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Pressemitteilung BoxID: 732562 (SOKA-BAU)
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Etwas schwächere Bautätigkeit bei weiterhin hoher Auslastung

Arbeitsvolumen sinkt im Oktober leicht

(lifePR) (Wiesbaden, ) Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen1 hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im Oktober saisonbereinigt2 gegenüber dem Vormonat leicht um 0,8 % gefallen ist. Allerdings hatte das Arbeitsvolumen in den beiden Vormonaten zugenommen. Darüber hinaus sind die geleisteten Arbeitsstunden gegenüber dem Vorjahr um mehr als 8 % im Plus. Auch die Beschäftigung sank im Oktober leicht, während die Bruttolöhne wieder zunahmen (vgl. Tabelle 1).

Die Frühindikatoren fielen zuletzt wieder freundlicher aus. So sind die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im September dank höherer Aufträge im Hochbau kräftig um 3,6 % gestiegen, und die Auftragseingänge konnten auf Quartalssicht damit das erste Mal seit dem Schlussquartal 2017 wieder einen Anstieg verzeichnen. Auch die Baugenehmigungen im Hochbau stiegen im September (+ 3,4 %). Insbesondere im weniger schwankungsanfälligen Quartalsvergleich wird allerdings deutlich, dass in den vergangenen Monaten lediglich die Genehmigungszahlen im Wohnungsbau zulegen konnten, während diese im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Hochbau sanken.

Die Finanzierbarkeit von Wohnimmobilien hat sich dabei in den vergangenen Monaten nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank weiter verschlechtert.3 Zwar profitieren die privaten Haushalten weiter vom anhaltend niedrigen Zinsniveau und die Nachfrage nach Hypothekenkrediten ist nach wie vor rege. Im Verhältnis zu den verfügbaren Einkommen ist die Kreditbelastung allerdings bereits deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit dem Jahr 2012 erreicht. Die Stimmungslage der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes hat sich unterdessen aufgrund stark sinkender Auftragseingänge zum wiederholten Male verschlechtert und der entsprechende Stimmungsindikator ist auf das niedrigste Niveau seit zweieinhalb Jahren gesunken.4 Die Nachfrage nach Wirtschaftsbauten droht damit weiter beeinträchtig zu werden, die Genehmigungszahlen sind – wie bereits oben angeführt wurde – im dritten Quartal bereits gesunken.

1 Die Unternehmen der Bauwirtschaft sind verpflichtet, bis zum jeweils 15. Kalendertag des Folgemonats die Bruttolohnsumme, die Arbeitsstunden und die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer an SOKA-BAU zu melden. Die Auswertung durch SOKA-BAU erfolgt zum zweiten Arbeitstag des darauf folgenden Monats. Die Definition der Bauwirtschaft unterscheidet sich dabei von der Definition des Baugewerbes des Statistischen Bundesamtes. Grundsätzlich sind alle Unternehmen beitrags- und damit meldepflichtig, in denen mehr als 50% der Arbeitszeit auf in den Tarifverträgen genauer definierte Bautätigkeiten entfällt. Ein Vergleich der Unternehmens- und Beschäftigungszahlen mit denen des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Zahl der von der SOKA-BAU erfassten Unternehmen die Zahl der Unternehmen des Baugewerbes nach WGZ 2008 unterschreitet, aber deutlich größer ist als die Zahl der Unternehmen des Bauhauptgewerbes (Hoch- und Tiefbau ohne Ausbaugewerbe).
2 Saison- und kalenderbereinigt mit Census X-12-Arima.
3 Vgl. Deutsche Bundesbank (2018), Indikatorensystem zum Wohnimmobilienmarkt. Online unter: https://www.bundesbank.de/de/statistiken/unternehmen-und-private-haushalte/indikatorensystem-wohnim-mobilienmarkt.