Montag, 27. Februar 2017


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Film: Gerhard Richter, "Volker Bradke", 1966 (16-mm-Film auf DVD, ohne Ton, s/w, 15 Min.)

10. November 2009 bis 28. März 2010 in der Blue Box

(lifePR) (Hannover, ) Der Film "Volker Bradke" von Gerhard Richter aus dem Jahr 1966 ist bis heute von der Kunstkritik weitgehend unbeachtet geblieben und daher nahezu unbekannt. Der Film ist das bislang einzige Werk Richters in diesem Medium.

Am 13. Dezember 1966 hatte der Film als Teil einer medialen Installation aus Film, Fotografie und Malerei in der Düsseldorfer Galerie Schmela Premiere. In den folgenden Jahren wurde der Film mehrmals im Rahmen entsprechender Ausstellungsprojekte gezeigt, so 1973 anlässlich der Veranstaltung "Film als Kunstwerk" im Forum der Kölner Kunsthalle. Später galt er lange Zeit als verschollen. Erst 2006 wurde er in einer Einzelausstellung der Porträts von Gerhard Richter auf dem Museumsberg Flensburg erneut präsentiert. 2008 war der Film Bestandteil der Rekonstruktion des ursprünglichen Galerieraums der Ausstellung "Art of Two Germanys / Cold War Cultures" im Los Angeles County Museum.

Das zentrale Motiv des 15-minütigen Experimentalfilms ist ein junger Mann, der banale Tätigkeiten ausführt, er trinkt, zündet sich eine Zigaretten an, steigt auf eine Leiter und durchschreitet einen Raum. Die Figur erscheint unscharf und schemenhaft. In der vorletzten Szene ist schließlich für wenige Sekunde die Hauptfigur des Filmes zu erkennen: Zusammen mit Gerhard Richter erscheint Volker Bradke im damaligen Atelier des Künstlers am Düsseldorfer Fürstenwall, wo der Film mit einer Standkamera aufgenommen worden ist.

Volker Bradke ist eine Figur der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er Jahre. Der Zero-Künstler Günther Uecker beschrieb den Szenegänger, der auch selbst Kunst machte, als "ein Klischee zwischen bürgerlicher Banalität (...) und einer Radikalität im Aufbruch".

Es existiert ein gleichnamiges Gemälde, das in der genannten Ausstellung in der Galerie Schmela gezeigt wurde. Das Gemälde basiert auf einem Schnappschuss, der bei einem Besuch zusammen mit Konrad Lueg und Sigmar Polke auf einem Kunstfest in der hessischen Stadt Büdingen entstanden ist. Die Unschärfe der dargestellten Situation ist auch für das Gemälde charakteristisch in Bezug auf die bildnerische Darstellung. Für Richter ist Unschärfe ein bewusstes Prinzip der bildnerischen Gestaltung, die jedwede Erkenntnis- und Wahrnehmungsmöglichkeit durch Bilder in Frage stellt. Unschärfe als spezifischer Darstellungsmodus zieht sich durch das gesamte Werk Gerhard Richters bis hin in zu seinen aktuellen Produktionen.

Ort: Blue Box, Sprengel Museum Hannover
Laufzeit: 10. November 2009 bis 28. März 2010

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