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Pressemitteilung BoxID: 689339 (SOKA-BAU)
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Stärkere Bautätigkeit im November

Arbeitsvolumen steigt kräftig, Beschäftigung gibt allerdings weiter nach

(lifePR) (Wiesbaden, ) Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen1 hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im November 2017 saisonbereinigt2 gegenüber dem Vormonat kräftig um 2,8 % gestiegen ist. Das Arbeitsvolumen hat damit das höchste Niveau seit März 2017 erreicht. Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer (– 0,6 %) sowie die Bruttolohnsumme (– 0,2 %) gingen allerdings noch leicht zurück (vgl. Tabelle 1).

Auch die Frühindikatoren sind jüngst positiver ausgefallen. So sind sowohl die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe (+ 0,2 %), als auch die Baugenehmigungen im Hochbau (+ 1,0 %) im Oktober angestiegen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob damit eine nachhaltige Wende zum Positiven eingeleitet wurde. Im Trend sind die Auftragseingänge seit Ende des Jahres 2016 rückläufig, während die Baugenehmigungen nach einem schwachen ersten Halbjahr 2017 lediglich wieder das Niveau vom Jahresende 2016 erreicht haben.

Die Rahmenbedingungen für den privaten Wohnungsbau haben sich derweil weiter graduell verschlechtert. Zwar lagen die Zinsen für neue Hypothekenkredite im November auf dem Niveau des Vormonats, die gesamte Kreditbelastung der privaten Haushalte ist – im Verhältnis zu den verfügbaren Einkommen – aufgrund der steigenden Immobilienpreise allerdings bis zuletzt angestiegen.3 Die Finanzierbarkeit von Wohnimmobilien hat sich damit für die privaten Haushalte weiter verschlechtert. Unterdessen hat sich die Stimmung in der Industrie noch zusätzlich verbessert4, aufgrund von bestehenden Kapazitätsengpässen stiegen dabei auch die Lieferzeiten auf Rekordwerte. Dadurch ist ein stärkerer Anstieg der Unternehmensinvestitionen vorgezeichnet, und damit auch der Wirtschaftsbauinvestitionen.

1 Die Unternehmen der Bauwirtschaft sind verpflichtet, bis zum jeweils 15. Kalendertag des Folgemonats die Bruttolohnsumme, die Arbeitsstunden und die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer an SOKA-BAU zu melden. Die Auswertung durch SOKA-BAU erfolgt zum zweiten Arbeitstag des darauf folgenden Monats. Die Definition der Bauwirtschaft unterscheidet sich dabei von der Definition des Baugewerbes des Statistischen Bundesamtes. Grundsätzlich sind alle Unternehmen beitrags- und damit meldepflichtig, in denen mehr als 50% der Arbeitszeit auf in den Tarifverträgen genauer definierte Bautätigkeiten entfällt. Ein Vergleich der Unternehmens- und Beschäftigungszahlen mit denen des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Zahl der von der SOKA-BAU erfassten Unternehmen die Zahl der Unternehmen des Baugewerbes nach WGZ 2008 unterschreitet, aber deutlich größer ist als die Zahl der Unternehmen des Bauhauptgewerbes (Hoch- und Tiefbau ohne Ausbaugewerbe).
2 Saison- und kalenderbereinigt mit Census X-12-Arima.
3 Vgl. dazu das von der Deutschen Bundesbank berechnete Verhältnis von Annuitäten und Einkommen der privaten Haushalte. http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Unternehmen_Und_Private_Haushalte/Indikatorensystem_Wohnimmobilienmarkt/standardindikatoren_zur_beurteilung.png?__blob=publicationFile.
4 Vgl. IHS Markit (2018), Industrie-PMI steigt im Dezember auf neues Rekordhoch. Pressemitteilung vom 02.01.2018.