickling, Chefredakteur der Zeitschrift Personalwirtschaft, in einer Podiumsdiskussion. Als Diskutant war der erfolgreiche Agenturchef Julian Vester mit dabei. Sein Unternehmen elbdudler hat keine festen Arbeitszeiten, zählt keine Urlaubstage, Mitarbeiter stimmen selbst über ihr Gehalt ab und wählen ihren Chef. „Das hört sich an wie eine Hippiekommune. Das, was wir machen, ist aber sehr leistungsorientiert. Wir sitzen nicht die ganze Zeit herum und diskutieren“, so Vester. Dinge wie freie Arbeitszeit und Gehaltswahl funktionierten, weil elbdudler absolut transparent und werteorientiert arbeite und Respekt gegenüber den Mitarbeitern wirklich lebe. „Auch andere Unternehmer finden die Idee toll, stolpern dann aber darüber, dass sie es nicht von ganzem Herzen so meinen – etwa bei der Offenlegung des Geschäftsführergehalts“, hat Vester beobachtet. „Es ist schade, dass sie dann ihr Scheitern auf die Modelle beziehen und nicht auf die Umsetzung.“

Demokratisierung: Utopie oder gelebte Realität?

Wie ein Kulturwandel in Unternehmen möglich ist, demonstriert der Film „AUGENHÖHE“ an verschiedenen Beispielen. Zu dem Creative-Commons-Projekt gab es seit der Premiere im Januar 2015 bereits mehr als 160 Veranstaltungen in ganz Deutschland, die neben der Filmpräsentation die Gelegenheit zur Diskussion eröffnen. „Wir zeigen in dem Film keine Start-ups, keine IT-Unternehmen und keine Beratungsunternehmen. Es geht um Vertrauenskulturen und andere Formen von Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir sehen da auch noch Hierarchien“, erklärte Sven Franke, Mitinitiator des Filmprojekts, auf dem Messepodium in Stuttgart. Den Filmemachern sei es darauf angekommen, sich nicht zu weit weg von normalen Firmenkulturen zu bewegen. „Für uns war es eine spannende Frage, ob Augenhöhe auch in großen Unternehmen möglich ist. Mit adidas haben wir ein Beispiel dabei, das nahelegt, dass es dazu manchmal einfach nur mutige Mitarbeiter braucht.“

Wunsch nach Agilität treibt auch Demokratisierung voran

„Viele Unternehmen können sich von Beispielen wie elbdudler einiges abschauen, aber ihre Organisation nicht einfach auf den Kopf stellen“, sagte Christian Lorenz, Teamleiter Themenmanagement der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP). Die Transformation brauche Jahre, wenn sich ein Unternehmen nicht von Anfang an anders aufgestellt habe. Wie bei der Bürgerbeteiligung in der öffentlichen Verwaltung geschehe das ganz langsam mit kleinen Erfolgen. Wichtig sei für Personalmanager aktuell vor allem ein hohes Maß an Agilität. „Unternehmen merken, dass sie mit ihren Prozessen nicht mehr so richtig schnell vorankommen und versuchen die Strukturen aufzubrechen.“ Das hänge auch mit einem hohen Autonomiegrad der Mitarbeiter zusammen und der Verlagerung einiger Kompetenzen von der Führung zu den Mitarbeitern.

Corporate Learning & Working

„Die Digitalisierung hat bislang nicht dazu beigetragen, dass die Mitarbeiter motivierter sind”, sagte Thorsten Unger, Geschäftsführer des Game Bundesverband, in seinem Vortag auf dem neu eingerichteten Forum Corporate Learning & Working. Dabei berief er sich auf die jährlich erhobenen Daten des Gallup Instituts. Gamification, die Nutzung von Spielprinzipien in anderen Zusammenhängen, könne für Unternehmen beim Arbeiten und Lernen deshalb von großem Nutzen sein. Spielen fördere die Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen. Selbstverwirklichung sei möglich, indem jeder seinen eigenen Weg auf eine Herausforderung finde. Wie dies in der Praxis aussehen kann, erklärten unter anderem Thomas Jenewein und Dr. Philipp Herzig von SAP. Das Unternehmen setzt zum Beispiel “g-learning” bei der Entwicklung von Apps ein. „Die selbsterklärenden Lektionen bieten eine Team-Challenge. Mitarbeiter müssen dabei lernen, am gleichen Strang zu ziehen“, so Jenewein.

Gute Besucherfrequenz und Wermutstropfen Bahnstreik

„Das Forum Corporate Learning & Working war ein großer Erfolg. Das zweitägige Programm mit den Schwerpunkten Weiterbildung 4.0 und Gamification war sehr gut besucht“, resümierte Alexandra Ochs, Projektleiterin der PERSONAL2015 Süd. Besonders gut sei auch der neue Bereich „HR & Law“ angekommen. „Das hat gezeigt, dass sich die HR-Fachleute auch handfeste, arbeitsrechtliche Informationen wünschen.“

„Die positive Besucherresonanz auf die sechzehnte Ausgabe der PERSONAL Süd ist sehr erfreulich“, ergänzte Geschäftsführer Ralf Hocke. Insgesamt kamen 4.615 Personalentscheider und Mitarbeiter von Personalabteilungen zur Messe nach Stuttgart. Für einen Wermutstropfen sorgte der Bahnstreik: Während an Tag 1 2.676 HR-Fachleute vor Ort waren, erreichte die Messe an Tag 2 mit 1.939 Besuchern deutlich weniger Publikum. Nach oben weist jedoch die Entwicklung auf Anbieterseite: „Erstmals haben wir mit 304 Ausstellern die 300-er-Marke geknackt. Vor diesem Hintergrund sind wir sehr zuversichtlich, dass wir 2016 deutliche Wachstumsmöglichkeiten haben.“

Nächster Termin: 10. und 11. Mai 2016, Messe Stuttgart

Weitere Informationen: www.personal-sued.de

spring Messe Managment GmbH

spring Messe Management veranstaltet Fachmessen für Personalmanagement, Professional Learning, Corporate Health, job and career und den Public Sector. Langjährige Messe-Erfahrung, thematische Expertise und nachhaltige Kundenorientierung machen die spring-Veranstaltungen zu etablierten Branchenplattformen. Die Fachmessen aus dem Hause spring sind Seismographen für neue Produkte, Ideen und Managemententwicklungen. Das Tochterunternehmen der Deutschen Messe AG ist in vier Ländern vertreten: Deutschland, Österreich, Ungarn und Russland.

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