Samstag, 18. November 2017


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Leichter Konjunkturdämpfer im September

Arbeitsvolumen, Beschäftigung und Bruttolohnsumme sinken in der Bauwirtschaft

Wiesbaden, (lifePR) - Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen1 hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im September 2017 saisonbereinigt2 gegenüber dem Vormonat um 1,2 % gesunken ist. Damit wurde der Anstieg aus dem Vormonat fast wieder ausgeglichen, im Vorjahresvergleich liegt das Arbeitsvolumen aber nach wie vor deutlich im Plus (+ 2,9 %). Auch die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer (– 2,0 %) sowie die Bruttolohnsumme (– 1,5 %) gingen im Vormonatsvergleich zurück (vgl. Tabelle 1).

Die Frühindikatoren zeigten sich zuletzt uneinheitlich. So sind die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im August den zweiten Monat in Folge gesunken (– 3,2 %), in allen Bausparten war ein Rückgang zu verzeichnen. Die Baugenehmigungen im Hochbau stiegen dagegen im August deutlich (+8,2 %), womit sich die mittelfristigen Perspektiven wieder verbessert haben.

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich dabei wenig verändert. Die Zinssätze für neu zu vergebende Wohnungsbaukredite lagen im September auf dem Vormonatsniveau. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbstätigen im September (saisonbereinigt) weiter an, was die Einkommensperspektiven der privaten Haushalte und damit den privaten Wohnungsbau stützt. Derweil hat sich die sehr gute Stimmung der deutschen Unternehmen laut Umfragen3 noch weiter verbessert. Im Verarbeitenden Gewerbe können Kapazitätserweiterungen angesichts des erneuten starken Anstiegs der Lieferzeiten4 nicht mehr lange aufgeschoben werden und werden damit auch zu einem weiteren Anstieg der Investitionen in Wirtschaftsbauten führen. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwarten für das Gesamtjahr einen Anstieg des Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 5 % bzw. 6 %.

1 Die Unternehmen der Bauwirtschaft sind verpflichtet, bis zum jeweils 15. Kalendertag des Folgemonats die Bruttolohnsumme, die Arbeitsstunden und die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer an SOKA-BAU zu melden. Die Auswertung durch SOKA-BAU erfolgt zum zweiten Arbeitstag des darauf folgenden Monats. Die Definition der Bauwirtschaft unterscheidet sich dabei von der Definition des Baugewerbes des Statistischen Bundesamtes. Grundsätzlich sind alle Unternehmen beitrags- und damit meldepflichtig, in denen mehr als 50% der Arbeitszeit auf in den Tarifverträgen genauer definierte Bautätigkeiten entfällt. Ein Vergleich der Unternehmens- und Beschäftigungszahlen mit denen des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Zahl der von der SOKA-BAU erfassten Unternehmen die Zahl der Unternehmen des Baugewerbes nach WGZ 2008 unterschreitet, aber deutlich größer ist als die Zahl der Unternehmen des Bauhauptgewerbes (Hoch- und Tiefbau ohne Ausbaugewerbe).
2 Saison- und kalenderbereinigt mit Census X-12-Arima.
3 Vgl. ifo-Institut (2017), ifo Geschäftsklima erklimmt ein neues Hoch. Pressemitteilung vom 25.10.2017.
4 Vgl. IHS Markit (2017), Deutsche Industrie geht mit hohem Expansionstempo ins vierte Quartal 2017. Pressemitteilung vom 02.11.2017.

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